Glaube an Recht und Gesetz verloren

„Ab September bin ich mittellos“, klagt der 58-jährige Maschinenbediener. Staatliche Unterstützung wie Arbeitslosengeld bekommt er ab Freitag nicht mehr. Um Hartz IV zu erhalten, müsste er sein Haus verkaufen und den Erlös – bis auf ein geringes Schonvermögen – aufbrauchen. Sein Auto hat er bereits veräußert. Der Kurier hatte über den Fall bereits im Juni 2016 berichtet, seitdem hat sich die Situation massiv verschärft.

Angst vor der Zukunft

Derzeit klagt Eckert vor dem Sozialgericht in Bayreuth gegen die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern für eine Erwerbsminderungsrente. Doch das Verfahren zieht sich hin, zermürbt ihn, verstärkt seine Zukunftsängste. Arbeitslos ist er wegen seiner starken Wirbelsäulenschäden seit Dezember 2014. Eckert hat nach zwei Operationen an der Wirbelsäule im April und Mai 2017 immer noch Schmerzen. Er soll sich nach dem Ratschlag der Ärzte nicht bücken und nicht seitwärts drehen. Und: Er ist zu 50 Prozent schwerbehindert, könnte also mit 60 Jahren in Rente gehen. Und: Die AOK in Pegnitz sagte ihm im Juni 2017 Leistungen des Pflegegrades 1 zu.

Gutachten widersprechen sich

Eckert ist unzweifelhaft schwer krank. Doch entscheidend für die Rente sind Gutachten, doch die widersprechen sich. Das Sozialgericht hatte im Februar 2017 in dem Rechtsstreit eine ärztliche Gutachterin beauftragt, den Gesundheitszustand zu beurteilen. Die Ärztin kam zum Ergebnis, er könne täglich sechs Stunden lang leichte bis mittelschwere Arbeiten verrichten. Ein weiterer Gutachter kam im Mai 2017 im Auftrag der Arbeitsagentur zum Ergebnis, er könne täglich weniger als drei Stunden arbeiten. „Dies bedeutet, dass ich auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr vermittelbar bin“, kommentiert der Betroffene. Der Gutachter verweist auf Aussagen des behandelnden Facharztes, wonach es ein bis eineinhalb Jahre dauere, bis die Versteifung der Wirbelsäule verwachse. Deshalb dürfe Eckert nicht Auto fahren.

Gefahr einer Querschnittslähmung

Nun wird es mit Einverständnis des Sozialgerichts ein drittes Gutachten geben. Das Ergebnis wird Ende Oktober vorliegen, bis dahin hängt Eckert weiter in der Luft. Ob er jemals wieder schmerzfrei sein wird, ist unklar. Dies könne erst in eineinhalb bis zwei Jahren gesagt werden, sagte ihm der behandelnde Facharzt. Und die Ärzte hätten gewarnt: Wenn die Versteifung der Wirbelsäule bricht, besteht die Gefahr einer Querschnittslähmung. Das bedeutet Rollstuhl. Eckert kann nicht verstehen, dass er – obwohl er bis zur Krankheit nie arbeitslos war – nun durch das System der sozialen Absicherung fällt. „Man glaubt, man ist abgesichert“, sagt er verzweifelt.

VdK: Kein Einzelfall

„Das ist einer der klassischen Fälle, in denen die Leute am Sozialsystem zweifeln“, erklärt Christian Hartmann, Kreisgeschäftsführer des Sozialverbandes VdK in Bayreuth. „Mit solchen Fällen habe ich jeden Tag zu tun.“ Hartmann spricht von Menschen, „die ausgesteuert sind“. Im Endeffekt habe jemand in einer solchen Situation nur zwei Möglichkeiten: Er ist so krank, dass er eine Rente bekommt, oder er geht wieder auf die Arbeit. Doch Eckert fällt durchs Raster. Die Zeit der Hilfe ist abgelaufen. Krankengeld wird maximal eineinhalb Jahre gezahlt, die sind längst ausgeschöpft. Das Arbeitslosengeld wurde durch die rot-grüne Regierung unter SPD-Kanzler Schröder von ursprünglich 32 auf 18 Monate ab dem 55. Lebensjahr und auf 24 Monate ab dem 58. Lebensjahr gekürzt. Hier ist für Eckert am 1. September Schluss.

