Forum: Günzburg gratuliert Bayreuth

"Ich gratuliere!", sagt Oberbürgermeister Gerhard Jauernig spontan, als er von der Bayreuther Entscheidung hört. "Das spricht doch für den guten Geschmack der Bayreuther." Aus seiner Erfahrung als Kommunalpolitiker wisse er, wie leidenschaftlich Bürger über neue Namen für Straßen, Schulen und andere öffentliche Gebäude diskutieren. Daher könne er sich gut vorstellen, was seine Kollegin Brigitte Merk-Erbe gerade durchlebe.

Über 20 Jahre Vorsprung

Mit seinem Forum am Hofgarten habe Günzburg jedoch einen über 20-jährigen Vorsprung. "Wir haben eine lange römische Geschichte und eine von den Habsburgern geprägte Vergangenheit", sagt Jauernig und somit ebenfalls ein Schloss und einen Hofgarten. Das Forum sei ein erfolgreiches Kultur- und Tagungszentrum. In der Bevölkerung erfahre der Name, auf den sich der Stadtrat mehrheitlich geeinigt hatte, eine "hohe Akzeptanz".

Weit genug weg

Ein Plagiat sieht er der Oberbürgermeister der 20.000-Einwohner-Stadt in der identischen Namensgebung nicht. Das eine sei der Begriff, das andere der Inhalt, mit dem er gefüllt werden müsse. Eine Verwechslungsgefahr dürfte daher nicht drohen: "Günzburg und Bayreuth sind doch weit genug voneinander entfernt", sagt Jauernig. "Wir freuen uns mit Bayreuth." Dort hatte sich eine Jury unter Vorsitz der Oberbürgermeisterin für den neuen Namen entschieden.

Kürzlich Geburtstag gefeiert

Die Stadt Bayreuth kennt der Leiter des schwäbischen Forums am Hofgarten Peter Bannwarth wegen der Wagner-Festspiele. Dass es bald ein oberfränkisches Forum am Hofgarten geben soll, ist ihm neu.  „Wir haben am Mittwoch Geburtstag gefeiert“, sagt der Kulturamtschef am Telefon auf Kurier-Anfrage. „Unser Forum am Hofgarten ist vor 26 Jahren, am 8. November 2011, eröffnet worden.“

Keine Angst vor dem Namen

Bannwarth ist der Ansicht, dass der Name kein Marketing-Hindernis darstellt. Er eigne sich vielmehr „ganz hervorragend“. Mit ihm habe sich Günzburg als Kultur- und Veranstaltungszentrum  zwischen Stuttgart und München etabliert.  „Forum am Hofgarten ist hier ein Begriff“, sagt der Kulturamtschef. „Bayreuth braucht keine Angst davor haben. Der Name ist eine gute Wahl und ich denke, die Bayreuther werden sich damit anfreunden.“  

Platz für 1500 Gäste

Mit über 300 Veranstaltungen im Jahr sei das Forum „gut belegt“. Dabei profitiere es von der zentralen Lage und dem Kongresshotel in unmittelbarer Nähe. Das Günzburger Forum am Hofgarten dient als Begegnungsstätte und Plattform für Theaterstücke, Konzerte, Bälle, Tagungen, Innungsveranstaltungen, Firmenjubiläen und Geburtstagsfeiern. Der große Saal fasst 1500 Gäste. Er kann mit oder ohne Stühle genutzt werden, die Sitzreihen sind höhenverstellbar. Mittels flexibler Trennwände lässt sich das Forum in mehrere Säle unterteilen. Auch die gastronomische Versorgung sei auf dem neuesten Stand, versichert Bannwarth.

Neubau statt Sanierung

Denn das Günzburger Forum am Hofgarten ist im Gegensatz zu dem Bayreuther ein Neubau. Noch zu DM-Zeiten wurde es für 30 Millionen Mark errichtet. Weil die beiden vorhandenen Veranstaltungshallen „nicht mehr zeitgemäß“ gewesen seien. Das neu gebaute Forum am Hofgarten verfüge über eine moderne, technische Ausstattung und erfülle alle Verordnungen, zum Beispiel was Brandschutz und Fluchtwege anbelange.

