Haag: Schulstreit auf der Zielgeraden

Bereits im Februar hieß es auf Kurier-Nachfrage, eine frühere Prüfung hätte keinen Sinn gemacht, weil eine Umsetzung zum Schuljahr 2016/2017 nicht mehr geklappt hätte. So gehen die Kinder der Gemeinde Haag noch in diesem Schuljahr auf verschiedene Grundschulen. Die aus dem Ortsteil Haag besuchen die Robert-Kragler-Grundschule in Creußen, die aus dem Ortsteil Schreez besuchen die Grundschule Lerchenbühl in Bayreuth.

Zahlreiche Stellen müssen jetzt gehört werden

Künftig sollen alle Kinder nach Bayreuth gehen, so das Ergebnis eines Bürgerentscheids aus dem vergangenen Frühjahr, das mit 340 zu 294 Stimmen für Bayreuth und gegen Creußen ausging. Zur Umsetzung ist aber nach dem Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen der Erlass einer Rechtsverordnung erforderlich. Dem voraus geht eine Anhörung aller zuständigen Stellen, darunter die Stadt Bayreuth und die Verbundsräte des Schulverbands Creußen, zu dem Haag noch gehört: also die Bürgermeister von Creußen, Prebitz und Haag, sowie zwei weitere Stadträte aus Creußen. Dazu kommen: der Landkreis Bayreuth, die Elternbeiräte von Robert-Kragler- und Lerchenbühlschule, außerdem die kirchlichen Oberbehörden, also Regionalbischöfin Dorothea Greiner und das Erzbischöfliche Ordinariat mit Sitz in Bamberg.

Zehn Wochen Zeit

Diese Anhörung, die nach Aussage der Regierung zehn Wochen dauert, hat jetzt begonnen. Die Beteiligten müssen dem Plan nicht zustimmen, die Regierung muss auf Gegenstimmen und Bedenken aber auch nicht eingehen. Einwände, so Regierungssprecher Oliver Hempfling, lägen bislang aber auch noch keine vor. Derzeit stehe nur fest, dass sowohl die Raumsituation, als auch die Klassenstärken an der Lerchenbühlschule der gewünschten Sprengeländerung nicht im Wege stünden.

Widerspruch bei Mittelschülern

Allerdings: Der Bürgerentscheid hatte ergeben, dass auch die Mittelschüler künftig in Bayreuth unterrichtet werden sollen. Dagegen haben sich bereits die Vertreter des Schulverbunds Pegnitz-Creußen-Pottenstein-Gößweinstein einstimmig ausgesprochen. Nach aktuellem Stand würde der Schulverbund andernfalls zwei Schüler verlieren. Dem Pegnitzer Bürgermeister Uwe Raab, der dem Schulverbund vorsitzt, geht es aber um mehr als zwei Schüler. Er fragt: „Was, wenn andere Gemeinden auch einen Bürgerentscheid durchführen wollen?“

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