Für Kinder: Sport auf Gutschein

Er ermöglicht ihnen die kostenlose Mitgliedschaft im SC Altenplos oder im Sportverein Heinersreuth für ein Jahr.

Auslöser für den Antrag war eine Aussage von Johannes Taubmann, dem ehemaligen Schuldirektor in Heinersreuth: „Ein Drittel unserer Kinder kann bei Bundesjugendspielen keine Kurve laufen.“ Fraktionsvorsitzender Werner Kauper hält dagegen: „Mindestens eine Stunde pro Tag sollten Kinder sich so bewegen, dass sie ins Schwitzen kommen, am besten in den Vereinen mit anderen Kindern zusammen.“ Mit dem Gutschein in der Hand könnten die verschiedensten Sportarten ausprobiert werden, wie Fußball, Tennis, Tischtennis, Gymnastik, Turnen oder Kegeln. Kauper verweist auf eine ähnliche Aktion in der Stadt Bayreuth, die bereits umgesetzt wurde.

Spendenpool eröffnet

Während Ewald Berneth, FWG, und Elisabeth Linhardt, SPD, die Mitgliederwerbung zwar in erster Linie bei den Vereinen selbst sehen, will Hans Dötsch, SPD, bei dem Thema vor allem die Eltern nicht aus der Pflicht nehmen. „Wir unterstützen bereits jede Menge öffentliche Einrichtungen, und den Sport in Schulen und Kindergärten.“ Dritter Bürgermeister Jürgen Weigel, SPD, findet die Idee gut: „Fangen wir mit dem Spendenpool doch hier bei uns an,“ schlägt er vor und verspricht, die ersten drei Kindergutscheine zu übernehmen. Isabel Fischer, CSU, schließt sich dem sofort an.

Der Anfang ist gemacht. In Altenplos kosten Kinder beim SCA 24 Euro, beim SV Heinersreuth sind es 30 Euro.    

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Kommentare

Eine für alle Gemeinden absolut nachahmenswerte Aktion:

Zitat des Heinersreuther CSU-Fraktionsvorsitzenden Werner Kauper:
„Mindestens eine Stunde pro Tag sollten Kinder sich so bewegen, dass sie ins Schwitzen kommen, am besten in den Vereinen mit anderen Kindern zusammen.“ Mit dem Gutschein in der Hand könnten die verschiedensten Sportarten ausprobiert werden, wie Fußball, Tennis, Tischtennis, Gymnastik, Turnen oder Kegeln. Kauper verweist auf eine ähnliche Aktion in der Stadt Bayreuth, die bereits umgesetzt wurde.

Stimmt: Das Projekt gibt es seit zwei Jahren in der Stadt Bayreuth. Und: Die Aktion läuft sehr gut. Wenngleich der Vorschlag von OB Merk-Erbe erst einmal auf Widerstand stieß (Was nach Kinderfreundlichkeit klingt und von der OB kommt, scheint in Teilen des Stadtrates einen Abwehrreflex auszulösen):

http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/bayreuth-stadtrat-stoppt-sportprojekt-fuer-kinder_336671

Das Projekt konnte dann aber aufgrund einer spontanen Aktion von Stephan Maisel doch noch gestartet werden:

BAYREUTH. Sport im Elementarbereich – ein sperriger Name für ein Projekt, mit dem die Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe in den Haushaltsberatungen Schiffbruch erlitt. Zu unrecht, findet Stephan Maisel. Er – selbst Sportler und Vater von zwei sportbegeisterten Kindern – ist verärgert: „Für jeden Mist hat der Stadtrat Geld übrig. Für diese gute Sache nicht.“ Spontan hat er 5000 Euro zur Verfügung gestellt, für weitere 5000 Euro hat er eine Zusage, den Rest will er noch auftreiben. Damit Kinder früh Sport treiben können.

http://www.nordbayerischer-kurier.de/nachrichten/stadtrat-gehoert-der-kopf-gewaschen_337052


Dazu ein Kommentar von Frank Schmälzle:
Kommentar zum gestoppten Sport-Projekt für Kinder: Böses Foul

Bayreuth. Das war ein Grätsche an der ganz falschen Stelle. Eine knappe Mehrheit im Stadtrat hat das Projekt der Oberbürgermeisterin, Kinder für Sport im Verein zu gewinnen, gekippt. Der Eindruck drängt sich auf: Weil die Falsche die Idee hatte, wird sie abgelehnt. Was nach Kinderfreundlichkeit klingt und von der OB kommt, scheint in Teilen des Stadtrates einen Abwehrreflex auszulösen.

Die Initiative hätte eine Chance verdient gehabt. Kein Kind und keine Familie wäre verpflichtet gewesen, den Gutschein für eine Vereinsmitgliedschaft einzulösen. Es wäre einfach nur ein Angebot gewesen. Keiner hatte den Anspruch formuliert, das Problem, dass Kinder mit ausländischen Wurzeln und aus schwierigen sozialen Verhältnissen weniger in Sportvereinen anzutreffen sind, mit dieser Aktion zu lösen. Und wenn auch nur ein paar Kinder Spaß an der Bewegung finden und lernen, sich in einen Gruppe zu integrieren, wäre schon was gewonnen gewesen.

Gewonnen haben jetzt die Nörgler und Skeptiker - übrigens genau die, die stets für sich beanspruchen, jede gute Idee zu unterstützen. Egal, wer sie hat. Einen Gefallen haben sie damit niemandem getan.
Sehe ich etwas anders:

1. "Was nichts kostet ist nichts wert". Die Vereine tun sich damit absolut keinen Gefallen, nachdem sie es durch die Bank versäumt haben, die Vereinsbeiträge regelmäßig anzupassen. Zum einen wird die Wertigkeit der Vereinsleistung durch die Übernahme gemindert, zum anderen ist die Gemeinde als Rechnungsempfänger später auch ein "Angstfaktor", wenn doch mal Beitragserhöhungen angegangen werden sollen.

2. Mit vier Jahren können die Kinder nicht viel mit Fußball, Tennis oder Tischtennis (können ja kaum über die Platte sehen) anfangen. Hier braucht es ein spezielles altersangemessenes Programm und ausgebildete Übungsleiter, die nicht auf Bäumen wachsen und die das dann nur selten umsonst machen. Bei einem Jahresbeitrag von 24 EUR ist eine Entlohnung aber utopisch.

Was also aus meiner Sicht sinnvoll wäre, ist ein Zuschuss eines höheren Mitgliedsbeitrages oder die langfristige Finanzierung eines FSJ'ler, mit dem der Verein dann ein strukturiertes und kindgerechtes Angebot aufbauen kann und die Kinder an den Verein bindet. Wichtig ist auch, dass die Eltern ihren Teil beitragen, der dann ja bei finanziell schwachen Familien sowieso über die Teilhabe gedeckt ist.