 

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Kommentare

Schade. Culturicon hätte viel besser gepasst.
Culturicon hätte viel besser gepasst, vor allem weil man sich zu dem jetzt entschiedenen Namen als Bürger sowieso ‚Spitznamen‘ ausdenken wird. Da sind drei Worte einfach zu lang....
Das hat die Namensjury ausgesprochen clever gemacht: “Jetzt können wir sicher mit einer 100%-igen Auslastung rechnen. Denn diejenigen, die eigentlich nach Günzburg wollten, aber aus Versehen eine Veranstaltung in Bayreuth erwarben, werden nun sicherlich kommen, um sich unsere schöne Stadt anzusehen… (,-)!“

Nee, mal im Ernst:
Ist denn KEINER aus der Jury auf die Idee gekommen, den Namen vorher zu googeln?
Ist denn KEINER aus der Jury auf die Idee gekommen, die „naheliegenste“ Internet-Adresse mal zu googeln, ob diese noch „frei“ ist? Schreiben wir uns dann wie Günzburg nur mit „Punkten“ zwischen den Worten? – Ahhh ja!

Das wird die Lachnummer des Jahres, denn ich bin sicher, der Name MUSS sich unter diesen (nicht auf einfache Weise googelbaren) Voraussetzungen noch ändern, wenn wir digital „gefunden“ werden wollen. Und mit dem Zusatz „Bayreuth“ wird’s definitiv viel zu lang – ist eh schon zu lang!

Und – ich stimme den Marketing-Fachleuten zu, wenn sie unisono den Namen als „einfach, gleichgültig, beliebig“ bezeichnen. Schade – Chance verpasst. Zwei oder drei Vorschläge fand ich nämlich gar nicht so schlecht…
20 000 Einwohner Städtchen und der große Saal hat 1500 Plätze und was macht das 73000 Einwohner zählende Bayreuth aus der Stadthalle (vom Fassungsvermögen her) nen Schuhkarton mit (großer Saal) unter 800 Plätzen........................
Bayreuth ist ja auch Provinz, da braucht es nix was größer ist :-))
Dafür kostet es aber das doppelte ;)
Die Internetadresse (URL) mit Bindestrichen zwischen den Wörtern und ".de" am Ended ist schon von den Günzburgern belegt.
Nicht "Ended". Es muss "Ende" heißen.
„Forum: Günzburg gratuliert Bayreuth“
Von wegen:
[Link gelöscht]
„dono“ meint den Artikel der Augsburger Allgemeinen mit dem Titel "Es kann nur eines geben", in welchem die Günzburger eben nicht den Bayreuthern gratulieren, sondern den Namensklau kritisieren, allerdings weniger wegen des Plagiats, sondern eher, weil die Bayreuther Bürger den Namen als „langweilig“, „doof“ oder sogar „schrecklich“ bezeichnen.
Das trifft die Günzburger, die IHR „Forum am Hofgarten“ nämlich „schrecklich schön“ finden.
Die Günzburger empfehlen uns, den Namen schlicht zu wechseln!

Ich gehe davon aus, dass – wie schon geschrieben - wir eh den Namen wechseln müssen, um ein einfaches Auffinden im Netz möglich zu machen (,-).

Und witzig, nein eigentlich traurig, finde ich besonders Herrn Bauske, der sich jetzt lautstark zu Wort meldet, und sein „Befremden“ in auch noch in einem offenen Brief an Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe zum Ausdruck bringt, „dass sich eine JURY und nicht der Stadtrat auf den Namen Forum am Hofgarten für die sanierte Stadthalle geeinigt habe“. Dabei war er doch selbst in dem Ausschuss, der den Beschluss genau dafür fasste – und ER SELBST HATTE KEINE EINWÄNDE DAGEGEN – Alzheimer? Na, eigentlich nur peinlich für ihn selbst!