Florian Vogel: "Das Wasser muss brennen"

 

Werden nur die in diesem Jahr geschwommenen Zeiten betrachtet, ist Deutschland mit Paul Biedermann (Halle/Saale), Clemens Rapp (Neckarsulm), Christoph Fildebrandt (Wuppertal) und Vogel (SG Stadtwerke München) das viertschnellste Quartett. Zwei Teams sind im Normalfall unerreichbar: Die USA und Australien werden die ersten beiden Plätze wohl unter sich ausmachen. Als Favoriten gelten die Amerikaner. Die USA haben drei Schwimmer in ihren Reihen, die in diesem Jahr bereits 1:45er Zeiten geschwommen haben. Zum Vergleich: Biedermann holte sich im Mai die deutsche Meisterschaft in 1:45,45 Minuten vor Vogel (1:46,44).

Im Vorlauf gegen Australien

„Diese beiden Staffel sind schon extrem stark“, sagt der Bayreuther. Das deutsche Team sieht er auf Augenhöhe mit Russland und Weltmeister Großbritannien. Aber auch Japan und Frankreich rechnen sich Chancen auf Edelmetall aus. Wie stark die Deutschen sind, wird sich schon im Vorlauf zeigen. Am Dienstag treffen sie dort ab 19:29 Uhr (MESZ) bereits auf Russland, Großbritannien, Australien und Japan. Auch die Belgier sollten die Deutschen dann auf der Rechnung haben, sie holten bei der zurückliegenden Weltmeisterschaft Rang sechs.

Einzelrennen abgehakt

Das nur sehr knapp als Vorlauf-Neunter verpasste Finale bei seinem Einzelstart über 400 Meter Freistil hat Vogel „soweit es geht“ bereits abgehakt: „Das Rennen und die Zeit waren sehr gut. Das Gefühl, wenn man realisiert, dass nur sechs Hundertstelsekunden fehlten, kann ich nur schwer beschreiben. Das tut schon sehr weh. Aber ich bin sehr stolz, überhaupt hier in Rio dabei sein zu dürfen.“

Sehr habe er sich darüber gefreut, gleich nach dem Rennen seine Eltern auf der Tribüne zu sehen. Zudem verteilte er noch einen Seitenhieb auf die Dopingsünder Sun Yang (China) und Park Tae-Hwan (Südkorea): „Ich hatte die beiden Olympiasieger im Lauf, die beide auch schon wegen Doping gesperrt waren. Einen konnte ich zumindest hinter mir lassen.“ Yang holte später Silber. Über die 4 x 200 Meter Freistil sind weder eine chinesische noch eine südkoreanische Staffel am Start.

Die Freistilstaffel wird auch das Abschiedsrennen für den deutschen Schwimmstar Paul Biedermann, er beendet anschließend seine Karriere. Klar, dass er nochmals Edelmetall anstrebt. Die Marschroute gibt der mit 21 Jahren jüngste deutsche Schwimmer der 200-Meter-Staffel vor: „Das Wasser muss brennen“, sagt Vogel.

Das Finale der Freistilstaffel über 4 x 200 Meter ist auf Mittwochmorgen 4:38 Uhr angesetzt.

Nicht bewertet

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