Rentenversicherung: Keine Sparvorgaben

Die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern (DRV) in Bayreuth nimmt aus Gründen des Datenschutzes zu dem konkreten Fall keine Stellung. Aber Pressesprecherin Sandra Skrzypale äußert sich zur allgemeinen Problematik der Erwerbsminderungsrente. Durch die lange Dauer des Rechtsstreits vor dem Sozialgericht könnten Versicherte aus dem Sozialleistungsbezug herausfallen. Sie nennt es „nicht ungewöhnlich“, dass Gutachten zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen, doch dies werde im sozialgerichtlichen Verfahren zu klären sein. „Dies liegt auch am unterschiedlichen Blickwinkel der Gutachter“, erläutert Skrzypale. Ein Gutachter befinde über die Arbeitsfähigkeit, ein anderer über den Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Sparvorgaben gebe es nicht, „wir richten uns allein nach den gesetzlichen Vorgaben“. Das Budget spiele keine Rolle. Dem Vorwurf von Hans-Jürgen Eckert, er fühle sich von der Deutschen Rentenversicherung „hängengelassen“, widerspricht Skrzypale. Die DRV in Bayreuth sei bei der Rentenbearbeitung „eine der Schnellsten“ bundesweit. Auch die Widerspruchsverfahren würden „schnell und zügig bearbeitet“. Auf das Sozialgerichtsverfahren habe man allerdings keinen Einfluss mehr. Durchschnittlich 67 Prozent aller abgelehnten Anträge auf Erwerbsminderungsrente gingen ins sozialgerichtliche Verfahren. Die Vergleiche eingerechnet, bekomme die DRV Nordbayern in 90 Prozent der Fälle recht.

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Kommentare

Tipp für Herrn Eckert: Pass wegwerfen und Asyl rufen, dann sind die finanziellen Sorgen vorbei.
Unter aller Sau, so einen Bericht für Hetze gegen Asylbewerber zu nutzen.
Tipp für Gisela26: Sich nicht in die Probleme anderer einmischen, wenn man keine Ahnung hat. Herr Eckert wird wohl kaum in einer Flüchtlingsunterkunft wohnen wollen.
@Gisela26: Danke für diesen treffenden und guten Kommentar!
Ach was, das ist keine Hetze gegen die Migranten. Ich prangere das zwei Klassen System an, das Regierung und Behörden geschaffen haben. Unsere Neubürger, die noch nie auch nur einen Cent in die Solidargemeinschaft einbezahlt haben, werden selbstverständlich alimentiert bis zum Ende, egal ob krank oder gesund, arbeitswillig oder nicht. Wenn sie genug Namen erfinden auch mehrfach. Während bei denen, die schon länger hier sind, ganz genau hingeschaut wird. Und immer mehr, die wie Herr Eckert ihr Leben lang gearbeitet haben, fallen durchs soziale Netz. Diese Kritik geht gegen die aktuelle Politik.
Das mit den Neubürgern, die nie einen Cent in unser Sozialsystem gezahlt haben, hatten wir doch schon millionenfach vor 25 Jahren...
Immer schön einfach, die Schwachen gegeneinander auszuspielen. Ja, wir haben verschiedene Klassen, aber die Grenze verläuft nicht zwischen Deutschen und Asylbewerbern, sondern zwischen Arm und reich. Aber so lange die sozial und finanziell Schwachen sich gegeneinander aufhetzen lassen, wird sich daran auch nichts ändern.

Und eine Afd wird übrigens ganz sicher nicht dafür sorgen, dass die Sozialsysteme für mehr Gerechtigkeit sorgen.
Die AfD?
Wieso sollte die für irgendwas sorgen können?
Diesmal 7,8%, dann vier Jahre öffentliches Blamieren im Bundestag, danach wieder weg vom Fenster.
Gauland würde sagen: "entsorgt"!
Teile und herrsche - funktioniert immer noch! Übrigens noch ein Grund, warum wir dringend eine richtige Opposition brauchen. Die verkrusteten Strukturen, die Seilschaften, gehören mal etwas angekratzt.

