Gemeinde kann Aufräumarbeiten rechtlich nicht verhindern

Eine Polizeistreife dreht ihre Runden, ein Wachmann steht vor dem Bauzaun, den ganzen Morgen kommen Schaulustige vorbei. Und die Beteiligten schleppen Akten mit sich: Heute früh um 10 Uhr rückten die ersten Lastwagen mit Kies an der Thermen-Ruine an. Und die Gemeinde hat nichts unternommen. Noch nicht.

Mit dem Kies soll ein Weg über die Wiese zum Gebäude planiert werden. Noch in dieser Woche fahren die Bagger drüber, die dann die Dachbalken abreißen werden. „Solange die drüber hängen, lass‘ ich meine Arbeiter nicht rein“, sagt Stephan Plannerer vom gleichnamigen Bau-Unternehmen. Denn es herrscht Einsturzgefahr.

Wasser darf in die Kläranlage eingeleitet werden

In der Zwischenzeit beschäftigen sich Anwälte und Behördenweiter mit dem Fall. Die Faxe schießen zwischen den Beteiligten hin und her. Das Landratsamt prüft, ob Plannerer die verkohlten und schadstoffbelasteten Teile des Gebäudes auch richtig entsorgen wird. Plannerer braucht noch eine Genehmigung, um mit seinem schweren Gerät zur Baustelle zu gelangen. Geklärt werden musste auch, ob das abgepumpte Wasser, wenn es nicht zu stark verschmutzt ist, in die Kläranlage der Gemeinde eingeleitet werden darf: Es darf.

Die Gemeinde hält still. Zweiter Bürgermeister Rudolf Elvers (69/FW) kann nichts unternehmen, „solange alles rechtens ist“. Auf der Baustelle war er nicht. „Keine Unhöflichkeit“, entschuldigt er sich – er hatte eine dienstliche Besprechung. Und er wartet auf eine Antwort des Landratsamtes Bayreuth: Die sollen klären, ob Plannerers Entsorgungskonzept in Ordnung geht. Plannerer selbst hatte sogar seinen Anwalt dabei: Peter Prokop (30): „Es geht heutzutage nicht mehr ohne.“

Neue Töne

Erster Bürgermeister José-Ricardo Castro Riemenschneider ist auf Dienstreise, kommt erst heute Abend. Ob er die Polizei rufen wird, wenn die Bagger anrollen um die verkohlten Balken abzureißen? „Nein, rechtlich hat er keine Möglichkeit“, sagt sein Vize. Es gehe um die Sicherheit der Arbeiter. Die habe höchste Priorität.Das sind neue Töne im Besitzrechts-Streit zwischen Gemeinde und Badbetreiter Heinz Steinhart. Denn damit würde die Gemeinde erstmals akzeptieren, dass Steinhart die Deckenbalken aus Sicherheitsgründen abreißen darf.

Foto: Lammel

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