Filmaufnahmen in einer Zementfabrik

Ein dreieckiges Straßenschild mit rotem Rand und Ausrufezeichen und eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf zehn Stundenkilometer weisen am Ortseingang von Weidensees auf die dort laufenden Dreharbeiten für den Kinofilm „Fünf Freunde 5“ hin. Große Lastwagen mit dem Aufdruck Arri Rental oder einem Schild „Licht“ parken auf der Straße und machen die schmale Ortsdurchfahrt nur einspurig passierbar.

„Das ist mal etwas Außergewöhnliches“

Interessiert beobachtet ein Weidenseeser vom Gehweg aus das Geschehen. Ob er sich gestört fühlt? „Aber nein“, winkt der freundliche Mann ab. „Das ist doch mal etwas Außergewöhnliches.“ Sein Nachbar kann von seinem Garten direkt aufs Filmset schauen. Auch er ist fasziniert: „Das glaubt man gar nicht, was das für ein Aufwand ist mit einem Film“, sagt er. „Achtung, Video“, dringt eine Männerstimme herüber. „Der Ton läuft.“

Vier Kinder hinter einem Busch

Vier Kinder kauern hinter einem Busch und belauschen ein Gespräch. „Mich so zu blamieren“, schimpft ein Mann. „Lass mich in Ruhe, sonst beißt dich der Hund“, kommt als Antwort zurück. Auch das fünfte Abenteuer des beliebten Kinderfilms „Fünf Freunde“ in Anlehnung an den Literatur-Klassiker von Enid Blyton verspricht wieder spannend zu werden. Derzeit wird die Spannung auch dadurch hochgehalten, dass es von Constantin Film noch keine Informationen zu dem Streifen gibt, der Ende Juli 2018 in die Kinos kommt.

Ende Juli 2018 in den Kinos

Anfang August werde man an die Öffentlichkeit gehen, heißt es von dem Verleih aus München nur, und dann auch Medien die Gelegenheit zu Fotoaufnahmen und Gesprächen mit den neuen Kinderdarstellern geben. Immerhin ist im Internet zu erfahren, dass sich das jüngste Abenteuer um ein geheimnisvolles Skelett eines Dinosauriers und angeblich gestohlene Aufzeichnungen darüber dreht. Gefilmt wird in der Region auch in Königstein und Auerbach, dort unter anderem in der „Höhle ohne Namen“, wie Dieter Preu, Mitbegründer der Forschungsgruppe Höhle & Karst Franken, berichtet. Über einen „Locationscout“ sei der Kontakt mit der Produktionsfirma SamFilm GmbH aus München zustande gekommen, der Preu für die Szenen unter der Erde die namenlose Höhle empfahl. Ein Scout hat auch das weitläufige Anwesen von Daniel Weidinger und seiner Familie in Weidensees ausfindig gemacht.

„Er hat bei meiner Schwester geklingelt und gefragt, ob sie hier mal drei Tage drehen dürften“, berichtet Weidinger. „Wir haben nicht lange überlegt. Das sind alles sehr nette Menschen“, erklärt der Weidenseeser, dem mit Frank Schaffer auch das benachbarte alte Kalkwerk gehört. „Und es ist ja auch interessant, das mal live mitzubekommen.“ So schauen Weidinger und seine Frau mit Baby Marlena auf dem Arm den Filmaufnahmen zu, beobachten, wie sich Crew und Darsteller am Imbisswagen mit Kaffee und Rührei versorgen, und halten hier und da einen kurzen Plausch.

In den Drehpausen wird Marlena zum heimlichen Star und die Kinderdarsteller wetteifern, wer das dreimonatige Mädchen als nächstes halten darf. Unterstützung brauchen die fast 60 Filmleute so gut wie keine. „Die sind ziemlich autark“, berichtet Weidingers Schwester Nina Schaffer. „Die sind wie so ein Wanderzirkus, sagen sie selber.“ Lediglich auf das Wasser und den Nachtstrom ihrer Gastgeber griffen sie zurück; alles andere (von Bierbänken über Pavillons bis hin zum Toilettenwagen) haben sie selbst mitgebracht

3 (2 Stimmen)

Anzeige