Und bitte, erklären sie mir, wie es sein kann, dass ein kranker Mann, der sein Leben lang gearbeitet hat, von unserem Staat hängen gelassen wird, während jeder, der hier neu dazu kommt, selbstverständlich versorgt wird. Ist das gerecht?
@Gisela:
Da haben Sie uneingeschränkt Recht!
@Kernig: Sie wollten doch Ihr Abo hier beenden...
@hohehu: keine Argumente mehr? Oder warum die persönliche Schiene?
Tut mir leid. Die Aussage von Giesel26 ist sicher sehr pauschal, aber unrecht hat er im Prinzip nicht damit. Nur das wollen viele nicht hören bzw. lesen solange es ihnen selbst gut geht und sie nicht selbst betroffen sind!
Sorry... Gisela26 ;-)
Gisela26, es wäre mir neu, dass ein Flüchtling Rente aus der solidarischen gesetzlichen Rentenversicherung erhält, wie es Herr Eckert möchte. Die Kosten für das Existenzminimum wird für die Flüchtlinge aus Steuermitteln bezahlt, sonst würden nämlich Selbstständige und Beamte aus der Finanzierung dieser Kosten rausfallen. Auch Herrn Eckert stehen wenn der Bedarf festgestellt wurde Steuermittel in Form des sogenannten ALG II zur Verfügung. Ich würde Sie bitten Ihre Neiddebatte nicht auf Kosten von Flüchtlingen oder Kranken zu führen ... das ist einfach schäbig
Sie mögen es "schäbig" nennen... andere sprechen von der harten Realität in diesem Land!
@hohehu: ja Sie haben vollkommen recht, der große Neid in unserer Gesellschaft ist wohl wirklich harte Realität geworden.
ALG2 erhält er eben nicht, da muss er erst mal sein Haus verkaufen, das er vermutlich sein halbes Leben abbezahlt hat und den Erlös aufbrauchen. Dann landet er in der Hartz 4 Schikane mit sinnlosen Massnahmen und Sanktionen, wenn er unpassende Jobangebote ablehnt.

Migranten werden in der aktuellen Politik nicht einmal sanktioniert, wenn sie die Integration verweigern. Ausserdem wird seitens der Behörden so schlecht geprüft, dass mit verschiedenen Scheinidentitäten mehrfach Geld abgegriffen wurde und wird.

