Grafinger Duo siegt in Bayreuth

Von Jürgen Schott

Nach 40 Spielminuten hieß es 21:16, 22:20, durfte Nowitzki-Double Schmidt das Siegerinterview geben, in dem er auf die fünf Siege des Duos vom TSV Grafing zurückblickte: „Wie immer hatten wir in den ersten beiden Spielen Mega-Probleme. Gegen Klement/Späth in Runde zwei waren wir fast schon tot.“

Aber nach diesem 2:1 (11:15, 15:13, 15:9) lief es. „Da merkt man, dass Fabian und ich schon das sechste Jahr zusammenspielen und dass wir auch vom Kopf her stark sind.“ 2014 waren beide Bayerische Meister.

Getrennt trainieren, vereint siegen

Zusammen trainieren können sie nicht mehr, weil 1,95-m-Mann Schmidt, dessen Position beim TSV mit „Stoßstürmer“ angegeben ist, nun als Unfallchirurg am Krankenhaus in Straubing arbeitet. Deshalb wird der 30-Jährige in der Halle auch künftig nicht mehr für den Zweitligisten spielen, sondern für Deggendorf eine Liga tiefer. Doch beim Beachen geht es mit Wagner (27) weiter; ihr Ziel: „Spaß haben.“ Schmidts Appell: „Bringt eure Kids zum Beachvolleyball, das ist ein geiler Sport.“

Das sagten Valerie Teufl und Bianca Zass zwar nicht explizit, aber mit ihrem Spiel und dem Turniersieg unterstrichen  Österreichs Meisterinnen von 2015 diese These. Die Profis aus Klagenfurt und Oberösterreich (Aurach), 29 bzw. 31 Jahre alt, Nummer 94 der Weltrangliste und schon bei der EM und zuletzt auf der Satellites-Tour in  Sotschi, Antalya, Ankara und daheim in Baden am Start, nutzten ein Wochenende, an dem sich keine größere Veranstaltung anbot, zu dem Bayreuth-Ausflug. „Wir wussten nicht recht, was hier auf uns zukommt, und wurden dann auch von Marie Koloseus/Viktoria Seeber im Viertelfinale echt gefordert“, sagte Bianca Zass. Freilich gaben sie dort ebenso wenig einen Satz ab wie im Halbfinale und im Endspiel, das 21:14, 21:9 endete.

Überraschend weit gekommen

In diesem Finale  standen völlig überraschend Sonja Auer vom SV Lohhof und Nina Gleich vom TV Kempten. Die an Nummer zehn Gesetzten, eine Woche zuvor in Ebersberg Neunte, hatten das Turnier mit einer 1:2-Niederlage gegen Friedrich/Schilf (Stuttgart/Sonthofen) begonnen, dann aber – k.o. war man erst nach der zweiten Niederlage - fünf Matches ohne Satzverlust gewonnen und dabei auch die Setzlisten-Nummern vier (Annie Cesar/Lena Günther – Stuttgart), zwei (Koloseus/Seeber – Mömlingen/Altdorf) und schließlich fünf (Kathrin und Kristin Standhardinger – SV Lohhof)   eliminiert.

„Dabei war es erst unser zweites und zugleich auch letztes gemeinsames Turnier“, erzählte Nina Gleich. „Zufrieden? Na, volle Kanne“, beantwortete sie die entsprechende Frage. „Schließlich haben wir – bis aufs Finale - geile Spiele abgeliefert.“

Nummer eins ohne Chance

Bei den Damen waren die an Nummer eins gesetzten Hana Kovarova/Christine Weidl vom TSV Sonthofen im Halbfinale gescheitert. Die Fünften der vorjährigen Bayerischen Meisterschaft hatten keine Chance gegen Teufl/Zass (17:21, 12:21). Die Österreicherinnen spielten auch hier sehr präzise und mit viel Auge. Immer wieder fanden sie die freien Stellen im gegnerischen Feld.

Kovarova/Weidl hatten zuvor schon einen Umweg über die Trostrunde nehmen müssen, nachdem sie nach einem Freilos und einem 2:0-Erfolg im Viertelfinale gegen die Standhardingers den Kürzeren gezogen hatten. Mit einem 21:13, 21:15 gegen Juliane Flessa/Laura Grell beendeten die Favoritinnen danach den Traum des Duos aus Nürnberg und Erlangen, das damit Fünfter wurde. Das Duell um Platz drei brachte somit eine Neuauflage Kovarova/Weidl gegen Standhardinger/Standhardinger mit einem 2:0 für das Duo aus Sonthofen.

Hauser verletzt sich

Bei den Männern war das Finale eine Wiederholung des Viertelfinales vom Samstag. Bereits da hatten sich Schmidt/Wagner gegen Hauser/Schlegel (Herrsching/Lohhof) mit 2:0 (21:18, 21:19) durchgesetzt. Im ersten Satz des Endspiels zog sich Hauser, 42 Jahre alter Trainer des Bundesligisten TSV Herrsching, eine Verletzung am rechten Daumen zu. „Die kaputte Hand tut schon sehr weh“, sagte er bei der Siegerehrung und schob lachend nach: „Aber mit ihr habe ich ja besser gespielt als vorher.“  

Dritte wurden die im Halbfinale mit 30:32, 18:21 von Schmidt/Wagner besiegten Georg und Peter Wolf (Frankfurt/Rüsselsheim). Die Nummer eins der Setzliste bezwang Herrmann/Kaduk (MTV München) 2:0.   

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