Gymnasiasten räumen bei Börsenspiel ab

Die Schülerinnen der Q12, Anika Trautner, Zoe Trapp und Hannah Deinzer waren ein Team von europaweit 30.000. Bayernweit gingen rund 10.000 Gruppen an den Start. Das Prinzip dieses Spiels, das eine Initiative der Sparkassen ist und als Projekt zur Wirtschaftserziehung dient, ist schnell erklärt. Jede Gruppe erhält 50.000 Euro Startkapital - ein fiktives Geld.

Von diesem Startkapital dürfen von den 175 vorgeschriebenen Wertpapieren drei verschiedene gekauft werden. Durch geschickten Handel soll sich dieses Geld dann innerhalb von elf Wochen vermehren.

Mit Geld spielt man nicht? Normalerweise Nein, hier darf und muss man – es ist ja nicht echt. Der betreuende Fachlehrer Wolfgang Schreiber schmunzelt: „Ein bisschen kenne ich mich mit der Materie natürlich aus. Ich berate die Schüler welche Aktien am besten gekauft oder verkauft werden sollten. Letztlich entscheiden die Schüler selbst was sie machen.“

Und die drei jungen Damen haben auch wirklich richtig entschieden. Sie kauften Aktien von der Deutschen Bank, Netflix und VW und erzielten dadurch einen Depotgewinn von 9712,30 Euro – was einen Wertzuwachs von 19,4 Prozent entspricht.

Eine andere Hausnummer

„Mit echtem Geld kann man das Spiel natürlich nicht vergleichen. Mit echtem ist es eine andere Hausnummer. Dennoch ist ein fiktiver Depotgewinn von über 19 Prozent Wahnsinn“, zeigt sich Schreiber genauso begeistert wie die Schülerinnen.

Etwa wie Hannah Deinzer, als sie sagt „das ist schon spannend und aufregend. Irgendwann schaut man die ganze Zeit auf den Rechner oder das Handy, um zu sehen wie sich die Aktien entwickeln.“

Tatsächlich ist es während der Zeit dieses Planspiels erlaubt, und sogar erwünscht, in möglichst jeder freien Minute außerhalb der üblichen Schulstunden die Aktienkurse zu überprüfen. Zoe Trapp: „Das ist wie Glücksspiel. Das macht echt süchtig. Am Anfang hätte ich das gar nicht gedacht.“

Wolfram Münch, der Vorstand der Sparkasse Bayreuth, gratulierte den Schülerinnen und dem betreuenden Lehrer zu diesem Erfolg und wundert sich dennoch selber, als er die bereits in den Vorjahren erreichten aufzählt. „2002 Bundes- und Europasieger, 2006 der dritte Platz auf Bundesebene, 2012 Bundes- und Europasieger, 2014 der dritte Platz auf Bundesebene, 2016 der erste, zweite, vierter und fünfter Platz auf Bundesebene und jetzt der zweite Platz auf Bundesebene. Wie machen sie das? Statistisch gesehen darf das doch gar nicht so sein“, lacht Münch.

Neben Spiel, Spaß und Spannung, das die Schülerinnen in den vergangenen elf Wochen hatten, erhalten sie von der Sparkasse als Preis für Erfolge auf Bundesebene eine Einladung zu einem dreitägigem Ereignis in Frankfurt und darüber hinaus Geldpreise für Erfolge auf bayerischer Ebene.

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