Das finde ich schäbig.
@Gisela26

Bringt nix. Es gibt Menschen die wollen die Realität einfach nicht sehn. Die harten Fakten und die zunehmenden negativen Folgen werden wir zunehmend und schleichend in den nächsten Jahren immer mehr zu spüren bekommen.
Es ist einfach nur beschämend das in einem der reichsten Länder der Weld immer mehr Menschen (eigener Nationalität) meißt unverschuldet in Bedrängnis geraten ( Alternsarmut, Kinderarmut, Fälle wie dieser und und und) und anders wo das Geld zum Fenster raus geschmissen wird!
Ich weiss. Wer von Idealismus verblendet ist, wird die Realität nicht wahrnehmen (wollen). Ich werde aber trotzdem weiterhin meine Meinung sagen und Missstände ansprechen. Missionieren muss und will ich ja niemanden.
Guten Morgen
Verbrechererisches Denken oder Abstand trägt der Mensch in sich und kann NICHT staatlich bestimmt werden.Dieses Verhalten ist komplett selbstbestimmt für jeden Menschen gleich welcher Nationalität.Was diesen Fall betrifft,Gutachten können Schicksal schreiben,ob diese große Verantwortung wirklich bei allen Gutachtern gut aufgehoben ist und Ihnen klar ist bezweifle ich.Du kannst einem gesunden Theoretiker kein Leiden durch Krankheit und die komplette Auflösung Deines bisherigen Seins erklären.Dass verstehen die meisten Menschen nur durch selbst ERLEBEN.
Auf eine endlich faire und anständige Behandlung dieses Mannes,eine ganz schlimme Situation,nicht nachvollziehbar und ganz bestimmt keine Seltenheit.Wer nichts mehr einbringt wird noch dazu ausgereizt und fallengelassen?
ausgegrenzt
Anstand,ich entschuldige mich für das abändernde Schreibprogramm
Ganz klar haben die Rechte von Geflüchteten auf der Grundlage einer UN-Konvention aus dem Jahr 1951 und einem Zusatzprotokoll von 1967 mit dem "Fall" Hans-Jürgen Eckert nicht das geringste zu tun.
Es ist für mich völlig unverständlich, dass mit keinem Wort darauf Bezug genommen wird, dass Herrn Eckerts Situation durch den Sozialabbau herbeigeführt wurde, der unter Kohl begann und von Gerhard Schröder auf die Spitze getrieben wurde. Vor der Zusammenlegung von Alg II und Sozialhilfe und vor der de facto Streichung der Berufsunfähigkeitsrente wäre ein Schicksal wie das von Herrn Eckert undenkbar gewesen. Warum werden nicht die wirklich Verantwortlichen benannt, sondern Behörden kritisiert, die wegen der von der Regierung Schröder hergestellten Rechtslage gar nicht anders handeln können? Übrigens hat Frau Kramme, unsere örtliche Vorkämpferin für die soziale Gerechtigkeit, all diesen gesetzlichen Änderungen zugestimmt, sie sogar seinerzeit auf öffentlichen Veranstaltungen der SPD mit großem Engagement befürwortet. Fleissig weiter die Partei wählen, die mit schöner Regelmäßigkeit in den 6 Wochen vor dem Wahltermin mit sozialen Phrasen hausieren geht und nach den Wahlen nur noch Pfründen sichert.
Weil den meisten dieses Wissen einfach fehlt,mir inklusive.Sie haben völlig Recht und Danke für Ihren sinnvollen Beitrag.So bringt Austausch und eine Diskussion auch etwas,nämlich Nachdenken und die wirklichen Zusammenhänge verstehen Als Bürger haben wir ja Jahrzehnte etwas von oft nur kurzfristig denkenden Führungskräften.
Da haben Sie völlig Recht, und das G'schmäckle bleibt. Schuld am Raubbau an unserem Sozialwesen ist, wie ich mehrfach betont habe, die aktuelle Politik.
Dieser Bericht zeigt wie unsozial unser Staat mit seinen eigenen Bürgern umgeht! Vor allem für Menschen die völlig unverschuldet ihren Job verloren haben ist es eine Schande für dieses Land, wenn jemanden nach 40Jahren Einzahlung in unsere Sozialsysteme alles was er sich erarbeitet hat genommen wird, um überhaupt überleben zu können. Auf der anderen Seite nehmen wir Menschen in unserem Land auf, die niemals in unsere Sozialsysteme einbezahlt haben und dies wohl auch vielfach nie tun werden, allerdings werden die, wenn notwendig bis zu ihrem Ableben auf Kosten der Allgemeinheit
auch ohne arbeiten gehen zu müssen mit allem notwendigen versorgt! WAHNSINN wie gerecht es in unserem Land zugeht!
Genau so ist es. Und wenn man vor dieser Ungerechtigkeit nicht die Augen verschliesst, sondern diese klar benennt, hat das mit Neid nichts zu tun. Ich stehe mitten im Erwerbsleben und zahle nicht zu knapp Sozialabgaben und Steuern, sehe diese aber nicht sinnvoll und gerecht verwendet.
Glaubt hier jemand ernsthaft, dass Herr Eckert nicht diese Probleme hätte, wenn kein einziger Flüchtling nach Deutschland gekommen wäre?
Es ist auch nicht allein die Bundesregierung mit Kanzlerien Merkel, oder die Bayerische Staatsregierung unter MP Seehofer verantwortlich. Das Problem ist leider über Jahrzehnte schleichend entstanden, dass unser Staat und seine Verwaltungen immer träger und uneffektiver wurden, sodass solche Einzelschicksale nicht menschenwürdig gelöst werden können.
Egal ob er es hätte oder nicht, alleine die Tatsache dass er es HAT zeigt doch, dass etwas schief läuft, oder nicht. Und der Vergleich mit den Migranten zeigt auf, dass es in diesem Land auch anders geht! Da gibt es keine Gutachten, keine langwierigen Prozesse, keine Sanktionen, keine aufwändigen Prüfungen.
@Gisela.
Rückfrage: Bei Migranten gibt es keine Gutachten, keine langwierigen Prozesse, keine Sanktionen, keine aufwändigen Prüfungen?
Gegenfragen: erfolgt deren Versorgung nicht ohne wenn und aber? Erhielten und erhalten nicht massenweise Neubürger mit "verlorenen" Pässen Unterstützung lediglich auf Grundlage ihrer mündlichen Angaben? Wäre das auch für Sie, oder mich, oder Herrn Eckert möglich? Ist es Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, dass einzelne Personen mehrfach Stütze kassiert haben, weil sie sich mehrere Namen ausgedacht haben? Gibt es Sanktionen, wenn keine Arbeit aufgenommen wird? Können Sie mir mögliche Szenarien benennen, bei denen ein Neubürger vor dem finanziellen Nichts stehen würde?
Wenn Sie ihren Pass wegschmeißen und keine Lust auf Arbeit haben, Verhungern Sie dann in unserem Land?
Das Problem bei Hr. Eckert ist sein Vermögen das er aufbrauchen soll - das sehe ich ebenso als ungerecht an. Hätte er keines - welche Benachteiligung gegenüber Migranten hätte er dann? Oder würde ein Migrant Leistungen erhalten, hätte er Vermögen?
DANN landet er in Hatz4 mit den beschriebenen Schikanen und Sanktionen. Gibt es Sanktionen auch für Neubürger?
Welcher "Neubürger" kann denn überhaupt einer Tätigkeit nachgehen und dementsprechend in die Alg2-Regelungen fallen, die bei geklärtem Aufenthaltsstatus sehr wohl zur Anwendung kommen? Ansonsten hängen die alle eben noch im AsylbLG fest.
Aber Sie müssen uns noch erklären, wie Hr. Eckert sein Haus retten soll indem er seinen Pass wegwirft und nach Asyl ruft, um den Kreis zu Ihrem Ausgangspost zu schließen...
Wenn hier schon Vergleiche angestellt werden... Warum ziehen Sie, Realist und so manch anderer hier, ausgerechnet Flüchtlinge als Vergleichsgröße heran?
Welche von Transferleistung abhängige Gruppe gäbe es denn sonst noch, die man als Vergleichsgrösse heranziehen könnte?

