Gegen die SPD: Mehr Geld für den Kämmerer

Schon vor zwei Wochen hatte Bürgermeisterin Simone Kirschner (CSU) für ihre Pläne geworben. Die Mitarbeiter der Verwaltung würden helfen, Geld zu sparen. Und solche Bemühungen müsste man, um die Motivation zu erhalten, auch honorieren. Konkret bedeutet das: Die Personalkosten fallen in diesem Jahr um über 40.000 Euro geringer aus als noch im Vorjahr. Unter anderem deshalb, weil die Stelle des Verwaltungsleiters mit der des Bauamtsleiters zusammen gelegt werden soll. Und weil andere, darunter auch der Kämmerer Roland Dörfler, zusätzliche Aufgaben, beispielsweise in der Personalverwaltung, übernommen hätten. Es gelte also, eine neue Stelle zu schaffen, die entsprechend höher vergütet werde. Und Kirschner sagt: "Bei mir dürfen Mitarbeiter mitdenken. Sie werden von Amtsschimmeln zu Rennpferden. Lasst dieses neue Team sich doch erst einmal einarbeiten."

"Das kommt einer Rufschädigung nahe"

Das sehen die Gemeinderäte der SPD und der stellvertretende Bürgermeister Christian Bock (Freie Wähler) aber nicht so. Während Bock auf Nachfrage gar nicht weiß, warum er dagegen ist, sagt Altbürgermeister Hans Dötsch (SPD): Alle Tätigkeiten, die aufgeführt würden, um den Kämmerer in eine höhere Besoldungsgruppe einzugruppieren, stünden schon heute in seiner Tätigkeitsbeschreibung. Wenn Dörfler behaupte, die Kämmerei quasi nur noch nebenbei zu betreiben, dann müsse eher über eine Ab- statt über eine Aufstufung nachgedacht werden. Zu der vom Kämmerer im Kurier getätigten Behauptung, der Altbürgermeister habe sich schon zu Amtszeiten daran gestört, dass er oft seine Meinung geäußert hätte, sagt Dötsch: "Das kommt einer Rufschädigung nahe und rechtliche Schritte will ich nicht ausschließen."

Sieben Räte stimmen dagegen

Der Fraktionssprecher der SPD, Rainer Böhner, weiß angesichts der vollzählig erschienenen CSU-Fraktion schon vor der Abstimmung, dass er sie verlieren wird. Er sagt darum: "Wir sind der Meinung, dass man einen Haushalt nicht gegen den Willen eines großen Teils des Gremiums durchdrücken sollte. Das war bisher Gepflogenheit hier." Mit neun zu sieben Stimmen gilt der Haushalt und damit der Stellenplan kurze Zeit später dennoch als beschlossen. Eine Gehaltserhöhung bedeutet das für den Kämmerer aber noch nicht automatisch. Darüber muss der Gemeinderat noch einmal gesondert abstimmen.

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Kommentare

In welcher Besoldungsgruppe ist den der Kämmerer nun und wo soll er hin ?
Was bekommt er ?
Sicher fällt das unter den Datenschutz;
aber denn kann man die Veröffentlichung aus bleiben lassen, den der Leser weis ja nicht um was es eigentlich geht
Es wäre natürlich schön, wenn eine moderne, interaktive Zeitung derartige Leserfragen umgehend beantworten könnte...
Was tut das zur Sache? Ich finde nicht, dass das exakte Gehalt des Kämmerers hier ausgebreitet werden muss. Es genügt meiner Meinung nach, den Konflikt aufzuzeigen, des es gibt. Un den gibt es, ob es sich nun um hundert oder tausend Euro mehr geht. Die SPD hat ja deutlich gemacht, dass es ihr ums Prinzip geht und nicht um die Höhe der Erhöhung. Und noch etwas sehe ich anders als Sie: Die Veröffentlichung bleiben zu lassen ist keine Option. Weil wegen dieser Sache der Haushaltsplan der Gemeinde vor zwei Wochen abgelehnt wurde und diese Woche fast wieder abgelehnt worden wäre. Gruß, Thorsten Gütling.
Der Dötsch ist wieder mal putzig!
Rufschädigung!!
Das erledigt er schon ganz alleine u.a. mittels Schreibens von Leserbriefen.
Der 2. Bürgermeister weiß auf Nachfrage nicht, warum er dagegen ist....
Braucht der geneigte Wähler noch weitere Beweise von Klüngelei und Inkompetenz?
Da hat man wohl den Bock zum Gemeinderat gemacht.
Vielleicht sollten "Grossvater und Pfleger" einmal an den Gemeinderatsitzungen teilnehmen - dazu gibt es ja den öffentlichen Teil - um sich einmal ein ordentliches Bild zu machen wieso es zu solchen Entscheidungen kommt - auch Gemeinderats-Kollege Bock wusste sehr wohl warum er dagegen war und hatte - siehe Abstimmungsergebnis - guten Grund sich nicht zu äußern - es sollte ja eine Fraktionsaussage darstellen. Schönes Osterfest Norbert Eichler SPD-Gemeinderat
Sehr geehrter Herr Eichler,
es ist ja schön, dass Sie dem Gemeinderatsmitglied Bock zu Hilfe eilen - genauso ist es bezeichnend. Ist halt, wenn schon kein Fraktions- so doch offensichtlich ein Koalitionskollege.
Im Übrigen lässt die Schilderung des Herrn Gütling keinen Interpretationsspielraum:
"Währen Bock auf Nachfrage! gar nicht weiß, warum er dagegen ist,..."
Und das "Schweigegelübde" gilt offensichtlich für alle außer das Gemeinderatsmitglied Dötsch, der ja wirklich Sachen zum Besten gibt, die nicht in die Zeitung gehören.
Schönes Osterfest
Sehr geehrter Großvater,
klingt alles ein wenig einfach - wie wäre es, sich tatsächlich mit dem Gemeinderat während der öffentlichen Sitzung einmal zu "konfrontieren" .. oder - ich bin auch gern zu einem persönlichen Gespräch bereit .. "Auge in Auge"
Beste Grüße
Norbert Eichler
Sehr geehrter Herr Eichler,
ich verspüre keinerlei Lust, mich in die Politik Ihrer Gemeinde einzumischen.
Wenn ich aber sehe, dass ein ehemaliger Bürgermeister mit billigsten Mitteln gegen offensichtlich ihm unliebsame Mitarbeiter nachtritt, bekomme ich Würgreiz.
Rechtliche Schritte würde ich mir an Stelle des Kämmerers überlegen...
Im Übrigen leidet H. Dötsch offensichtlich an Verlust des Realitätssinns:
Laut ARD-Deutschlandtrend ist Martin Schulz bereits wieder hinter Angela Merkel und - Trommelwirbel - hinter Sigmar Gabriel zurückgefallen.
In seinem Leserbrief hatte das H. Dötsch in dieser Woche noch ganz anders gesehen.
Was den Fall des 2. Bürgermeisters betrifft:
Jeder blamiert sich, so gut er kann.
Und der Fraktionsvorsitzende Ihrer Partei ist meines Wissens Kämmerer beim Bezirk und in welcher Besoldungsgruppe?

Dötsch macht sich keinen guten Abgang.
Immer mehr Leute, auch ehemalige Wähler von ihm, können und wollen ihn nicht mehr sehen.
Schade, dass er es so weit kommen ließ.