Haase und Isert: Premiere mit Klassensieg

Das Isert-Team schickte erstmals ein Fahrzeug mit dem etwas sperrigen Namen KTM X-Bow GT4 ins Rennen, eine Entwicklung aus österreichisch-deutscher Kooperation. „Zum einen sehen wir in der GT4-Klasse aufgrund der deutlich günstigeren Kostenstruktur die Zukunft des GT-Sports für eine große Zahl an Amateuren und semiprofessionellen Piloten“, erklärt Teamchef Uwe Isert diese Wahl. „Zum anderen ist der X-Bow durch seine technische Auslegung einem GT3-Fahrzeug sehr ähnlich, aber mit viel geringeren Einsatzkosten.“

Für den Einstand in der VLN-Rennserie (VLN = Veranstaltergemeinschaft Langstreckenmeisterschaft Nürburgring) mit dem 250-Meilen-Rennen konnten die Mainleuser zudem eine namhafte Verstärkung aus der Heimatregion gewinnen: Der international renommierte Audi-Werksfahrer Christopher Haase aus Kirchleus, der unter anderem schon zwei Mal das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring gewonnen hat, bildete am Steuer des X-Bow ein Gespann mit Arne Hoffmeister (Niederdorfelden). „Meine Karriere hat mit Isert begonnen, und ich komme immer wieder gerne zurück“, sagte Haase. „Wenn es dann auch noch ein so aufregendes Projekt ist,wie die Premiere des X-Bow auf der Nürburgring-Nordschleife, dann mache ich das natürlich mit großer Freude. Zudem steckt im Heck des KTM ja Audi-Power.“

Klassenbester im Qualifying

Der Einstand von Fahrer und Auto wurde den hohen Erwartungen vollkommen gerecht. Nachdem die Klasse SP 10 in sechs der ersten acht VLN-Läufe von Autos des Typs Aston Martin Vantage V8 gewonnen worden war, dominierte nun auf Anhieb der X-Bow. Nach völlig verregneten Trainingsfahrten erreichte Haase bereits im Qualifying bei immer noch schwierigen Bedingungen mit 10:19,588 Minuten die beste Zeit innerhalb der Klasse (Platz 25 unter allen Startern).

Zweikampf mit Markenkollegen

Während des Rennens besserte sich das Wetter, so dass Haase als Startfahrer noch in der ersten Stunde auf Trockenreifen wechselte. Er verteidigte die Führung bis er zur Halbzeit des Vierstundenrennens das Steuer an Hoffmeister übergab. Dieser lieferte sich ein hochspannendes Duell mit dem zweiten X-Bow im Feld, den die Münchner Johannes und Ferdinand Stuck steuerten. Den Ausschlag gab dabei schließlich die bessere Rennstrategie. Während die Konkurrenz von True Racing 20 Minuten vor der Zieldurchfahrt noch einmal nachtanken musste, konnte Hoffmeister ohne weiteren Stopp durchfahren und kam nach 4:06:13,262 Stunden (154,327 Stundenkilometer im Schnitt) mit einem Vorsprung von 54,562 Sekunden als Klassensieger ins Ziel. Unter den 113 Teams im Gesamtklassement bedeutete das einen starken 16. Rang, unmittelbar vor dem zweiten X-Bow.

Entsprechend zufrieden zeigte sich Teamchef Isert: „Beim ersten Auftreten, noch dazu bei so schwierigen Witterungsbedingungen, diesen Sieg zu erzielen, ist nicht selbstverständlich, sondern eine unglaubliche Leistung!“ Das Sonderlob für Christopher Haase, der „den Grundstein zum Sieg gelegt“ habe, gab dieser zurück: „Das war ein cleveres Rennen von Isert, der spätere Reifenwechsel war optimal.“

Nicht bewertet

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