Führung über Gartenschaugelände: Die Vorfreude wächst

Das Telefon im Kundenservice des Nordbayerischen Kuriers klingelte am vergangenen Dienstagvormittag ununterbrochen, nach weniger als einer Stunde waren alle Plätze vergeben: 200 Menschen konnten an der Führung teilnehmen, die der Kurier gemeinsam mit der Landesgartenschau GmbH und Radio Mainwelle organisiert hatte. Und auch die schwüle Hitze am Samstag schreckte niemanden ab.

Gelände als Brücke zwischen Eremitage und Hofgarten

Informationen aus erster Hand gab es von den Geschäftsführern Dagmar Voß und Ulrich Meyer zu Helligen (Stadtplanungsamt) sowie Verena Rauh und Mirko Streich von der Landesgartenschaugesellschaft. Sie erläuterten, dass der neue Park eine Brücke zwischen dem Hofgarten in der Innenstadt und der Eremitage schlagen wird.

Die barocke Gartengestaltung, die in Bayreuth unter Markgräfin Wilhelmine ihre Blütezeit hatte, war Vorbild für das Gartenschaugelände. Deshalb sind dort fünf Kabinette vorgesehen, die verschiedenen Funktionen gewidmet sind, unter anderem Kultur und Sport. Das Angebot neuer Sportflächen war vor allem mit Blick auf die Nutzung nach der Gartenschau bedeutsam, erklärte Dagmar Voß: "Oft plant man an Kindern und Jugendlichen vorbei, hier haben wir sie einbezogen." Die Dirt-Bike-Anlage etwa wurde in Kooperation mit dem Schoko-Verein geplant.

Wie sich die Kabinette ins Gelände schieben, das ist bereits jetzt gut zu sehen, die Fundamente sind aufgeschüttet und befestigt. Im nächsten Jahr beginnt ihre Innengestaltung, die Bodenarbeiten im Gelände sollen dann abgeschlossen sein.

Brutplätze für Eisvögel

Wie viel Erde bewegt wurde, das machte Flussmeister Rudi Leitner vom Wasserwirtschaftsamt deutlich. Er zeigte den neuen Flusslauf des Roten Mains, der nun nicht mehr gerade, sondern in Kurven durch das Gelände fließt. Die Renaturierung ist schon jetzt erfolgreich: Der Flussregenpfeifer hat sich wieder angesiedelt in den Auen, die Fische finden im runden Kies des Flussbetts Laichplätze und auch der Eisvogel soll wieder heimisch werden; in einer Steilwand wurden zwei Brutplätze angelegt. "Eingezogen ist allerdings noch keiner", bedauerte Leitner, der es schaffte, den dröge klingenden ökologischen Gewässerausbau nicht nur anschaulich, sondern auch mitreißend  zu erklären.

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