Fünf mal mehr Waffenscheine

Ehrenamt

Seit einem Jahr gibt es die Ehrenamtskarte im Landkreis Bayreuth. Jetzt wurde sie zum tausendsten Mal vergeben - an Gerhard Potzel. Potzel ist 1960 in Unterkonnersreuth geboren und wie schon sein Vater bei der Freiwilligen Feuerwehr in Cottenbach tätig. Dort engagiert er sich mittlerweile seit 40 Jahren und legte im Laufe der Jahre alle Leistungsprüfungen ab. Hauptberuflich ist Potzel Geschäftsführer der Waldbauernvereinigung Bayreuth. Bayernweit gibt es rund 120.000 Inhaber der bayerischen Ehrenamtskarte. Mit der Karte erhalten Menschen, die sich mindestens fünf Stunden pro Woche ehrenamtlich engagieren, vergünstigten Eintritt in Schwimmbäder, oder Rabatt beim Einkauf in der Apotheke. Wie Michael Benz, Sprecher des Landratsamtes, sagt, wurden bereits drei Anträge abgewiesen. Weil die Vereinsvorsitzenden ihre Zustimmung nicht erteilt hatten.

Asyl

Der Landkreis Bayreuth erwartet in diesem Jahr einen "massiven Anstieg" der Flüchtlingszahl. Zuletzt war die Zahl gesunken -- in ganz Deutschland von 890.000 im Jahr 2015 auf rund 310.000 im vergangenen Jahr. Im Landkreis Bayreuth sind derzeit 374 Flüchtlinge untergebracht, die meisten davon in Pegnitz, gefolgt von Warmensteinach, Bad Berneck und Weidenberg. Landrat Hermann Hübner (CSU) begründet seine Erwartung mit der Flüchtlingspolitik der Türkei, den fast drei Millionen Flüchtlingen, die am westafrikanischen Tschad-See lebten und der instabilen Lage in Libyen. Zudem würden Deutschland ab dem 1. Februar auch Asylbewerber aus den GUS-Staaten zugewiesen. Weil unterdessen auch die anderen Bundesländer ihre Quoten zur Unterbringung von Flüchtlingen erfüllt hätten, sei auch in Bayreuth mit der Ankunft weiterer unbegleiteter minderjähriger Ausländer zu rechnen. Davon sind im Landkreis derzeit 50 untergebracht. 

Tourismus

Das Fichtelgebirge und die Fränkische Schweiz haben bei Ankünften und Übernachtungszahlen zugelegt. Die Zahl der Ankünfte stieg im Fichtelgebirge, zudem auch die Stadt Bayreuth zählt, im Jahr der Landesgartenschau um zehn Prozent auf über 520.000, in der Fränkischen Schweiz um sechs Prozent auf über 425.000. Die Zahl der Übernachtungen stieg in beiden Regionen um rund acht Prozent, also im Fichtelgebirge auf über 1,2 Millionen und in der Fränkischen Schweiz auf fast eine Million. Zur Erklärung sagt der Landrat: "Der billige Auslandsurlaub in die Türkei oder nach Tunesien hat viele Kratzer bekommen." Im Fichtelgebirge werde das Langlaufen und das Fahrradfahren in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Entsprechend gelte es, die Lücke beim Radwegenetz ins Fichtelgebirge zu schließen. Auch die Bayreuther sollten künftig vermehrt mit dem Fahrrad in das Fichtelgebirge fahren und dort Geld ausgeben, so Hübner.

Waffen

Die Zahl der kleinen Waffenscheine im Landkreis steigt weiter stark an. Waren es im Jahr 2015 noch 76, sind es mittlerweile 374. Ein kleiner Waffenschein berechtigt zum Führen von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen. Der Besitz solcher Waffen ist auch ohne kleinen Waffenschein erlaubt. Landrat Hermann Hübner zufolge spreche die Zahl der Waffenscheine nicht unbedingt für ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis in der Bevölkerung. "Ich denke, das ist auch viel Nichtwissen dabei", sagt Hübner. Das Benutzen der Waffen erlaube der kleine Waffenschein alleine nämlich nicht. Entsprechend gebe es auch kaum rechtliche Möglichkeiten, einen solchen Antrag abzulehnen.

Windkraft

35 Windkraftanlagen sind im Landkreis Bayreuth schon in Betrieb, 14 werden gerade noch gebaut -- bei Busbach, Buchau und Creußen. Wenngleich der bayerische Verwaltungsgerichtshof den Weiterbau von sechs Anlagen bei Busbach wegen vermeintlicher Planungsfehler vorerst gestoppt hat. Nachdem aus der Bevölkerung Stimmen laut wurden, wonach sich der Investor nicht an den Baustopp halte, überwache mittlerweile die Landesgewerbeanstalt die Einhaltung. Landrat Hübner sagt, es gebe lediglich zwei bis drei weitere mögliche Standorte im Kreis, die potentielle Investoren aber bereits als nicht rentabel eingestuft hätten. "Damit ist das Thema Windkraft im Landkreis abgeschlossen", sagt Hübner.

Klinikum

Einen Pendlerparkplatz am Klinikum, wie von Mitgliedern des Bayreuther Stadtrats gewünscht, hält Landrat Hübner für "weltfremd". Der Parkplatz solle den Verkehr in der Stadt mindern und verhindern, dass Pendler den Besucherparkplatz des Klinikums blockieren. Hübner zufolge würden Landkreisbewohner aus dem Westen nicht von dem Parkplatz profitieren, weil er nicht an den Zufahrtswegen nach Eckersdorf und Mistelbach liege. "Und ich lenke dort, in einen nicht ganz einfachen Bereich, künstlich Verkehrsströme hin", sagt Hübner. Mit dem Neubau von Parkflächen am Klinikum sollen alle Besucherparkplätze, auch die bestehenden, kostenpflichtig werden.

Altkennzeichen

Seit Sommer 2013 sind sie wieder erhältlich, die sogenannten Altkennzeichen im Landkreis Bayreuth. Also Autokennzeichen mit Ortskennungen die es gab, bevor alle Autos im Kreis mit der Kennung BT unterwegs waren. Diese Altkennzeichen erfreuen sich allenvoran in Pegnitz großer Beliebtheit. So hat die Zulassungsstelle im Landratsamt in den vergangenen drei Jahren 3.212 mal Kennzeichen mit der Ortskennung PEG herausgegeben. Dazu kommen 386 mal die Kennung EBS für Ebermannstadt, 182 mal MÜB für Münchberg, 182 mal KEM für Kemnath und 40 mal ESB für Eschenbach in der Oberpfalz.

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Kommentare

Alle Parkplätze am Klinikum in Zukunft kostenpflichtig, ein Negativmerkmal, wenn man schon relativ verzweifelt Pflege - und ärztliches Personal sucht.
Hallo Pfleger, die Aussage bezieht sich auf Besucherparkplätze. Entschuldigen Sie die Ungenauigkeit. Thorsten Gütling
Die Menschen haben Angst, und sie haben leider Gottes zurecht Angst.