Gartenschau: Verpasst Stadt eine Chance?

Die Stadt, sagt Schlags, investiert viel in die Landesgartenschau, die am 22. April beginnt. Geld und Organisationsleistung. Nutzt sie sie aber auch genug? Nein, sagt Schlags. Wer für einen Tag zur Landesgartenschau kommt, erfährt zu wenig über Bayreuth. Über die Kultur und den Sport, über die Wirtschaft und den Tourismus, über die Bildungseinrichtungen und die Bayreuther Lebensqualität. Deshalb stellt er im Stadtrat einen Dringlichkeitsantrag: Die Stadt soll schleunigst eine Standortpräsentation erarbeiten und die bei der Landesgartenschau zeigen. Jeden Tag.

Stadtbaureferent Hans-Dieter Striedl sieht die Sache anders: Die Stadt zeigt sich bei der Landesgartenschau. Die gesamte Dauer über gemeinsam mit dem Fichtelgebirge und der Fränkischen Schweiz im Mainauenhof. An drei Wochenenden, an denen die Bayreuth Marketing und Tourismus GmbH (BMTG) die Innenstadt und die Kultur präsentiert. In einem Pavillon, den die BMTG dauerhaft auf dem Gartenschaugelände als eine Art ausgelagerte Tourist-Information betreibt. Die Universität hat einen eigenen Ausstellungspavillon und steht jeden Donnerstag mit einer Veranstaltung auf dem Programm. Schulen, Vereine und Unternehmen sind dabei.

Angebot ist nicht koordiniert

Stimmt alles, sagt Schlags, löst aber das Problem nicht. "Es gibt keine Stelle, an der sich ein Tagesbesucher umfassend über Bayreuth informieren kann." Was, wenn er gerade nicht an einem Tag mit großem Bayreuth-Programm die Landesgartenschau besucht? "Wir haben ein großes Angebot", sagt Schlags. "Aber es ist nicht koordiniert. Wir brauchen eine permanente Darstellung der Stadt." Und da reicht ihm auch ein Tourismus-Pavillon der BMTG nicht. "Tourismus ist nicht alles."

Am Ende lehnt der Stadtrat den Dringlichkeitsantrag ab. Und folgt dem Beschlussvorschlag der Verwaltung. Darin heißt es: Eine zusätzliche Präsentation sei "angesichts der Zeit bis zur Eröffnung der Landesgartenschau und angesichts fehlender Mittel" nicht möglich.

Antrag abgelehnt

Über einen anderen Dringlichkeitsantrag stimmt der Stadtrat in seiner Sitzung am Mittwoch erst garnicht ab. Ernst-Rüdiger Kettel (BG) will Dampf machen. Nachdem sich die Bayreuther am vergangenen Wochenende für die Sanierung der Graserschule ausgesprochen haben, soll die Stadtverwaltung die Planungen dafür schnellstmöglich wieder aufnehmen und vielleicht noch in diesem Jahr mit ersten konkreten Schritten beginnen. Die Mehrheit im Stadtrat meint: Das rechtfertigt keinen Dringlichkeitsantrag. Das kann die Verwaltung auch ohne Dringlichkeitsantrag tun.

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