Gegen Parkplatz und Ladesäule

Parkplatz: Zur Verfügung für einen Parkplatz stehe zwar die gemeindeeigene Fläche vor dem ehemaligen Gasthof (die aber eher nicht in Frage komme) sowie die bei der Schreinerei Bär, erläuterte Bürgermeister Hans Freiberger. „Hier stehen jeden Tag Autos aus Bayreuth und der Oberpfalz, deren Fahrer Fahrgemeinschaften bilden“, sagte er. Das Gelände bei der Schreinerei müsste vom Freistaat erworben und eine wassergebundene Fläche durch Schotter geschaffen werden. Sinnvoll wäre ein Platz mit etwa zehn Parkbuchten.

Standort nicht im Ort

Ein Park & Ride-Parkplatz wäre eine freiwillige Leistung der Kommune, aber man müsse einen Platz bieten, an dem die Fahrzeuge sicher abgestellt werden können. Deutlich sprach sich der Bürgermeister gegen den Vorschlag von Christine Diersch und Klaus Gräbner aus, beim Feuerwehrhaus einen Park & Ride-Parkplatz auszuweisen. „In der Ortschaft geht so etwas nicht, ein Parkplatz muss an der Hauptverkehrsstraße liegen und gut zu sehen sein“, betonte er. Die Gemeinde müsse vorwärts gehen, sprach er sich für den Grundsatzbeschluss für einen entsprechenden Parkplatz aus.

Der Freistaat soll die Fläche nicht verkaufen, sondern zur Verfügung stellen, plädierte Helmut Pezolt. „Schließlich würde ein Parkplatz der Allgemeinheit zur Verfügung stehen“, so Pezolt. Stefan Ritter fragte, ob der Bedarf eines Park & Ride-Parkplatzes festgestellt wurde. „Stehen da mehr Fahrzeuge von Gemeindebürgern oder aus der benachbarten Oberpfalz?“ Grundsätzlich sehe er es aber nicht als Aufgabe der Gemeinde an, solch einen Parkplatz zu errichten. Unterstützung erhielt er von Klaus Gräbner, der einen Parkplatz nur für sinnvoll hält, wenn es regelmäßige Busverbindungen nach Engelmannsreuth gebe und eine verstärktere Nutzung denkbar sei. Außerdem müsse die Gemeinde viel Geld haben, um so einen Parkplatz ausweisen. Auch Alexander Leichtenstern sprach sich dafür aus, vor der Beschussfassung erst einmal den Bedarf zu ermitteln. Der Grundsatzbeschluss für die Ausweisung eines Park & Ride-Parkplatzes wurde schließlich mit 4:8 Stimmen abgelehnt.

Ladesäulen: Noch deutlicher fiel mit 2:10 Stimmen die Ablehnung aus, die Gemeinde im Rahmen des Elektromobilitätskonzeptes des Landkreises mit Ladesäulen auszustatten. Das Konzept sieht bis Ende 2018 für Prebitz eine öffentliche Ladesäule mit zwei Ladepunkten vor. Auf die Kommune kämen für die Anschaffung 2400 Euro, für die Installation 2500 Euro sowie jährliche Betriebskosten in Höhe von 480 Euro zu. Deutlich sprach sich Helmut Pezolt gegen die Ladesäulen aus, das Landratsamt lege der Gemeinde damit Daumenschrauben an. Auch Günther Raimund sprach sich dafür aus, ähnlich wie in Creußen, erst private Anbieter zu kontaktieren und schlug die Autowerkstatt Pfaffenberger in Engelmannsreuth und das Sachverständigenbüro Ritter in Prebitz vor. „Ich bin grundsätzlich für den Ausbau der Elektromobilität, aber nicht als Gemeinde“, stellte er klar. Die Ladesäulen seien freiwillig und man sollte sie sich nicht vom Landratsamt aufdiktieren lassen. „So nehmen wir Unternehmen auch ein Geschäft weg“, sagte Raimund.

Ladezeit muss sich erst lohnen

Stefan Ritter plädierte dafür, erst 2020 bis 2022 ins Elektromobilitätskonzept einzusteigen. Erst müsse aber sichergestellt sein, dass ein Aufenthalt für Ortsfremde in der Gemeinde länger als eine halbe Stunde dauert und sich so eine Säule und die Ladezeit lohnen. „Aber wir sollten als Gemeinde vorangehen“, sprach er sich für die Errichtung von Ladesäulen aus. So sah es auch Gerhard Hagen, der als eventuellen Standort das Gemeindezentrum in Bieberswöhr anregte. Jennifer Hempfling ergänzte diesen Vorschlag noch durch Standorte in Engelmannsreuth am Sportheim, Kindergarten oder Feuerwehrhaus. „Aber erst muss die notwendige Infrastruktur vorhanden sein“, so Hempfling.

Er habe erst gedacht, die Gemeinde müsse Ladesäulen haben, so der Bürgermeister. „Aber die Auto- und die Stromindustrie wollen da miteinander etwas machen“, sagte er. Da sei es nicht Aufgabe der Gemeinde, Säulen zu errichten. „Da werden die Kosten nur auf die Kommunen geschoben. Ich bin dagegen“, stellte Freiberger klar. So sah es auch Klaus Gräbner, das sei Aufgabe der Stromanbieter. Bei einer momentanen Ladezeit von rund vier Stunden sei ein Standort in der Gemeinde sinnlos.

Nicht bewertet

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