Gesamtschüler verschönern Pausenhof

„Schreiben Sie bloß nichts von Kinderarbeit“, bittet Schulleiterin Christiana Scharfenberg scherzhaft. Tatsächlich erinnert der Hof vor der Gesamschule an diesem Mittwoch eher an eine Baustelle als an eine Schule: Mittel- und Realschüler von zwei achten Klassen schreinern, malern und ackern. „Unser Schulhof sah vor 40 Jahren schon so aus wie heute. Im Rahmen unseres Schulentwicklungskonzeptes wollen wir den Bereich jetzt attraktiver gestalten“, sagt Lehrerin Barbara Wirth. Zusammen mit ihrer Kollegin Natalia Mezger leitet sie die Arbeitsgemeinschaft Hofgestaltung der Gesamtschule.

Viele helfen mit

Hinter dem Projekt steckt viel mehr als ein paar Tage lang den Unterricht durch handwerkliche Arbeit zu ersetzen. Der Elternbeirat mischt mit, Firmen aus dem Einzugsgebiet der Schule unterstützen das Projekt mit Geld- und Sachspenden, die Stadt Hollfeld hat grünes Licht für Rodungsarbeiten gegeben, Schüler bringen von zuhause Werkzeuge mit, eine Mutter, die ausgebildete Schreierin ist, zeigt den Kindern den Umgang mit den Werkzeugen. Eine Menge Arbeit steht allen Helfern noch bevor: Eine Schülergruppe ist derzeit in Neuhaus im Sägewerk Bächmann aktiv - hier wird ein Baumhaus gebaut, das künftig als Outdoor-Klassenzimmer dienen soll. Die Bezeichnung Baumhaus ist eine Untertreibung: Es wird eine Plattform in der Höhe geben, die per Hängebrücke mit einem auf Stelzen stehenden Häuschen verbunden ist. Das ganze Ensemble wird von einer Terrasse mit Sitzmöglichkeiten umgeben sein und den Eingangsbereich der Gesamtschule optisch prägen.

"Besser als Unterricht"

Eine Gruppe Achtklässler um Simon Grzonka und Jonas Fischer gräbt Löcher für das Fundament des Baumhauses. Alles sind sich einig: „Wir haben sowas zwar noch nie gemacht., aber es ist besser als Unterricht. Man macht mal was Praktisches.“ Niklas Just ergänzt: „In der Früh’ bekommen wir die Pläne, dann besprechen wir in der Gruppe, was zu tun ist und verteilen die Aufgaben.“ Nach drei Tagen sagt Lehrerin Barbara Wirth: „Man merkt es den Kindern heute an, sie sind müde.“ Trotzdem berichten sie fröhlich, was sie bisher geleistet haben. Nächste Woche dürfen die Neuntklässler ran.

Sitzbänke und Zaunlatten

Eine weitere Gruppe hat unter Anleitung der Schreinerei Kolb aus Berndorf Sitzbänke aus Baumstämmen und Bohlen gebaut, jetzt möbeln die Schüler alte Bierzeltgarnituren mit Farbe auf. Das Abschleifen der Tische macht tatsächlich Muskelkater. Andere Schüler hantieren mit der Stichsäge: Rund 200 Bretter haben sie an einem Ende mit Buchstaben und Symbolen verziert, daraus wollen sie einen Schutzzaun ums Baumhaus bauen. Wieder andere Schüler werden in einer Ecke des Pausenhofes Spielpläne für Hüpfspiele und Mensch-ärgere-dich-nicht aufs Pflaster malen. Ziel alles Anstrengungen: Den Schulhof schöner gestalten.

Stefan Vogel vom Elternbeirat legt wert darauf, dass diese Verschönerungsarbeiten nichts mit der anstehenden Sanierung des Schulhauses zu tun hat: „Wir arbeiten langfristig an einem Schulentwicklungskonzept, dazu gehört auch ein attraktiver Pausenhof. Während der Sanierungsarbeiten wird alles, was wir zurzeit aufbauen, weiterhin zur Verfügung stehen.“

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Montag, 13. November 2017 - 11:06