Haftstrafen für Gewaltorgie in Hollfeld

Das Urteil erging am Donnerstagabend, erklärte Justizpressesprecher Thomas Goger auf Anfrage des Nordbayerischen Kuriers. Wie berichtet, standen die zwei Angeklagten, ein 30-jähriger und ein 44-jähriger Hollfelder, wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht: Der 30-Jährige soll das spätere Opfer, einen Gleichaltrigen, mit dem Kauf von Drogen für seine Geburtstagsfeier beauftragt haben. Der soll aber weder Rauschgift geliefert haben noch die dafür erhaltenen 150 Euro zurückgegeben haben. Dies war ein Hintergrund für die Gewaltorgie.

Mit Prügeln und Tritten, mit angezündetem Feuerzeugbenzin, mit einem heiß gemachten Messer und mit Zigarettenglut quälten die Angeklagten das Opfer in dessen eigener Wohnung.

Keine Bewährung

Zum Prozessauftakt hatte nur der 44-jährige Angeklagte gestanden, der 30-Jährige hatte eine aktive Beteiligung zunächst bestritten. Er änderte beim zweiten Prozesstag seine Meinung und legte ein Geständnis ab – offenbar unter dem Eindruck der Untersuchungshaft, die am Ende des ersten Prozesstages gegen ihn verhängt worden war. Wie Justizsprecher Goger erklärte, soll der 30-Jährige Drohungen gegen die Betreuerin des Opfers ausgestoßen haben.

Die Strafen setzte das Gericht nicht wie von der Verteidigung beantragt, zur Bewährung aus: Der 44-Jährige hat eine lange Vorstrafenliste, der 30-Jährige stand zum Tatzeitpunkt unter offener Bewährung. Das Schöffengericht kreidete den Angeklagten im Urteil ganz besonders die „unglaubliche Rohheit“ und die lange Dauer der Quälereien an.


Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der Samstagausgabe (28. Juli) des Nordbayerischen Kuriers.

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