Gysi droht mit Klage gegen Wagner-Stiftung

Durch den neuen Mietvertrag seien Nike, Daphne und Wolf-Siegfried Wagner - die Nachkommen Wieland Wagners - in ihren Rechten beeinträchtigt, sagte Gregor Gysi am Abend dem Kurier. Und auch für die Stadt Bayreuth entstehe eine Beeinträchtigung.  

Das rechtliche Fundament der Bayreuther Festspiele und der Richard-Wagner-Stiftung sei eng mit der Familie verbunden, sagte Gysi. Das könne man nicht außer acht lassen.

"Ich werde daher bei der nächsten Sitzung des Stiftungsrats am Donnerstag anwesend sein - und will versuchen, die Mitglieder des Gremiums zu überzeugen, dass sie gut beraten wären, in dieser Sache einen anderen Weg einzuschlagen. Ich bin sicher, man wird hoch erfreut sein, mich dort zu sehen."

Danach müssten die Gremien der Stiftung neu beraten. Für den Fall, dass sein Vortrag ohne Folgen bleibe, erwäge er den Gang vor Gericht. "Das könnte dann eine langwierige Angelegenheit werden."

"Na wunderbar", kommentierte Stiftungsratsvorsitzender Toni Schmid die Ankündigung Gysis am Abend auf Nachfrage. Seines Wissens stehe Gysis Ansprache bislang nicht auf der Tagesordnung der Stiftungsratssitzung. "Ich höre davon zum ersten Mal." Auf die Frage, ob er Gysi dennoch das Wort erteile und sich gegebenenfalls umstimmen lasse, sagte Schmid: "Zum Zuhören bin ich immer bereit, zum Umdenken normalerweise auch - aber in diesem Fall eher nicht."

Das Bayreuther Festspielhaus gehört der Richard-Wagner-Stiftung, in deren Gremien Bund und Freistaat Bayern die Mehrheit haben.

Im Frühjahr 2014 schlossen die Richard-Wagner-Stiftung und die Bayreuther Festspiele GmbH einen Mietvertrag ab, der das Festspielhaus bis 2040 unkündbar an die Festspiele GmbH vermietet ist.

Der Mietvertrag war die Bedingung von Bund und Freistaat Bayern, für die geplante Sanierung des Festspielhauses eine Summe von 30 Millionen Euro freizugeben. Kurz nach Unterzeichnung des Mietvertrags verlängerte die Festspiele GmbH den Vertrag mit Katharina Wagner als Festspielleiterin bis 2020 - ohne Mietvertrag hätte darüber der Stiftungsrat der Richard-Wagner-Stiftung entscheiden müssen, in dem auch die Erben Wieland Wagners vertreten sind. 

Das Argument der Wieland-Erben: Mitglieder der Stiftungsgremien hätten mit der Vermietung gegen die Stiftungssatzung verstoßen, da sich der Mietvertrag über mehrere Bedingungen hinwegsetzt, zu denen die Familie 1973 das Festspielhaus in die Stiftung überführte.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06