Günstiger fahren im Landkreis

Wie es zu der neuen Einstufung kommt, erklärt der GDV. Demnach spielt es eine Rolle, wie viele Schäden zuletzt in dem jeweiligen Zulassungsbezirk gemeldet wurden. Auch die Schadenssumme fließt in die neuen Berechnungen ein. „Die Regionalklasse spiegelt die Schaden- und Unfallbilanz einer Region wider“, teilt der Verband mit. „Sie ist eines von zahlreichen Tarifmerkmalen, das die Versicherer zur Berechnung des Versicherungsbeitrages berücksichtigen.“

Wunsiedler am niedrigsten

In Oberfranken werden im neuen Jahr die Wunsiedler am niedrigsten eingestuft. Die Fichtelgebirgler verbessern sich und erreichen Haftpflichtklasse eins. Knapp dahinter liegen die Kronacher und Lichtenfelser sowie die Autofahrer in den Landkreisen Coburg und Bamberg mit der Klasse zwei. Coburg Stadt behält die Haftpflichtklasse drei. Auf der Stufe vier befinden sich Kulmbach und der Landkreis Hof. Bayreuth Land verbessert sich um eine Klasse und sinkt auf fünf.

Damit müssen die Halter der gut 110.700 Fahrzeuge im Landkreis im nächsten Jahr weniger zahlen als heuer. Für die Autofahrer in Bamberg Stadt gilt weiter Klasse sechs. Die höchste Einstufung Oberfrankens erreichen Forchheim mit Klasse acht sowie die Städte Hof und Bayreuth mit Klasse neun.

Wie beim Tanken

„Das ist wie beim Tanken“, sagt Adam Bousella, Leiter der Zulassungsstelle Bayreuth Stadt. Wer Sprit braucht, tanke bei jedem Preis. „Kein Halter kümmert sich um die Regionalklasse bei der Zulassung.“ Er habe ja ohnehin keine Wahl. Bis 2007 habe der Fahrzeughalter bei der Zulassung zumindest noch den Zweitwohnsitz zur Auswahl gehabt.

Robert Schowald vom Kulmbacher Landratsamt erinnert sich, dass es beispielsweise einige Berliner gab, die eine Ferienwohnung in Kulmbach hatten und wegen der günstigeren Regionalklasse ihren Wagen lieber in Oberfranken anmeldeten. Dieses Schlupfloch hat der Gesetzgeber jedoch vor zehn Jahren geschlossen. In Paragraf 46 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung heißt es, dass für Privatpersonen ausschließlich die Zulassungsbehörde des Hauptwohnsitzes zuständig ist. Und das sind in der Stadt Bayreuth 50.230. Pro Jahr werden 500 bis 1000 Autos neu zugelassen.

Der Einzelfall entscheidet

Wie teuer die Haftpflicht nun wirklich wird, kommt auf den Einzelfall an. Die Typklasse des Autos ist entscheidend. Große Fahrzeuge zahlen in der Regel mehr als Kleinwagen. Außerdem sind die persönlichen Schadensfreiheitsrabatte und Tarife für die Berechnung der Versicherungen wichtig.

Ob die Wunsiedler die besseren Autofahrer sind, weil sie weniger Schäden verursacht haben? Zumindest hat der GDV für die Wunsiedler den niedrigsten Index in Oberfranken berechnet. Dieser Index zeigt nach Auskunft des Verbandes die Schadensbilanz des Kfz-Zulassungsbezirks im Vergleich zum Bundesdurchschnitt an, der mit dem Wert 100 festgelegt ist. In Wunsiedel liegt der Index bei 84,04 und ist damit viel besser als der Schnitt.

Weniger Schäden

Der GDV hat alle rund 400 Zulassungsbezirke in Deutschland neu bewertet. Für 32 der insgesamt 97 Zulassungsbezirke in Bayern gelten künftig niedrigere Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes. Das bedeutet, dass mehr als 1,9 Millionen Autofahrer im Freistaat niedrigere Beiträge erwarten können, weil es seltener gekracht hat und sie weniger Schäden verursacht haben.

Bayernweit die höchsten Beiträge für ihre Haftpflichtversicherung zahlen übrigens die Autofahrer in Fürth, Nürnberg, München und Starnberg. Sie werden von den Versicherern auch im Jahr 2018 in die höchste Klasse zwölf eingestuft.

Nicht bewertet

Anzeige

Montag, 13. November 2017 - 11:06