Ich finde, der Vergleich drängt sich auf. Wie die behandelt werden, die schon immer Bestandteil unseres sozialen Systems sind (und auch ihre Beiträge dazu geleistet haben) und die, die aus anderen Ländern neu dazu gekommen sind. Aus irgendeinem Grund geht die Subventionierung der zweiten Gruppe reibungsloser. Ich wünschte mir diese Achtung der Menschenwürde auch gegenüber denen, die schon länger hier sind.
Ich sehe nicht, dass die Subventionierung der zweiten Gruppe reibungsloser geht. Und was hat einer davon, dass es anderen besser, schlechter oder genauso gut geht? Warum kümmert man sich nicht darum, wie man diesen unträglichen Zustand verbessern kann? Warum vergleicht man den einen, der wenig hat, immer mit anderen, die wenig haben? Warum sagen Sie nicht: Diesem Mann geschieht schlimmes Unrecht und (nur ein Beispiel) den Banken werden zur Rettung aus einer selbst verschuldeten Krise Milliarden hinterher geworfen.
Hier werden Neid und Missgunst geschürt. Nichts anderes ist das. Und das hilft niemandem, außer denen, die es schreiben. Denn sie fühlen sich dann auf der Seite dessen, dem es schlecht geht. Aber das sind sie nicht. Denn dem Betroffenen hilft das Schüren von Sozialneid kein Stück weiter.
Der Vergleich drängt sich nicht auf.
Sie vergleichen die fehlende Vermögenssicherung im ALG2 mit Leistungen aus dem AsylbLG und ziehen dazu noch einen öffentlichkeitswirksamen Fall heran von einem Mitmenschen, dem letztendlich nur das fehlende Fazit eines begutachtenden Arztes das Genick gebrochen hat und nichts weiter.
ich denke es ist nicht möglich mit mehr pauschalisierenden Aussagen einen vergleich hier heran zu ziehen. Hier ist immer der Einzelfall entscheidend. Wie wollten Sie denn z.B. vermitteln, warum Person A, 58 sein Haus behalten darf und ALG2 bezieht, wenn Person B z.B. sich nie ein Haus leisten konnte aufgrund geringfügiger Beschäftigung? Dürfte dann der arbeitslose Banker mit 3 Mio. auf dem Konto die auch behalten (vielleicht will er sich ja auch noch ein Haus davon kaufen?) und ALG2 in voller Höhe beziehen? Möchten Sie z.B. für den Banker ihre Steuergelder aufwenden? Wer hier pauschal urteilt bedient sich nur dem populistischen Stammtischslang.
Hr. Eckert wünsche ich alles Gute und eine schnelle Entscheidung der Ärtzekommision hinsichtlich seiner Rentenansprüche. Nur darum wird es ihm gehen!
@MoritzKircher:

