Fraunhofer setzt Bayreuther Universitätsprofessor vor die Tür

In Uni-Kreisen ist es inzwischen kein Geheimnis mehr: Prof. Walter Krenkel ist nicht mehr Chef des Bayreuther Fraunhofer-Zentrums für Hochtemperatur-Leichtbau, das in der nächsten Ausbaustufe zu einem Fraunhofer-Institut werden soll. Noch vor ein paar Monaten hatte niemand mit dieser Entwicklung gerechnet.

Krenkel war es, der in den Räumen der Neue Materialien Bayreuth GmbH diesen Materialforschungsbereich groß gemacht hat. Unter seiner Regie flossen in den vergangenen Jahren über 30 Millionen Euro in den Leichtbau dort oben auf dem Wolfsbacher Technologiehügel. Krenkel war gut im Geschäft, er war Bayreuths Mr. Material. Und es schien weiter aufwärtszugehen, als die Fraunhofer-Gesellschaft Krenkels Bayreuther Projektgruppe mit dem Würzburger Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC) koppelte.

Keine fachlichen Differenzen

Zuletzt war es dem ISC jedoch nur vier Zeilen wert, den Abschied von Krenkel zu verkünden. Und auch auf Kurier-Nachfrage versucht man das Thema nicht hochkochen zu lassen. Nein, es hat keine fachlichen Differenzen gegeben, sagt Dr. Friedrich Raether, der aus Würzburg kam, den man Krenkel zunächst an die Seite gestellt hatte und der jetzt das Bayreuther Fraunhofer-Zentrum alleine leitet. Und nein, es habe auch keine persönlichen Differenzen gegeben – auch wenn darüber ausdauernd spekuliert werde. Entschieden habe diese Personalie allein die Fraunhofer-Gesellschaft, sagt Raether.

Warum Krenkel gehen musste? „Weil die Fraunhofer-Gesellschaft glaubt, mit der jetzigen Konstellation ihre Pläne besser umsetzen zu können.“ Fraunhofer-Forschung habe hohen Anwendungsbezug. Die Gesellschaft sei darauf angewiesen, Erträge zu erwirtschaften. „Deshalb muss man viel Zeit und Energie in die Akquise von Projekten stecken“, so Raether. Krenkel habe aber auch eine Professur an der Universität Bayreuth inne, die ihn fordere. „Das ist ein schwieriger Spagat.“ Das Fraunhofer-Zentrum werde dennoch versuchen, „Krenkel auch in Zukunft einzubinden“.


Wie die Fakultät reagiert, lesen Sie im vollständigen Artikel in der Mittwochsausgabe (21. November) des Kuriers.

Foto: Wittek

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