Handballer experimentieren und siegen

Vor 3071 Zuschauern warf Kapitän Uwe Gensheimer die meisten Tore (7/4). In der Schlussphase trugen sich auch die Debütanten Rune Dahmke und Yannik Kohlbacher in die Torschützenliste ein.

„Generell bin ich mit unserer Leistung zufrieden“, sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson. „Vor allem die Abwehr war mit Ausnahme der letzten zehn Minuten sehr stabil. Allerdings haben wir uns zu viele technische Fehler geleistet, die von anderen Gegnern bestraft werden würden.“ Man müsse sich darauf einstellen, dass die beiden anderen Gegner „von einem anderen Kaliber sind“.

Nun gegen Serbien und Slowenien

In seinem zweiten Turnierspiel trifft der Gastgeber am Samstag um 15.30 Uhr (Sport1) in Hamburg auf Serbien. Der EM-Zweite von 2012 verlor sein erstes Spiel gegen Slowenien mit 21:23 (11:12). Zum Abschluss ist am Sonntag (15 Uhr/Sport 1) in Kiel der WM-Achte Slowenien der dritte Kontrahent der deutschen Mannschaft.

Anfangs hatte das deutsche Team einige Schwierigkeiten mit der sehr offensiven 3:2:1-Abwehr der Brasilianer und dem starken Torhüter Maik Santos. Nach drei Gegentreffern in Folge zum 4:5-Rückstand (9.) lief es erst nach dem 7:7 (16.) wieder besser. Mit einer Steigerung in der Defensive setzten sich die Gastgeber über 10:7 (20.) bis auf 13:8 (26.) ab.

200. Länderspiel von Lichtlein

In der zweiten Hälfte war dann schnell eine Vorentscheidung gefallen. Der eingewechselte Torwart Carsten Lichtlein, der zwei Tage nach seinem 35. Geburtstag sein 200. Länderspiel bestritt, begann gleich mit einer Siebenmeter-Parade und hatte auch danach wesentlichen Anteil am 4:0-Lauf zum 20:13 (40.).

Nach dem 22:14 (44.) nutzte Sigurdsson die verbleibende Spielzeit zu einigen Experimenten sowohl bei der Besetzung auf dem Feld mit dem gleichzeitigen Einsatz aller Nachwuchsspieler als auch beim Spielsystem mit einer extrem offensiven Abwehr, die fast einer offenen Manndeckung glich. Ein paar Ungereimtheiten waren dabei nicht zu vermeiden, aber gegen Ende wuchs der Vorsprung sogar unter diesen Umständen noch einmal etwas an.

„Solche Spiele sind ja auch dazu da, um zu probieren“, sagte Kapitän Gensheimer. „Wir haben etwas gebraucht, bis wir ins Spiel gekommen sind, und dabei vorne zunächst zu viele Bälle liegen lassen. Alles in allem können wir aber zufrieden sein.“

Sieben Spielminuten für Müller

Der Bayreuther Michael Müller (MT Melsungen) kam in seinem 73. Länderspiel nur in den letzten sieben Minuten der ersten Halbzeit zum Einsatz, und zwar ausschließlich in der Abwehr.

dpa/es

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