Feuerwerk der guten Laune

Einmal im Jahr an zwei Abenden hintereinander flirrt die Luft in der Turnhalle vor Glitter, der im Scheinwerferlicht funkelt, ist die Atmosphäre energiegeladen.

Dann zeigen die Helenesen knapp vier Stunden lang, was sie seit dem letzten Fasching gelernt haben. Dieses Jahr waren es rund 90 Aktive – die jüngste zwei Jahre alt. Und manchen reicht das normale Pensum aus Gardetanz und Schautanz nicht.

Zwei Tänze sind nicht genug

Die Juniorengarde (elf bis 15 Jahre) absolvierte nicht nur ihren Gardetanz in neuen Kostümen und machte sich in ihrem Schautanz auf die Suche nach dem irischen Schatz. Sondern trat ein drittes Mal mit einer eigenen Einlage zu R’n’B-Klängen in weißen T-Shirts und schwarzen Gymnastikhosen auf. Auch optisch ein starker Kontrast zu den Schautanzkostümen, die scheinbar von Jahr zu Jahr fantastischer und aufwendiger werden.

Und längst vorbei sind die Zeiten, als eine Nummer aus maximal drei Musikstücken und vielleicht einem Kostümwechsel bestand. Was heute an Fantasie, Aufwand und Können in einem Schautanz steckt, füllte früher eine halbe Prunksitzung.

Wer solche Leistungen bringen will, fängt am besten früh an. Wie die Minigarde (zwei bis sechs Jahre), die als „Freche Früchtchen“ die Herzen der Zuschauer eroberten. Die Jugendgarde (sechs bis zehn Jahre) brachte eine bunte Geburtstagsparty mit unzähligen Luftballons auf die Bühne.

Und die Ü-15-Garde (früher war das die Prinzengarde, die aber offenbar nicht mehr so heißt) entführte zu einem atemberaubenden Trip in die Unterwelt.

Ein je eigenes Männer- und Frauenballett gibt es in diesem Jahr nicht bei der Helenesia. Aber ein Unisex-Ballett, das mit einem Medley aus den 70er und 80er Jahren in die Zeit von Al Bano & Romina Power, Abba, Village People und anderen Größen der goldenen Disco-Ära führte.

Tanzmariechen Celina glänzte nicht nur mit neuem Kostüm, auf dem 700 winzige Swarovskisteine funkelten, wie Präsident Günther Daubner verriet. Sondern vor allem mit einer phänomenalen, fast schon klassischen Kür, die die Grenze zum Ballett streifte. Und schlüpfte später noch im Schautanz in eine Jungenrolle.

Mehlmeisel – schön, aber zu nah an Fichtelberg

Die Geschwister Bled mit ihren Wortbeiträgen sind wohl für immer Geschichte bei den Helenesen. Aber an ihre Tradition knüpfen Marco und Korbinian an. Einmal mit einem Sketch, in dem ein Fahrlehrer die Fahrlehrerprüfung nicht übersteht. Vor allem aber mit einer Szene, die direkt aus dem Brandner Kasper von der Luisenburg zu kommen schien – als Boandlkramer und Portner. Der Kramer ist müde und will Urlaub machen. Es verschlägt ihn nach Mehlmeisel, das ihm sehr gefällt, wenngleich es „ein bisschen nah an Fichtelberg liegt“.

Zwölf der 19 Auftritte bei der Auftaktprunksitzung am Freitag absolvierte die Helenesia selbst, für die restlichen sieben Auftritte sorgten Gäste, an diesem Abend die Parkettfeger aus Mainleus, Rotweiß Marktredwitz und die Bayreuther Hexen.

Nicht bewertet

Anzeige