Geldstrafe nach Beamtenbeleidigung

Während eines Telefonats im letzten Oktober betitelter er den Polizisten am Telefon als „Sch... Bulle“. Später rief dann seine Lebensgefährtin noch einmal bei der Polizei an. Als diese dann dem Angeklagten den Hörer reichen wollte, sagte er: „Warum sollte ich jetzt mit dem A......ch sprechen?” Zu seiner Verteidigung sagte der Mann, dass er zu der Zeit viele Probleme mit der Polizei hatte, der ehemalige Freund seiner jetzigen Lebensgefährtin schlug sie und bedrohte ihn.

Mutter ist gestorben

Außerdem starb seine Mutter, sein Sohn sollte ihm weggenommen werden und er fing wieder an zu trinken – was er aber wieder unter Kontrolle habe. In solch einem Moment rief die Polizei an.„Ich entschuldige mich dafür”, sagte der Angeklagte. Auch sein Rechtsanwalt Manfred Vetterl sprach von einer unglücklichen Situation. Der geschädigte Polizeibeamte sagte, dass er die Lebensgefährtin des Beschuldigten wegen einer Zeugenaussage zu einer anderen Sache angerufen hatte – dann wurde er vom 43-Jährigen beleidigt.

Geldstrafe von 700 Euro

Die Staatsanwältin forderte eine Geldstrafe von 700 Euro, denn der Angeklagte war geständig, aber er hat immerhin zwölf Vorstrafen, drei davon einschlägig. Der Angeklagte wurde wurde darauf hingewiesen, dass er wohl bald mit einer Freiheitsstrafe rechnen müsse, falls er so weitermacht. Rechtsanwalt Vetterl forderte eine geringere Geldstrafe. Seinem Mandanten wuchs damals alles über den Kopf, aber er hat gestanden.

Als letztes Wort sagte der Angeklagte unter Tränen, dass es ihm leid tut. „Ich bin eine Memme, ich lasse mich von Frauen schlagen, aber ich schlage nicht zurück.” Richter Torsten Meyer schloss sich der Staatsanwältin an und verurteilte den Mann zu einer Geldstrafe von 700 Euro.

Nicht bewertet

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Kommentare

Es gibt überhaupt keinen Straftatbestand mit Beamtenbeleidigung. Juristisch gibt es nur den Tatbestand nach § 186 StGB Beleidigung. Mich würde interessieren welches Gesetzbuch der "Nordbayerische Kurier" besitzt.
Es hat auch niemand behauptet, dass es den Straftatbestand gibt. Der Mann hat einen Beamten beleidigt. Da kann man umgangssprachlich - nicht juristisch - von Beamtenbeleidigung sprechen.
Danke Herr Kircher, erzählen sie den Bürgern weiterhin es gibt die Beamtenbeleidigung, wenn auch nur umgangssprachlich. Wieder wird fälschlicherweise ein Privileg durch ihre Berichterstattung übermittelt welche Beamte angeblich haben und sich somit von den sonstigen Beleidigten abgrenzen. So kann man auch über einen Berufsstand seine Meinung mitteilen.
An der Kritik ist durchaus was dran. Denn viele Menschen meinen, es mache einen Unterschied ob man nun einen Polizisten oder - sagen wir beispielsweise - einen Bäcker beleidigt. Da können wir durch genaue Sprache durchaus einen Beitrag zur Abhilfe leisten.
Herr Kircher, ich finde Ihre offene Reaktion bemerkenswert und vorbildlich. Etwas mehr derartige Selbstkritik täte manchem von uns hier gut.
Herr Kirchner, für diesen Beitrag ziehe ich meinen Hut vor Ihnen.
Entschuldigung, Herr Kircher und nicht Herr Kirchner