Fischer: Scharfer Blick für die Zukunft

Das geht zum Beispiel so: Die Mitarbeiter sollen mit genau strukturierten Kundenprofilen in ihren Computern und Tablets bei der Beratung besser und effizienter arbeiten. Brillen und Hörgeräte sind beratungsintensive Produkte, die individuell angepasst werden müssen. Für Tipps und Termine könne man auch Whatsapp statt Telefon nutzen. Man müsse online „gefunden werden“, um auch über diesen Kanal Kunden ins Geschäft zu lotsen.

Neues Geschäft in Hof geplant

Dietmar Fischer, geschäftsführender Gesellschafter, hat in sieben Städten acht Geschäfte. Zwei in Bayreuth, je eins in Kulmbach, Bad Berneck, Plauen, Bamberg, Freiberg bei Dresden und Zwickau. Im nächsten Jahr soll ein neues Geschäft in Hof dazukommen. Auch Nürnberg könnte sich Fischer als weiteren Standort  irgendwann einmal vorstellen. Es gehe aber letztlich nicht darum, ob er in den nächsten zehn Jahren ein, zwei, drei oder 30 neue Filialen eröffne, sagt Fischer. Sondern um ein zeitgemäßes Geschäftsmodell mit passenden Verkaufsprozessen. „Mit welchem Handwerkszeug werden die Kunden beraten, das ist die spannende Sache.“

Mit gut 100 Beschäftigten macht Fischer rund zehn Millionen Euro Umsatz. Zwei Drittel davon entfallen auf Optik, ein Drittel auf Akustik. Die Ertragslage sei erfreulich, aber es sei schon noch „Luft nach oben“. Fischer ist Mehrheitsgesellschafter, zwei Töchter Mitgesellschafter. Die Jüngere macht Fachabitur, die Ältere studiert BWL in Nürnberg. Klar, dass sich der Vater freuen würde, wenn die Kinder Interesse am Unternehmen zeigen. „Chancen gibt’s, sagt er.

Neben der Bratwurstbude

Er selbst, geboren in Bayreuth, hat nach der Schule eine Ausbildung zum Augenoptiker, dann noch seinen Handelsfachwirt gemacht. „Die Arbeit mit Menschen und das Handwerkliche, das gefällt mir.“ Er leitete zunächst die Filiale im Rotmain Center, ist nun seit über zehn Jahren Geschäftsführer und wird unterstützt vom zweiten Geschäftsführer Stefan Brozat. Die Firma war 1931 von Fischers Großvater in der Richard-Wagner-Straße 8 gegründet worden, direkt neben der Bratwurst-Bude.

Fischer geht gerne in die Natur. Nicht in dunkle Wälder, sondern dorthin, „wo die Bäume dünner werden“, also die Baumgrenze kommt. Bergwandern, am liebsten in den Alpen. Er sei „kein Weltreisender“, sagt der 47-Jährige, möge lieber die kurzen Wege. Bayreuth und Oberfranken findet er „klasse“, die Lebensqualität in der Region sei hoch. Die Genussregion – „das ist nicht nur ein Plakat“. Auch sein Chef-Kollege Brozat, ein gebürtiger Hamburger, der später in vielen anderen Städten gelebt hat, habe sich in Bayreuth verliebt.

Immer neue Geschäftsmodelle

Weiche Faktoren, die helfen können, den harten Wettbewerb zu bestehen. Die Kosten müssen immer wieder auf den Prüfstand. „Wir haben aufgeräumt, viele Hausaufgaben gemacht, Standorte mit überhöhten Mieten gewechselt“, sagt Fischer. In Freiberg habe man aus früher drei Standorten einen gemacht. Die Geschäfte fördern könnte der Trend, für unterschiedliche Anforderungen mehrere Brillen zu kaufen: Für die Arbeit am Computer, fürs Autofahren, für den Sport. Schuhe kaufe man ja auch für ihren jeweiligen Einsatzzweck, sagt Fischer.

Wohl nie zuvor waren die Zeiten für mittelständische Geschäftsinhaber so schnelllebig wie heute. Die digitale Welt verlangt nach immer neuen Geschäftsmodellen. Dietmar Fischer geht es dabei wie vielen anderen auch: „Wir können noch nicht genau sagen, was dabei rauskommt.“ Aber ein Weg entsteht, wenn man ihn geht, sagen die Chinesen. „Wir müssen ihn gehen“, sagt Fischer.

Nicht bewertet

Anzeige