Grundschüler brauchen noch kein Handy

Diese Entwicklung können Pegnitzer Eltern nicht nachvollziehen. Der Inhalt ist laut den Befragten heute aber deutlich mehr und abwechslungsreicher als zu früheren Zeiten.Stefan Krieg aus Nemschenreuth kam zu der Entscheidung, dass ein Handy für seinen Sohn Julian nicht notwendig ist. Julian wurde letztes Jahr in der eingeschult und kommt am Dienstag in die zweite Klasse.

Vertrauen für den täglichen Schulweg

„Ich habe Julian das Vertrauen für den täglichen Schulweg gegeben und ihm die Eigenverantwortung übertragen, was die Schlussfolge und den Lerneffekt hat, dass mein Kind die Möglichkeit bekommt, sich den Aufgaben oder sich gegebenenfalls den Problemen zu stellen und daran zu wachsen. So kann er sein Selbstbewusstsein unbewusst selbst stärken“. Derselben Meinung ist Susanne String, Mutter von Julians Klassenkamerad Benjamin: „Meiner Meinung nach brauchen Kinder in der Grundschule noch kein Handy. Der Weg von der Schule zum Hort ist nicht weit und falls es Kommunikationsbedarf gibt, haben wir entsprechende Ansprechpartner- in Hort und Schule. Die können wir kontaktieren“.

Zugang zur neuen Technik

Zu Hause allerdings erlaubt sie dem Grundschüler den Zugang zur neuen Technik. „Benjamin darf das Handy seines Vaters oder das Tablet eine halbe Stunde am Tag nutzen“, sagt sie. In einer Sache sind sich die Eltern auch einig: Die Abc-Schützen können heute mit mehr Inhalt in der Schultüte rechnen als früher. Emilia Huber, letztes Jahr in der Verbandsschule eingeschult, hatte Süßigkeiten, Karten für das Kindermusical „conni“, Malstifte, eine Armkette mit Gravur vom Einschulungsdatum und einen Farbkasten in der Schultüte.

Süßigkeiten und eine Barbie-Puppe

Mutter Sandra kam 1994 in die Schule. In ihrer Tüte waren Süßigkeiten und eine Barbie-Puppe. Papa Stefan konnte sich zu seinem Schulstart nur über Süßigkeiten freuen. Benjamin String bekam von seinen Eltern zum Schulstart eine Reihe von Präsenten: Ein Stifte-Set, einen Spitzer, ein Jo-Jo, ausgewählte Süßigkeiten und eine Bauanleitung für ein Lego-Technik-Spielzeug füllten seine Tüte. Der Grundschüler ist großer Lego-Fan. Allerdings passte der Karton nicht in die Schultüte, deshalb wurde das Spielzeug noch dazugeschenkt.

Zwei Drittel Papier

Susanne String musste zu ihrem Schulanfang 1980 mit deutlich weniger auskommen: „Zu meinem ersten Schultag bestand meine Schultüte zu zwei Drittel aus Papier. Der Rest waren Süßigkeiten. Das war bei meinen Klassenkameraden auch der Fall“. Deshalb wollte sie die Schultüte zum Schulanfang ihres Sohnes etwas abwechslungsreicher gestalten.Auch Stefan Krieg erinnert sich an seine Schultüte: „Ich weiß, dass meine Schultüte dunkelgrün mit gelber Schleife, passend zum Schulranzen, war. Wir haben Süßigkeiten, kleine Spielzeuge, Bleistifte und Radiergummi bekommen. Ich kann mich erinnern, dass wir die Tüte in der Schule geöffnet und reingespitzt haben.“

Nicht bewertet

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Montag, 13. November 2017 - 11:06