Gartenschau: Mord und Totschlag

Allerdings kam das Thema mit den Grundstücken eher unbewusst, wie Jacqueline Lochmüller sagt. Sie ist die Frau hinter den beiden Benita-Luengo-Krimis, aus denen eine Serie werden soll. Und mit denen Jacqueline Lochmüller eine Spur der Gewalt durchs doch recht beschauliche Bayreuth legt.

Schreiben ist schon immer ihre Leidenschaft

Jacqueline Lochmüller (51) ist in Bayreuth aufgewachsen, gar nicht weit weg vom fiktiven Tatort Gartenschau. Schule in St. Johannis, anschließend ging sie aufs  WWG, "allerdings ohne große Motivation. Ich wollte in den Beruf", sagt sie. Bürokauffrau lernt sie. Obwohl Schreiben schon immer ihre große Leidenschaft war. "Der erzählende Aufsatz, da war ich in der Schule schon voll bei der Sache. Obwohl mich auch die Kreativität des Fotografierens interessiert hat." Zehn Jahre ist sie in dem Job, dann heiratet sie, zieht nach Hof, bekommt zwei Töchter. Nach der Trennung von ihrem Mann fängt sie intensiv an zu schreiben, veröffentlicht erste Texte.

Es geht um schnellen Sex

"Mit True-Stories, die ich für verschiedene Verlage geschrieben habe, lief es richtig an", sagt Lochmüller. Unter Pseudonym schreibt sie "etliche erotische Bücher. Parallel dazu kam der erste Krimi, für den ich Bayreuth als Ort ausgesucht hatte. Einfach aus dem Grund, weil ich mich hier gut auskenne". Mit dem Buch landet sie 2014 beim Emons-Verlag in Köln. "Fränkische Verführung" heißt der erste Band, in dem Lochmüller ihre Kommissarin Benita Luengo zusammen mit ihrem Kollegen Julius ermitteln lässt. Luengo, eine Frau mit einer dunklen Seite. Was durchschimmert: "Die Kommissarin ist vom Vater missbraucht worden." Und: Sie ist süchtig nach schnellem Sex. Und lebt "immer in der Angst, dass das rauskommt. Aber je größer der Druck ist, desto mehr lässt sich auch rausholen, lässt sich die Figur entwickeln", sagt Lochmüller.

Stadträte, die in die Kasse greifen

Natürlich spielen auch die Ausflüge von Benito Luengo eine Rolle im Gartenschau-Krimi, der am 19. Mai erschienen ist. Der rote Faden jedoch ist ein Grundstück, das die Stadt haben will. Und um dessen Ankauf sich ein Stadtrat kümmern soll, der plötzlich verschwindet. Nachdem man festgestellt hatte, dass er die Sparkasse um einen Haufen Euros erleichtert hat. Wer Bayreuth kennt, wird viele Aha-Erlebnisse haben, wenn er den Krimi liest. Das Grundstück, das Lochmüller beschreibt, "ragt als Dreieck von der Oberen Röth ins Gelände hinein", sagt die Autorin. Wäre also nicht weit weg von dem Ort, an dem sich Lochmüller zum Gespräch mit unserer Zeitung niedergelassen hat. "Ich hatte es noch gar nicht geschafft, auf die Gartenschau zu gehen", sagt sie. "Ich habe immer noch die Bagger im Kopf, die zur Zeit, in der das Buch entstand, hier unterwegs waren." Das Gelände sei sehr schön geworden. "Schaut alles sehr friedlich aus. Kann man gut gebrauchen als Ausgleich zu Mord und Totschlag. Aber wenn ich schreibe, wenn die Fantasie arbeitet, dann kann ich nichts Friedliches gebrauchen", sagt Jacqueline Lochmüller.

Gedanklich arbeitet sie schon am nächsten Buch. "Schreiben ist ein hartes Geschäft. Man muss immer am Ball bleiben. Aber ich wollte nichts anderes mehr machen. Der Tag könnte bei mir ohnehin 48 Stunden haben. So viele Ideen habe ich im Kopf."    

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