Landesgartenschau: Gleich vier Ausstellungsbereiche über Oberfranken

Eine kleine, eigene Gartenschau auf der mit 45 Hektar Fläche größten bayerischen Landesgartenschau in Bayreuth. Vier Ausstellungsbereiche, die baulich unterschiedlich weit gewachsen sind, wie Ulrich Meyer zu Helligen, einer der beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau 2016 GmbH, sagt.

1. Das Landwirtschaftsministerium: Sie sind die schnellsten gewesen mit ihrem Pavillon. War auch vergleichsweise einfach. Der zog komplett von der Gartenschau in Deggendorf nach Bayreuth um. „Unser Thema ist essbare Pflanzen“, sagt Johannes Pitzer von der bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau aus Veitshöchheim. „Aber nicht nur Obst, Gemüse, Beeren, sondern auch Stauden, Wildobst, Kräuter.“ Deshalb gibt es viele bunte Hochbeete, in denen die Pflanzen wachsen werden. Das regionale Amt für Landwirtschaft, sagt Pitzer, wird ein besonderes Beet anpflanzen. „Damit wird gezeigt, welchen Flächenanteil welche Kultur in Oberfranken einnimmt. Weil gefühlt ja fast alles mit Mais zugepflanzt ist.“ Saisonal werde in den Beeten gepflanzt, sagt Babette Menz, die im kommenden Jahr den Landwirtschafts-Pavillon betreuen wird. „Wir haben vor, eine kleine Außenküche aufzustellen, damit die Gäste auch gleich probieren können, was man alles aus den Pflanzen machen kann.“

2. Der Obst- und Gartenbauverein: Hier wird geschraubt, werden große Holzelemente geschleppt. Bald ist der große Pavillon fertig. „Eine Maßanfertigung, die schon in Bamberg stand“, sagt Gudrun Brendel-Fischer, die Bezirksvorsitzende der Obst- und Gartenbauvereine. Kräftige Junge von der Landjugend bauen mit den Mitarbeitern der Schreinerei Kirschner seit zwei Wochen auf. Urban Gardening ist eines der Leitthemen des Pavillons. „Wir wollen die Leute anlocken, wollen ihnen zeigen, dass man sogar in kleinen Kisten Obst und Gemüse anbauen kann.“ Naturnah und umweltgerecht sei, was die Gartenbauer zeigen, sagt Brendel-Fischer. „Weg vom Zierrasen, den die Leute jeden Freitag mähen.“

3. Der Forst: Eigentlich jedoch hat der Forst die Nase vorn. Sein Ausstellungsbeitrag steht locker seit 80 Jahren. „Einen kleinen Pavillon bekommen wir schon auch“, sagt Gregor Schießl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (Fürth). „Aber das hier ist schon ein Glücksfall.“ Ein kleines Waldstück, dominiert von Ahorn. „Auf Gartenschauen findet man so etwas nicht oft“, sagt Schießl. „Und Wald lässt sich halt einfach im Wald leichter erklären.“ Einen Walderlebnis-Parcours wird es in dem Wäldchen geben, „ein umfangreiches Programm für Schulklassen“. Der Forst will aufmerksam machen auf die Waldregion Oberfranken mit der Fränkischen Schweiz, dem Fichtelgebirge, dem Frankenwald. Zeigen, was man aus Holz machen kann. Und wie schön gewachsener Wald Schatten und Ruhe spenden kann. „Eine der wenigen Möglichkeiten auf dem Gelände“, sagt Schießl.

4. Der Regionalpavillon: Katharina Funk hat einen Plan. Und ein Fundament. Eines, auf dem sie steht, auf dem bis zum Baustellenfest am 20. September wohl zumindest ein Rohbau steht. Der Rohbau eines kleinen, hölzernen fränkischen Dreiseithofs. „Der wird sich deutlich von den anderen Pavillons abheben“, sagt Katharina Funk, die verantwortlich ist für das Programm auf der Präsentationsfläche von Stadt und Landkreis Bayreuth, den 15 Partnerkommunen, die 25 Gartenschau-Wochen lang Programm machen. Die anderen Pavillons sind modern. Hölzerne Kuben. Der Regionalpavillon wird mit altem Holz verschalt. Bunte Fensterläden am Stadl. „Modern und traditionell gleichzeitig“, sagt Katharina Funk. „Wir sind eine Region, in der man was erleben kann. Das wollen wir den Besuchern zeigen. Damit sie wiederkommen.“

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