Glanzleistung von Anne Haug in Dubai

Den Stellenwert dieses Ergebnisses belegt am besten der direkte Vergleich mit der 70.3-Weltmeisterin von 2016: Holly Lawrence hatte nach einem Einbruch auf der zweiten Hälfte der Laufstrecke letztlich in 4:07:36 einen Rückstand von mehr als sieben Minuten auf Haug. Damit musste die Britin sogar noch ihrer Landsfrau Sarah Lewis den Vortritt lassen, die als Zweite in 4:05:19 aber auch schon fast fünf Minuten mehr benötigte als die Siegerin. Vierte wurde die Australierin Ellie Salthouse vor Agnieszka Jerzyk aus Polen.

Nur sechs Männer liefen noch schneller

Besonders imponierend war die Leistung von Anne Haug beim Laufen. Nach den 1,9 Kilometern Schwimmen (25:51 Minuten) und den 90 Kilometern auf dem Rad (2:18:10 Stunden) setzte die Bayreutherin mit ihren 1:14:11 Stunden für den abschließenden Halbmarathon über 21 Kilometer neue Maßstäbe. Diese Zeit wurde sogar im Feld der Männer von nicht mehr als sechs Läufern unterboten.

Die schnellste Zeit beim Schwimmen hatte in 23:54 Minuten ganz klar Holly Lawrence vorgelegt. Die britische Favoritin erarbeitete sich dadurch einen Vorsprung von fast zwei Minuten. Hinter Ellie Salthouse folgte Anne Haug aber schon auf Platz drei. Auf dem Rad konnte Lawrence dann nicht mehr so dominant auftreten. Ihr Vorsprung pendelte sich bei knapp über zwei Minuten auf ihre Landsfrau Kimberley Morrison ein. Anne Haug beendete das Radfahren als Fünfte mit einem Rückstand von dreieinhalb Minuten auf die Ex-Weltmeisterin.

Erwartungsgemäß verkürzte die Bayreutherin diesen Abstand beim Halbmarathon kontinuierlich. Morrison hatte sie schnell gestellt, und nach nur knapp zehn Kilometern war Haug auch an der leidenden Lawrence vorbeigezogen. An diesem Punkt war sie nur etwas mehr als zwei Minuten langsamer als der Sieger des Männerrennens, Alistair Brownlee. Nachdem sie damit die Führung übernommen hatte, ließ Haug auf der zweiten Hälfte der Laufstrecke nichts mehr anbrennen und blieb auch in der Folge eine Klasse für sich.

Olympiasieger Brownlee dominiert bei den Männern

Das Rennen der Männer entwickelte sich zur Ein-Mann-Show von Alistair Brownlee. Der zweimalige Olympiasieger aus Großbritannien ließ der Konkurrenz nicht den Hauch einer Chance und siegte in 3:35:30 Stunden mit über sechs Minuten Vorsprung vor den beiden Schweizern Sven Riederer (3:42:05) und Ruedi Wild (3:42:42). Der Freiburger Maurice Clavel wurde in 3:43:38 Vierter.

Brownlee lag nach dem Schwimmen noch knapp hinter einer neunköpfigen Spitzengruppe, gab dann auf dem Rad aber bald den Takt vor. Nach der Hälfte des flachen Wendepunktkurses hatte der Brite bereits einen Vorsprung von fast drei Minuten. Auf dem Rückweg kam eine weitere Minute hinzu, so dass der Olympiasieger in seiner zweiten Saison auf der Mitteldistanz mit einem beruhigenden Abstand zur Konkurrenz in die Laufschuhe wechseln konnte. Trotzdem ließ er nicht locker, sondern bewies mit der schnellsten Laufzeit von 1:09:36, dass er sich von seiner Hüftoperation in der Saison 2017 vollkommen erholt hat.

Frauen: 1. Anne Haug (Bayreuth) 4:00:25 Std.; 2. Sarah Lewis (Großbritannien) 4:05:19; 3. Holly Lawrence (Großbritannien) 4:07:36; 4. Ellie Salthouse (Australien) 4:11:11; 5. Agnieszka Jerzyk (Polen) 4:15:16.

Männer: 1. Alistair Brownlee (Großbritannien) 3:35:32 Std.; 2. Sven Riederer (Schweiz) 3:42:06; 3. Ruedi Wild (Schweiz) 3:42:44; 4. Maurice Clavel (Freiburg) 3:43:41; 5. Nick Kastelein (Australien) 3:44:19.

Chance auf Millionen-Prämie

6000 Dollar sehen die Preisgeldlisten für den weiblichen wie auch für den männlichen Sieger beim Ironman 70.3 in Dubai vor. Das ist nicht sehr viel im Vergleich zu der damit verbundenen Chance: Anne Haug kann nun nämlich die eine Million Dollar Preisgeld der „Triple Crown“ gewinnen, wenn ihr in diesem Jahr auch der Sieg bei der Weltmeisterschaft in Südafrika und beim Ironman 70.3 in Bahrain gelingt.

Nicht bewertet

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