Galaabend: Männerballett als Minions

Ihrem Prinzen Gerhard II. verbot Katja, den Fernseher einzuschalten, weil die Faschingsabteilung des SV Glückauf ein buntes Programm für einen kurzweiligen Abend vorbereitet hatte. So gab es nicht nur einen, sondern mehrere Stargäste, die auf der Bühne in der Christian-Sammet-Halle zu sehen waren. Unter anderem der US-Präsident Donald Trump (Arne Marx) und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un (Julian Schauer). Der Amerikaner berichtete von der Anreise: Bei Neudorf hatte sein Fahrer ein Schwein überfahren und beichtete dem betroffenen Bauern: „Ich bin der Fahrer von Donald Trump; das Schwein ist tot“.

Gespielte Dummheit der Kandidatin

Der Kinderprinz vom vergangenen Jahr, Sidney Schoberth, hat sich auch dieses Mal wieder in den Fasching eingebracht und mit Amanda Scholz zwei Sketche präsentiert, unter anderem eine Quizshow, welche dem Publikum wegen der gut gespielten Dummheit der Kandidatin einheizte. Doch den ersten großen Applaus des Abends haben die Glücksbärchis im Regenbogenland erhalten: Mit ihren süßen Kostümen zeigten die kleinsten Tänzer, was sie von ihren Trainerinnen gelernt haben und sprangen vergnügt und doch konzentriert über die Bühne. Die Zuschauer waren von den knuffigen Kleinen so begeistert, dass sie die erste Zugabe des Abends erklatschten. Doch auch die anderen Tanzgruppen und -mariechen zeigten mit ihren Gardetänzen ihr sportlich-tänzerisches Können — immer mit einem strahlendem Lächeln auf den Lippen.

Sketche mit Lokalbezug

Bei den Sketchen sorgten vor allem die mit Lokalbezug für Lacher: Manni Thümmler (Erich Hagen) hat Angie Merkel (Silvia Welzel) vom Pegnitzer Bahnhof abgeholt, weil sie sich nach einem Alterssitz umsehen wollte. Auf die Frage, wie das Älterwerden in der Stadt sei, beklagte ein zufällig vorbeikommender Rentner (Alexander Nierhoff), dass er sich in den unübersichtlichen Kreisverkehren immer mit seinem Rollator verfahre.

Probebesuch im Altersheim

Außerdem erklärte „Manni-Tu“, dass er sich zum Sterben zum ASV legen wolle: „Die haben ihre Hoffnungen begraben“, sagte er in Anspielung auf die fußballerischen Leistungen und sorgte für großes Gelächter im Saal. Ein paar Nummern später zeigten sich Merkel und Thümmler ein weiteres Mal: Beim Probebesuch im Altersheim. Doch weil dort das Geld fehlt, ist der Ablauf diszipliniert. Als Beispiel wurde die morgendliche Hygiene gezeigt.

Beitrag funktionierte ohne Worte

Bei jedem Pfiff aus der Trillerpfeife der Pflegerin (Paula Schauer) wussten sie Bewohner (darunter Lisa Keller, Thomas Knauber und Walter Fichtner), was zu tun ist: Hose runter, hinsetzen, Geschäft erledigen, Zähne putzen lassen, ausspülen, abwischen. Der komische Beitrag funktionierte ohne Worte; nur mit den Gesichtsausdrücken der Darsteller, die zum schreien waren. Letztendlich entschied sich Angie — wen überrascht es? — gegen einen Alterssitz bei Manni in Pegnitz.

Lustige Wetten im Stil von „Wetten, dass"

Für einen weiteren Höhepunkt sorgte der echte, amtierende Bürgermeister Uwe Raab mit seinen (SPD-) Stadträten („Es sind zwar immer die selben Gesichter, aber schön, dass ihr mitmacht“, kommentierte Faschingspräsidentin Andrea Porsch den Auftritt): In zwei Teams versuchten sie, lustige Wetten im Stil von „Wetten, dass" zu erfüllen und heizten den Zuschauern gehörig ein. Denn zu ihren Aufgaben zählte unter anderem, das Publikum zum klatschen und pfeifen zu bringen, was die närrischen Stadträte mit Stimmungsmusik und einer Gitarre, gespielt von Uwe Raab, erreichten.

5174 Euro für den Kinderhort

Nach der Aufführung hatte dieser noch eine Überraschung für Andrea Porsch: Er hat es geschafft, die Aufgabe, die sie ihm beim Rathaussturm gestellt hatte, zu meistern: Mehr als 160 Spender und damit knapp dreimal so viele wie verlangt (wir berichteten), haben insgesamt 5174 Euro für den Kinderhort gespendet.

Ordentausch und Grußworte

Nach einem kurzen Durchhänger mit Ordentausch und Grußworten steuerte der Galaabend auf sein erwartet gutes Ende zu: Immerhin fehlten im TV-Programm noch ein Baustellen-Report, Fußball, Kinderstunde und ein Bericht über die Entwicklung vom Schwarz-Weiß- zum Farbfernsehen. Doch eins nach dem anderen: Aus dem Schlagerhit „Traum von Amsterdam“ dichteten die Nachtschwärmer um Heiner Nega den „Traum vom Grandhotel“ und betrauerten den Abriss des Posthotels („du warst der Farbklecks unserer kleinen Stadt“) und dass daraus nun ein Pflegeheim werden soll.

Melodien aus Filmen

Außerdem zeigten sie sich verwundert darüber, dass der Sitzungssaal im Alten Rathaus, das derzeit saniert wird, keine großen Fenster erhält. So sei es schwer, dass die Erleuchtung des Stadtrates eintrete. Zu Fußballhits wirbelten dann die Tänzerinnen des Damenballetts über die Bühne und animierten die Zuschauer zum eifrigen Mitklatschen, bevor sie Platz machten für das Männerballett, das sich dieses Mal als Minions verkleidet hatte.

Zu Melodien aus Filmen tanzten sie quietschvergnügt und lebten ihre Liebe für (aufblasbare) „Bananas“ mit lustigen Sprüngen und gekonnten Figuren aus. Für einen farbenfrohen Abschluss sorgte die Prinzengarde: Mit ihrem Schautanz zeigten sie die Entwicklung des Fernsehens: Zuerst mit schwarzer Kleidung und dann mit schillernd bunten Roben. Unverändert blieb lediglich ihr akrobatischer Hochleistungs-Tanzstil, der die Zuschauer mitnahm und den ein oder anderen am Ende zur Polonaise durch die Halle animierte.

Info: Siehe dazu auch unsere Bildergalerie

Roseggerstraße 22, 91257 PegnitzRoseggerstraße 22, 91257 Pegnitz

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