Flachdächer sind grundsätzlich erlaubt

„Viele Bauwerber möchten sich verwirklichen und nehmen viel Geld in die Hand“, sprach sich Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG/FW/BG) für Flachdächer aus. Auch in anderen Kommunen würde man diese Bauweise zunehmend finden. „Auf der einen Seite werben wir darum, dass die Leute bei uns bleiben und bauen, auf der anderen Seite sagen wir ’nein, das gefällt uns nicht’“, so der Bürgermeister. Vieles liege im Auge des Betrachters. Die Spielregeln müssten ab und zu überprüft werden. Dieser Ansicht war auch Bernhard Vogel (SPD). „Flachdächer entsprechen der neuen energetischen Bautechnik“, sagte er.

Jeden Einzelfall prüfen

Gegen den Grundsatzbeschluss sprach sich Georg Lang (CSU/JuF) aus. „Er ist sinnlos, weil wir trotzdem jeden Einzelfall prüfen müssen“, sagte er. Man komme aus dem Bebauungsplan nicht einfach raus. Lang sprach sich dafür aus, den Tagesordnungspunkt abzusetzen. Man habe ja bereits sowohl Flach- als auch Pultdächer genehmigt, aber man könne Einkaufsmärkte nicht mit Wohnbauten vergleichen. „Mit einem Beschluss suggerieren wir den Bauwerbern, dass der Bebauungsplan aufgehoben ist“, so Lang weiter. Man werde inkonsequent und übe keine regulatorischen Eingriffe mehr aus. Wenn, müsse ein separates Baugebiet ausgewiesen werden, wo es nur Flachdächer gibt. „Wir können nicht kreuzweise in jedem Ort experimentelle Bauwerke zulassen“, sagte er.

Für einen Grundsatzbeschluss hingegen war Jürgen Kränzlein (SPD). „Wenn Bauwerber in den Bebauungsplänen sehen, dass Flachdächer nicht möglich sind, dann gehen sie woanders hin“, äußerte er seine Befürchtung. Man müsse Freiheiten schaffen, solange diese nicht gemeindliche Freiheiten betreffen. „Ein Flachdach neben der Basilika ist nicht das Gleiche wie eines im Baugebiet Büchenstock“, sagte er. Kränzlein sprach sich dafür aus, sich Bauwerbern gegenüber großzügig zu verhalten. Außerdem habe man ja bereits in der Nähe der Basilika ein Flachdach erlaubt.

Bauausschuss wägt ab

Daniela Drummer (SPD) argumentierte, dass der Bauausschuss jedes Vorhaben abwäge könne. „Wir haben ja auch schon einige Flachdächer abgelehnt“, so Drummer. In Randbereichen sehe sie mit diesem Baustil aber kein Problem. Grundsätzlich müsse Bauwerbern signalisiert werden, dass Flachdächer möglich sind. An Lang richtete sie die Kritik: „Mich wundert es, dass du dagegen bist.“ Während seiner Zeit als Bürgermeister habe sich jeder im Baugebiet Büchenstock ausleben dürfen und auf einmal seien ihm Flachdächer zu viel. „Wir müssen jeder Generation ihren eigenen Stil zuerkennen“, so Drummer.

Den Fränkische-Schweiz-Verein, der einen Leitfaden zum Bauen in der Fränkischen Schweiz herausgegeben hat, nahm Dietmar Winkler (CSU) in Schutz. „Auch der fränkische Baustil hat seine energetische Berechtigung“, sagte er. Und die Geschmäcker würden sich im Laufe der Zeit ändern. Was heute als modern gefalle, sei in 30 Jahren vielleicht nicht mehr schön.

Fränkischer Baustil ist wünschenswert

Manfred Eckert (CSU/JuF) betonte, dass es Flachbauten auch schon in Pegnitz und Obertrubach gibt. „Sicher ist der fränkische Baustil wünschenswert, aber wir müssen auch in die Zukunft schauen“, plädierte er für den Beschluss.

„Ich bin nicht gegen Flachdächer, aber wir dürfen nichts verallgemeinern“, sagte Peter Helldörfer (CSU/JuF). Bauordnung und Bebauungspläne müssten ausreichen. Es komme darauf an, wo ein Flachdach gebaut werden soll. Grundsätzlich sollte man sich aber eher Gedanken machen, in neuen Baugebieten eine offene Bauweise zu schaffen.

Man vergebe sich mit einem Grundsatzbeschluss nichts, fand Rainer Polster (FW/BMG/BG). „Wir können Anträge auf Flachdächer nicht gänzlich verneinen, außerdem habe der Bauausschuss bei jedem Vorhaben die Entscheidungshoheit.

Schließlich sprach sich der Marktgemeinderat mit 9:3 Stimmen dafür aus, die Errichtung von Flachdächern nicht mehr grundsätzlich abzulehnen.

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