Gartenschau: Endspurt und Details

Es sind die Kleinigkeiten, die aus den 45 Hektar Fläche der größten bayerischen Landesgartenschau aller Zeiten in ihr Auge stechen. "Wer sich ein bisschen mit dem Garten und der Natur auskennt, der versteht das", sagt Dagmar Voß. Der versteht, dass Rasen nach den vergangenen kalten Wochen doch noch nicht wie erwartet aufgegangen ist. Der kommt noch. Wenn es wärmer wird. "Eine Woche länger hätten wir gebraucht", sagt Voß und lächelt. "Aber das ist ja immer so. Vor jeder Gartenschau bräuchte man eigentlich noch die paar Tage länger am Schluss." Um dann doch noch an der einen oder anderen Stelle nacharbeiten zu müssen.

Eine Punktlandung

An sich jedoch haben sie eine Punktlandung hinbekommen in der Wilhelminen-Aue. Ein Rennen, das seit 2009 gegen die rückwärts laufende Uhr gefahren wurde. Mit Vollgas. "Ab 2009 wurde geplant. Eine lange Phase. Es gab auch viel zu klären im Vorfeld", blättert Ulrich Meyer zu Helligen im Buch der Gartenschau-Geschichte zurück. Seit Herbst 2013 wird nach den Plänen der Landschaftsarchitekten Hahn Hertling von Hantelmann (Berlin) gebaut. "Erst der Radweg, dafür hatten wir im Herbst 2013 den Spatenstich. Mit den eigentlichen Erdarbeiten haben wir 2014 im Januar angefangen", sagt Meyer zu Helligen. "Zwei Jahre Bauzeit ist kurz, aber nicht ungewöhnlich", sagt Voß. Allerdings war "das bei dem großen Gelände eine Herausforderung. Eine intensive Geschichte war allein das Anlegen des Höhenwegs", sagt Meyer zu Helligen. "Der Boden ist sehr lehmig. Das macht es nicht einfach." 

Kleinigkeiten bis zur letzten Sekunde

Abgesehen von den Kleinigkeiten, an denen bis zur letzten Sekunde gearbeitet wird: "Man spürt schon die Erleichterung, dass es jetzt endlich losgeht", sagt Voß. Rund 300 Menschen, "davon allein bestimmt 50 in der Gastro und 20 oder auch mehr in den Kassenbereichen", wie Voß sagt,  werden in den kommenden sechs Monaten bis zum 9. Oktober auf dem Gelände arbeiten. Einem Gelände, das die beiden Geschäftsführer aus vielerlei Gründen "einzigartig" nennen. "Es ist besonders, dass wir hier einen so großen Landschaftspark haben. Eine Kombination aus extensiven Flächen mit intensiver Parknutzung. Dass wir diesen Spagat hinbekommen haben, freut mich sehr", sagt Voß. "Langfristig wird das ein wunderschöner Park für die Bayreuther." Vom Kulturkabinett oberhalb der Seebühne schaut Dagmar Voß übers Gelände. "Was sich da für schöne Blicke auftun." Sobald man den Auenbogenweg hochgelaufen ist, habe man "einen Überblick übers ganze Gelände, hat das Gefühl, man hat das alles im Griff", sagt Meyer zu Helligen. "Das ist in der Form einzigartig", sagt Voß. Die meisten anderen Gartenschau-Gelände habe man nicht auf einmal erfassen können. Auch die weiten Wiesen in der Aue, die nicht zuletzt dem Hochwasserschutz dienen sollen: "Tut dem Auge gut, wenn man den Blick mal schweifen lassen kann", sagt Voß. Und dann schon wieder etwas Neues entdeckt. Weil ja überall auf den 45 Hektar Aktion ist.

Großes Interesse - auch an Dauerkarten

Das Interesse an der Gartenschau ist in den vergangenen Tagen noch einmal sprunghaft angestiegen. Messbar an den Kartenverkäufen: "Inzwischen haben wir 12.000 Dauerkarten verkauft. Das war ein richtiger Andrang. Innerhalb einer Woche knapp 3000 Dauerkarten. Vorher ist es ein bisschen zäh gelaufen", sagt Voß. "Das ist die Vorfreude", vermutet Meyer zu Helligen. Und die Spannung, was die Besucher erwartet. In ungefähr 48 Stunden. Wenn am Freitag um 9 Uhr die Tore aufgehen. Am Eröffnungswochenende hängt übrigens nicht alles, wie Voß und Meyer zu Helligen sagen. "Die Wochenenden im Mai sind meistens deutlich stärker als die am Anfang."

Gartenschau in Zahlen

10,5 Millionen Euro: So viel hat der Bau gekostet. Zuschüsse kamen vom Freistaat und von der EU in Höhe von rund 5,6 Millionen Euro.

9,2 Millionen Euro: Das kostet die Durchführung in den kommenden sechs Monaten.

1,5 Millionen Euro: Das hat die Renaturierung des Roten Mains gekostet. Eine Begleitmaßnahme, geplant vom Wasserwirtschaftsamt in Hof.

171 Tage: So lange dauert die Gartenschau.

3818 Veranstaltungen: Das sind die  Veranstaltungen, die feststehen. Es werden aber noch mehr.

100 Euro: So viel kostet die Dauerkarte ab dem 22. April, dem Eröffnungstag. Am Mittwoch und Donnerstag ist sie noch für 90 Euro zu haben.

16 Euro: Das kostet die nicht ermäßigte Tageskarte für Erwachsene.

45 Hektar: So groß ist das Gelände.

Zwei Hektar: So groß ist der Hammerstätter See.

750.000: Das ist die Zahl der Besucher, die zwischen 22. April und 9. Oktober erwartet werden. "Werden es ein bisschen mehr, könnten wir eine schwarze Null schaffen", sagt Dagmar Voß.

300: So viele Menschen werden in etwa insgesamt auf dem ganzen Gelände arbeiten.

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Hoffentlich verfährt sich keiner, der Google-Maps oder ein Navigationssystem benutzt:
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