Gartenschau: Wandeln mit Konzept

"Die Auenwege werden grün", sagt Alexander Bölk, Projektleiter des Berliner Landschaftsarchitekturbüros Hahn Hertling von Hantelmann. Zwei Kilometer lang. Und grün. "Ganz einfach, damit er nicht so auffällt in den Rasenflächen", sagt Bölk. Außerdem nehmen sich die Wege immer weiter zurück, je tiefer die Besucher von oben nach unten in die Aue kommen. "Es gibt eine gewisse Abstufung der Wege. Unten ist ein bescheideneres Wegesystem als oben", sagt Bölk. Das ist bewusst so gemacht, um die verschiedenen Ausstellungsbereiche klar zu definieren.

Der Auenbogen ist die Hauptachse

"Der Auenbogenweg, das ist klar die Hauptachse", sagt Bölk. "Die Promenaden zum Gucken. Die Verbindung zwischen den Kabinetten, die als Balkone zum Rausschauen in die Landschaft funktionieren." Der Auenbogenweg, der erhöhte Weg, der vom Eingang Süd an der Äußeren Badstraße bis zum Eingang Nord an der Eremitagestraße führt, ist im Vergleich zu den anderen Wegen dunkel. Ein rötliches Braun. "Er wird wie die anderen Wege als wassergebundene Decke gebaut", sagt Bernd Spindler, der technische Leiter des Landesgartenschau-Gesellschaft. "Feiner Splitt, der sich verfestigt mit der Zeit. Wie man das von Wegen anderer Parks kennt." 1075 Meter lang ist der Auenbogenweg, der von einem Betonband begleitet wird. Damit die Rollstuhlfahrer leichter rollen.

Mehrere Verbindungen in die Aue

Vom Auenbogenweg aus gibt es mehrere Verbindungen in die Aue. In Richtung der grünen Wege. In der Hauptsache sind diese Verbindungen hellgrau. Betongrau. Eine knapp 300 Meter lange Zickzack-Rampe führt hinunter zur Seebühne und zum Hammerstätter See. Die beiden anderen Verbindungen sind kerzengerade. Beide etwa 170 Meter lang. Und ebenfalls aus Beton gegossen. Zwei Wege, in die die Brücken über den Roten Main eingebunden sind. "Aus Beton sind auch die Eingangsbereiche an der Äußeren Badstraße, an der Eremitagestraße, an der Albrecht-Dürer-Straße", sagt Spindler. "Ein verbindendes Element. Dass man erkennt, dass man drin ist in der Gartenschau und später auch in dem Landschaftspark", sagt Bölk.

Hellgrau und Asphaltgrau

Helles Grau und Asphaltgrau sind die beiden letzten Farben im Wegekonzept der Gartenschau: Helles Grau dominiert die Kabinette. "Das sind etwa 6500 Quadratmeter Fläche insgesamt", sagt Spindler. Mit insgesamt etwa 1,7 Kilometern Länge fast so lang wie der grüne Auenweg ist der asphaltierte Radweg, der nach der Gartenschau wieder Teil des überregionalen Radwegekonzeptes sein wird. In diesen 1,7 Kilometern Radweg ist auch der barrierefreie Weg vom Spielplatz Schöne Aussicht bis zur Albrecht-Dürer-Straße und der Serpentinenweg vom Panoramakabinett an der Albrecht-Dürer-Straße hinunter in die Aue enthalten. "Alle Wege, die wir gebaut haben, sind barrierefrei angelegt. Der Auenbogenweg hat mit 3,5 Prozent die größte Steigung", sagt Bölk.       

Leichter Laufen ohne Knirschen

Alle Wege, die nicht aus Beton bestehen oder asphaltiert sind, haben eines gemeinsam: "Sie sind angelegt. Aber sie haben die Decken noch nicht drauf", sagt Spindler. "Damit die Fahrzeuge keine Schäden anrichten", sagt Bölk. "Wir gehen davon aus, dass wir alle Wege in diesem Jahr noch fertig bekommen." Damit man überall leichter läuft. Nach Konzept. Und ohne Knirschen.  

Nicht bewertet

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Kommentare

Es heißt jetzt "Wilhelminen-Aue"! Anscheined, um sich vom brandenburgischen "Wilhelminenaue", einem Einzelgehöft in der Gemeinde Großderschau bei Neuruppin nordwestlich von Berlin, zu unterscheiden.

Was ist aber, wenn der Ortsunkundige, der etwa vom Rathausparkplatz zur "Wilhelminen-Aue" will und vergisst, den Bindestrich einzugeben vom Navigationssystem oder von Google-Maps nach "Wilhelminenaue" gelotst wird?