Gomringer-Gedicht: Rehau statt Berlin

An der Außenwand des städtischen Museums am Marktplatz soll künftig großflächig das auf Spanisch verfasste Gedicht „avenidas“ zu sehen sein, wie Bürgermeister Michael Abraham (CSU) am Donnerstag mitteilte.

In der vergangenen Woche hatte der Akademische Senat der Alice Salomon Hochschule in Berlin beschlossen, das Gedicht übermalen zu lassen. International war die Entscheidung heftig kritisiert worden. Der Deutsche Kulturrat, Spitzenorganisation von 250 Bundeskulturverbänden, reagierte „erschüttert“.

Angehörige der Hochschule hatten moniert, „avenidas“ könne Frauen gegenüber als diskriminierend aufgefasst werden. Dabei geht es um den Satz: „Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer“. Damit würden Frauen, so die Kritiker, zum Objekt männlicher Bewunderung degradiert.

dpa

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Kommentare

Recht haben sie, die Berlin*erInnen - gegen diese Diskriminierung muss entschiedn vorgegangen werden. Wo kämen wir da hin, wenn nicht die anderen 60+X Geschlecht*erInnen gleichberechtigt genannt werden. Hier in der Provinz hat man*Innen das offenbar noch nicht verstanden! Deswegen fordere ich: Bei "mujeres" müssen auch alle anderen Gender*Ismen*Innen gleichberechtigt benannt werden. Dann ist das Gedicht zwar so lang, dass ganz Rehau damit zugpflastert ist, aber das muss uns die Geschlechtergerechtigkeit wert sein.
Vielleicht sind aber auch die Breiss*nInnen nur bescheuert.
Klasse Kommentar des(r) Schreiber*in.
Tja, leider ein echts Beispiel dafür, wie man wichtige & richtige gesellschaftliche Umdenkprozesse (u.a. Gleichberechtigung, Political Correctness, Tierrechte etc.) so gegen die Wand fahren kann, dass diese zu einer Posse mutieren....
Ich bin ja der Meinung, (mit) ein Grund für Trumps Erfolg sind solche und ähnliche Gendereien und politischen Dumm-, äh –, Korrektheiten.
Und das kostet!
Zum Beispiel – auch (aber nicht nur!) in Berlin – die Umbenennung von Studentenwerk in Studierendenwerk. Auch wenn die 2016 vom Berliner Senat so bezifferte Summe von 800.000 EUR sehr hoch gegriffen ist, kostet es doch, und es ist (nicht nur sprachlich) ein Schmarrn!
Warum macht man (!) diesen Schmarrn mit?