Glen Dimplex wertet Standort Kulmbach auf

Zu dem von Kulmbach verantworteten neuen Geschäftsbereich Glen Dimplex Thermal Solutions (GDTS) gehören auch die Standorte Sonneberg, Kalamazoo in den USA und Shenyang in China. Geschäftsführer bleibt Jochen Engelke, der nun 1100 Beschäftigten mit rund 240 Millionen Euro Umsatz vorsteht. 680 davon arbeiten in Kulmbach.

Schluss mit Personalabbau

Der Standort musste in den letzten Jahren einen Personalabbau und Umsatzverluste hinnehmen. Damit soll nun Schluss sein, wie Henrik Rutenbeck, Marketingchef und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung, im Gespräch mit unserer Zeitung mitteilt. „Wir wollen die Mitarbeiterzahl stabil halten.“ Für die kommenden Jahre ist durch die Ausweitung des Geschäftsgebiets auf drei Kontinente – bisher belieferte Kulmbach Deutschland und Europa – eine starke Umsatzsteigerung geplant. In fünf Jahren könnte sich der Umsatz verdoppeln, sagt Rutenbeck.

Glen Dimplex ist ein irischer Familienkonzern, der Wärmepumpen, Kühlsysteme, elektrische Speicheröfen und Küchenkleingeräte herstellt. Bis vor Kurzem wurden in Sonneberg auch noch Staubsauger produziert. Der Bereich wurde an einen türkischen Hersteller verkauft.

Heizen und kühlen

Bei den aktuell 110 Beschäftigten in Sonneberg soll es bleiben. Der Standort liefert Kunststoffteile an den übernehmenden Staubsaugerhersteller und Schaltkästen für Wärmepumpen und Kühlanlagen. 60 Prozent des Kulmbacher Geschäfts entfallen auf Wärmepumpen, 40 Prozent auf Kühlanlagen, die auch in der Medizintechnik, bei Lasermaschinen oder im Weltraumteleskop (Very Large Telescope) in Chile eingesetzt werden. Für die Bayreuther Firma Stäubli hat das Unternehmen 1700 Quadratmeter mit einer Industrieflächenheizung im Betonkern des Hallenbodens geliefert.

Das Geschäft werde sich künftig immer stärker in Richtung hybride Produkte verlagern, also solche, die heizen und kühlen können, sagt Rutenbeck. Systemlösungen sollen Heizen, Kühlen und Lüften intelligent verbinden. Der Exportanteil von aktuell 40 Prozent wird deutlich steigen, weil Kulmbach nun einen globalen Ansatz verfolgt und auf drei Kontinenten präsent ist.

Glen Dimplex, ein „Bauchladen“ mit 17 Töchtern, vielen Marken, vielen Produkten, hat sich mit nun drei Unternehmensbereichen eine übersichtlichere, effizientere Struktur gegeben. Der Konzern mit 10.000 Beschäftigten und zwei Milliarden Euro Umsatz sei zu 100 Prozent eigenkapitalfinanziert, habe keine Bankverpflichtungen, sagt Rutenbeck.

Wärmepumpen legen zu

Das Geschäft mit Wärmepumpen werde sich nach einigen schwierigen Jahren künftig gut entwickeln, glaubt er. Auch, weil die Geräte immer kleiner, leiser und ansehnlicher würden. Glen Dimplex biete die kleinste Wärmepumpe der Welt an, und die Geräte könnten architektonisch ans Haus angepasst werden. Fast 40 Prozent der Neubauten hätten eine Wärmepumpe, oft kombiniert mit Photovoltaik auf dem Dach. „Tendenz: stark steigend.“

Eine wichtige Größe im Geschäftsmodell von Glen Dimplex ist der Strompreis. „Das ist die größte Crux“, sagt Rutenbeck. Die Lösung: Eigener PV-Strom und Speicher im Keller.

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