Haltestellen-Streit: Kein Kompromiss

Mit dem Beschluss hat der Gemeinderat einen Schlussstrich unter eine Diskussion gezogen, die seit Anfang März immer wieder hochgekocht ist. Am 6. März hatte der Gemeinderat beschlossen, die Bushaltestelle in der Alten Bergstraße aufzulösen. Der Grund: Die Schüler waren den Anweisungen der Fahrer nicht mehr gefolgt. Um gefährliche Situationen auszuschließen, waren die Fahrer nicht mehr bereit, den freiwilligen Transport der Schüler aus Nord-Ost II, die eigentlich an der Schule im Bachwiesenweg zusteigen müssten, zu übernehmen.

Alle Kinder gleich behandeln

Bürgermeister Gerald Kolb (WG) sagte, es sei Ziel der Gemeinde, "alle Schulkinder gleich zu behandeln. Der zumutbare Weg für die Kinder der ersten bis vierten Klassen liegt bei maximal zwei Kilometern". Zudem sei "der Schulweg in Bindlach nicht als gefährlich einzustufen", sagte Kolb. Eine Kompromisslösung, die in der Gemeinderatssitzung Anfang Juli von Helmut Steininger (SPD) ins Spiel gebracht worden war, war in greifbarer Nähe: Eine Haltstelle an der Staatsstraße nahe der Einmündung der Straße Im Koppler. Jedoch: "Die Elternintiative hat ihre strikte Ablehnung signalisiert", sagte Kolb. In einer Mail an den Bürgermeister hätten die Eltern, die bereit gewesen wären, für die Haltestelle an der Alten Bergstraße eine Aufsicht zu stellen, mitgeteilt, die Haltestelle an der Staatsstraße sei "ein gefährlicher Standort". Dort wollten sie für die Kinder keine Verantwortung übernehmen. Deshalb, so Kolbs Vorschlag, sollte man es beim Beschluss von März lassen: Die Haltestelle Alte Bergstraße wird nicht wiederbelebt, es gibt auch keinen Kompromiss.

CSW von Anfang an gegen Auflassung

Der CSW-Fraktionsvorsitzende Werner Fuchs, der von Anfang an dagegen war, die Haltestelle Alte Bergstraße aufzulassen, sagte erneut: Man solle den Antrag von März aufheben, "die Haltestelle dort hat Vorteile" - zumal auch er "Gefahrenpotential an der Staatsstraße" sehe. Neithard Prell, der Vorsitzende der WG-Fraktion, versuchte, den Kompromissvorschlag noch einmal ins Spiel zu bringen: Man solle die Haltestelle an der Staatsstraße einrichten, dann sehe man ja, ob sie angenommen werde. Geht schlecht, sagte Stefanie Kolanus (CSU), deren Unternehmen die Kinder mit dem Bus zur Schule bringt: "Wir müssen wissen, wer wo einsteigt." An der Schule im Tal sorge der Hausmeister dafür, dass die Kinder auf die zur Verfügung stehenden Busse aufgeteilt werden. "Damit kein Kind stehen muss", sagte Kolanus.

Bleibt beim Beschluss von März

Mit vier Gegenstimmen aus CSW und CSU stimmte der Gemeinderat schließlich dafür, es beim Beschluss von März zu belassen. Allerdings soll der Gemeindebereich mit Blick auf die Gleichbehandlung aller Schüler, wie der CSU-Fraktionsvorsitzende Berthold Just sagte, noch einmal genau betrachtet werden. Um möglicherweise doch noch weitere Haltestellen einrichten zu können.

Gemeinde prüft Kompromiss

Nicht bewertet

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