Fichtelgebirge will Gäste mit Rennrad

Details stellte TZ-Geschäftsführer Ferdinand Reb bei der Mitgliederversammlung im Hotel Schönblick vor. Reb sprach von einem „bisher unerschlossenen Markt“ für das Fichtelgebirge. Der Hinweis, dass die Region nicht nur für MTB-Fahrer und Downhill-Fahrer in Frage komme, kam ausgerechnet auf einem MTB-Fachkongress in Bischofsgrün vor wenigen Jahren. Bisher werbe nur das Allgäu aktiv um Rennradfahrer, so Reb. Und ab dem Frühjahr 2018 auch das Fichtelgebirge. Zwölf Touren in drei Schwierigkeitsgraden wurden ausgewiesen, sechs davon starten in Bischofsgrün, je drei in Selb und Marktredwitz.

Da Rennradfahrer ohne Weiteres 100 und mehr Kilometer fahren, berühren die Strecken auch benachbarte Regionen wie den Frankenwald. Die Streckenführung erfolgt ausschließlich auf Asphalt, auf öffentlichen Straßen, aber nicht auf Bundesstraßen. Bei der Festlegung der Routen waren mit Peter Hedler, Claus Nieberding, Klaus Katholing, Barbara Freitag, Elke Bauer sowie Roland und Jonas Fischer maßgeblich örtliche Fachleute eingebunden.

Die TZ hat außer einer Karte auch Trikots mit Fichtelgebirgsaufdruck aufgelegt. Mit dem neuen Angebot will man unter anderem gezielt auf Radmessen gehen.

Tourismuszahlen: Sie steigen weiter. Bis Ende September kamen ins Fichtelgebirge (inklusive Bayreuth und Hof) 1,5 Prozent mehr Gäste, die Zahl der Übernachtungen wuchs sogar um 3,9 Prozent. Entgegen dem langjährigen Trend steigt die durchschnittliche Aufenthaltsdauer also leicht an. Die Zahlen geben aber nur die gewerblichen Vermieter mit mindestens elf Betten wieder. Zum Vergleich die Fränkische Schweiz: Hier steht jeweils nur ein halbes Prozent Plus zu Buche.

Geld: Verabschiedet wurde das Budget der TZ für das kommende Jahr. Die Erlöse liegen mit 718.000 Euro deutlich über denen vom Vorjahr (570.000). Das liegt nicht zuletzt an einem deutlich höheren Zuschuss der beiden Landkreise. Dadurch kann der Betrag, der für Marketing zur Verfügung steht, um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen auf rund 331.000 Euro. Beim Besuch von Messen will man einerseits künftig mit einem größeren Stand vertreten sein. Andererseits will man sich auf Messen beschränken, die einer Fahrzeit von drei Stunden einfach entsprechen. Die Logik dahinter: „Aus Bremen oder Hamburg fährt wegen der Entfernung kaum jemand ins Fichtelgebirge“, so Reb.

Die TZ bekommt einen zusätzlichen Mitarbeiter (Gesamtpersonal dann fünf), der sich vor allem um Social Media kümmern soll.

Autobahnschilder: Seit 25 Jahren weisen Schilder entlang den Autobahnen auf das Fichtelgebirge hin. Nach einem Vierteljahrhundert müssen sie ersetzt werden, weil sie schadhaft sind und nicht mehr aktuellen Vorgaben entsprechen.

Auf der Mitgliederversammlung vor einem Jahr sorgte der Entwurf für Diskussionen, das Thema wurde vertagt. Nun standen zwei Entwürfe zur Auswahl, die sich im Grunde in einem Punkt unterscheiden: Eines hat Schneeberg, Ochsenkopf und Rudolfstein im Motiv, das andere noch zusätzlich einen Wanderer und einen Radfahrer. Nach Rücksprache mit Marketingfachleuten empfahl der Vorstand den einfacheren Entwurf. Begründung: Ein Motiv, das nur im Vorbeifahren wahrgenommen wird, muss durch Einfachheit wirken.

Die Versammlung folgte dem Vorschlag, die neuen Schilder unterscheiden sich also nur geringfügig von den alten und tragen künftig den Schriftzug „Naturpark Fichtelgebirge“, dafür fehlt künftig der Siebenstern.

Onlinebuchbarkeit: Erklärtes Ziel seit Jahren ist es, den Anteil der Vermieter zu erhöhen, die online buchbar sind. TZ-Vorsitzender Hermann Hübner gab als Parole aus: „Onlinebuchbarkeit ist für das ganze Fichtelgebirge ein Muss.“ Die Bemühungen richten sich dabei besonders auf kleinere Anbieter. Die TZ hatte ein Angebot gemacht: Wer mitmacht, kommt kostenlos ins gedruckte Gastgeberverzeichnis. 43 machten mit, die neue Onlinebuchbarkeit habe für zusätzlichen Umsatz von rund 50.000 Euro gesorgt, so Rebs Zwischenbilanz. Das Angebot gilt weiterhin.

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Kommentare

die Aussage das niemand weiter als 3 Stunden zum Urlaubsort fährt ist absoluter Müll.
Dann dürfte ja kein Franke an die Ost-/Nordsee, nach Österreich usw. weiterfahren.
Lachhaft diese Aussage. Dann dürften auch keine Berliner mehr ins Fichtelgebirge kommen.
Aber den naiven Fichtelgebirglern kann man das ja verkaufen.
Gut und richtig ist es, wie alle anderen Radfahrer auch Rennradfahrer ins Fichtelgebirge zu locken. Wir haben alles, was das Herz des Radlers begehrt: Unendlich viele und wenig befahrene Asphalt-Straßen, jedes Gelände, von nahezu eben bis sehr bergig, Forststraßen und offroad-Trails am Ochsenkopf. Man sollte auch an die denken, denen der Radtransport nicht oder schwer möglich ist. Deshalb wäre es nötig, auch auf die Möglichkeiten im öffentlichen Verkehr, besonders auf den VGN und weitere Agilis-Züge für komfortablen Radtransport hinzuweisen.


Nach den Mountainbikern, E-Bikern und anderen Radlern will die Tourismuszentrale (TZ) Fichtelgebirge nun auch die Rennradfahrer ins Fichtelgebirge locken.