Ach ja? Wenn es nicht so ist, wie kann es dann sein, dass Mehrfachzahlungen an Scheinidentitäten getätigt werden? Haben Sie davon noch nicht gehört, oder wollen Sie es nicht sehen? Mit dem anderen Punkt haben Sie Recht. Eine Benachteiligung der eigenen Bedürftigen besteht natürlich nicht nur gegenüber der Gruppe der Asylanten, sondern auch gegenüber Banken, Konzernen, Geldadel.... mir ging es aber um die Verteilung von Transferleistungen.

@BBer:

Lesen Sie noch mal den Absatz unter "VdK: Kein Einzelfall" und überlegen, ob es wirklich nur um ein Einzelschicksal geht.
Bitte helfen Sie mir auf die Sprünge, wo ich in meinen Ausführungen von einem Einzelschicksal geredet habe...
"und ziehen dazu noch einen öffentlichkeitswirksamen Fall heran von einem Mitmenschen, dem letztendlich nur das fehlende Fazit eines begutachtenden Arztes das Genick gebrochen hat und nichts weiter"

Klingt das nicht nach einem Einzelfall, der einfach Pech hätte?

Auf meine konkreten Fragen möchte ja niemand eingehen. Ich bleibe dabei. Wenn unser Land wirklich so "unverschämt reich" ist, dass wir eine 7-stellige Zahl Bedürftiger aus fremden Ländern versorgen können, dann dürfte es solche Fälle wie Herrn Eckert einfach nicht geben!

Hier sehe ich eigentlich auch die Presse in der Pflicht, nicht nur über die Schicksale zu berichten, sondern auch den Verwantwortlichen in den Behörden und in der Politik immer wieder auf den Zahn zu fühlen.
Sie ziehen diesen Fall für Ihren Vergleich heran, das es zig ähnliche Fälle von nicht zugelassenen Frühverrentungen gibt, habe ich niemals bestritten! Das Problem ist hier aber, dass Ärzte über die Zukunft von Existenzen entscheiden. Mit der Migrationspolitik hat das einfach nichts zu tun.

Im übrigen würde mich ihre Meinung interessieren, wie sie es handhaben würden wenn es nicht um den 58-jährigen Rentner gehen würde, sondern z.B. um durchaus vermögende Menschen. Lässt man die dann auch "hängen", wenn sie ihr Vermögen erst aufbrauchen sollen bevor sie ALG2 beziehen dürfen? Der Antwort gehen Sie ebenso konsequent aus dem Weg!
Danach können Sie gerne aus den weiteren dutzenden sozialen Ungerechtigkeiten in unserem Land einen Vergleich mit dem Migrantenproblem ziehen. Nur bin ich dann raus, Diskussionen auf Stammtischniveau interessieren mich nicht sonderlich...
"Im übrigen würde mich ihre Meinung interessieren, wie sie es handhaben würden wenn es nicht um den 58-jährigen Rentner gehen würde, sondern z.B. um durchaus vermögende Menschen. Lässt man die dann auch "hängen", wenn sie ihr Vermögen erst aufbrauchen sollen bevor sie ALG2 beziehen dürfen?"

Das würde ich nicht pauschal bejahen. Es sollte ein angemessenes Schonvermögen geben, zu dem auf jeden Fall die selbstgenutzte Immobilie gehört. Was bringt es, jemandem sein Haus zu nehmen, das er vermutlich sein halbes Arbeitsleben abbezahlt hat, um ihm dann neben dem Alg2 noch die Miete für eine Wohnung zu bezahlen.

Und noch mal zu der These, das hätte ja alles mit der Migrationspoliik nichts zu tun. Doch! Es ist das selbe Geld, vom selben Steuer- und Beitragszahler. Wenn das so reichlich vorhanden ist, dann können wir doch die Versorgungslücken bei der eigenen Bevölkerung locker schliessen.
Die 2 Mio. Villa darf also auf jeden Fall bleiben, die hat man ja in seinem Arbeitsleben finanziert? Und dem, der kaum ein Einkommen hat soll Steuern für dessen ALG2 zahlen? Die alleinerziehende 30-jährige dagegen soll ihr Sparbuch auflösen? Ihr ersten beiden Aussagen widersprechen sich so fundamental, das mir jeder weitere Sinn einer Diskussion mit Ihnen abgeht...

Glauben Sie ernsthaft, Hr. Eckert hätte ohne jeglichen Migranten jetzt kein Problem? Auch nur einen Euro mehr? Vielleicht sind auch die Migranten an meinem Steuersatz schuld. Oder dass das Bier so teuer ist. Der Staat könnte ja ohne Migranten die Mehrwertsteuer senken...
"das mir jeder weitere Sinn einer Diskussion mit Ihnen abgeht..."

Des geht mir mit Ihnen fei genau so. Sie legen mir Worte in den Mund und verdrehen Aussagen, wie's Ihnen passt. Auf meine konkreten Einwände gehen Sie nicht ein.

Beispiel? "Glauben Sie ernsthaft, Hr. Eckert hätte ohne jeglichen Migranten jetzt kein Problem?"

Wo habe ich das jemals behauptet? Meine Argumentation ging immer in die Richtung, wenn genug Geld da ist, um Massen an Migranten zu finanzieren, warum kann man dann nicht solche eklatanten Lücken bei der Absicherung der eigenen Bevölkerung schliessen?

Darauf habe ich keine zufriedenstellende Antwort erhalten, ausser, das eine wäre hält Topf A und das andere Topf B. Das interessiert aber nicht.
Ihr allererster Post: "Pass wegwerfen und um Asyl bitten, dann sind die finanziellen Sorgen vorbei."

Aber richtig, sowas haben Sie ja nie behauptet.

Das eigentliche Problem von dem sich die Diskussion weit entfernt hat: Gutachter 1 sagt: arbeitsfähig. Gutachter 2 sagt: nein. Bislang unterstellen alle, dass dieser zweite Gutachter recht hat. Woher wissen wir das eigentlich so genau?
Jetzt wird ein Gericht - vermutlich mit Gutachter 3 - entscheiden, welcher Auffassung zu folgen ist. Bei allem verständlichen Ärger, bin ich froh, in einem Land zu leben, das dem Bürger diesen Rechtsweg - sogar kostenfrei - einräumt.
Es wäre Herrn Eckert und anderen Betroffenen zu wünschen, dass der Rechtsweg Erfolg bringt, auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht sehr hoch ist. Laut dem Artikel geht's ja in 90% der Fälle schief.
Es geht nicht in 90% der Fälle "schief", sondern 90% der Klagen werden abgewiesen. Und das ist dann - so unterstelle ich jetzt mal unseren Gerichten - auch korrekt, weil eben kein Anspruch besteht. Oder soll jeder Kläger automatisch Recht bekommen, nur weil er klagt?
Ich würde eher dann am Sozialsystem zweifeln, wenn die Gerichte allen Klagen statt geben müssten. In dem Fall liefe für mich wirklich was schief.