Feuerwehrübung im PPP-Geisterhaus

Das Bettenhaus, in dem sich einst die Suiten des ehemaligen Rosenthal-Designers Dirk Obliers befanden, ist das letzte Gebäude, das vom Hotelkomplex übrig geblieben ist. Auch der vor kurzem gestorbene Musiker Fats Domino übernachtete vor gut 40 Jahren nach seinem Konzert in Hof im Posthotel. Was bleibt, sind nur Erinnerungen an glanzvolle Tage. Ein Unternehmer plant auf dem Gelände den Bau von Wohnanlagen.

Es ist immer schwierig für eine Feuerwehr, geeignete Objekte für realitätsnahe Übungen zu finden. Deshalb schätzten sich die beiden Pegnitzer Kommandanten Roland Zahn und Timo Pohl glücklich, zusammen mit der Bronner Wehr im leer stehenden Bettenhauses des ehemaligen Pflaums Posthotel ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellen zu können.

Kremlchef Michail Gorbatschow

Nichts erinnert mehr daran, dass hier einst internationale Prominenz gewohnt hat, von Placido Domingo angefangen über den späteren Papst Benedikt, Kremlchef Michail Gorbatschow, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft und das Handball-Nationalteam bis hin zu Pop- und Showgrößen wie Fats Domino, Peter Maffay, Herbert Grönemeyer, Peter Alexander oder Thomas Gottschalk.

Badewannen übrig geblieben

Nur mehr die Badewannen in verschiedendsten Ausführungen sind in den Zimmern übrig geblieben und ein geheimnisvoller Schubkasten in einer Zwischenwand der Parsifal-Suite. Das muss sie sein, die Klappe, die der wohl berühmteste Gast, der „King of Pop“ Michael Jackson einst eigens hat einbauen lassen, um seinem Affen den problemlosen Wechsel zwischen den verschiedenen Räumen zu ermöglichen.

Rettung von Personen

Eine nachträglich eingesetzte Holzkonstruktion, die sich nach beiden Seiten herausziehen lässt. Doch diese interessierte die Feuerwehr nicht. Sie waren dem neuen Besitzer Dieter Hofmann vielmehr dankbar, dass sie in einem Zimmer im dritten Stock sogar ein richtiges Feuer entfachen durften, um so realitätsnah wie möglich die Rettung von Personen unter erschwerten Bedingungen üben zu können.

30-Meter-Drehleiter

Atemschutzträger mussten sich durch die einzelnen Stockwerke vorkämpfen, auf der Suche nach eingeschlossenen Gästen, was alles andere als leicht war, hatte doch die Nebelmaschine ganze Arbeit geleistet. Einen zweiten Angriff starteten die Aktiven von außen über die Drehleiter, deren richtiges Stellen auf der steilen Zufahrt schon großes Können erforderte.

Netz der Juragruppe

Problemlos geklappt hat der Wassertransport über die 30-Meter-Leiter in das brennende Zimmer. Die Versorgung durch das Netz der Juragruppe erntete uneingeschränktes Lob: „Wir hatten acht bar Druck zur Verfügung, sodass wir nicht einmal Pumpen einsetzen mussten.“

Nach eineinhalb Stunden waren alle Eingeschlossenen geborgen und das Feuer restlos gelöscht. Dem einstigen Hotelbau wird das nichts nützen: Er wird demnächst dem Erdboden gleichgemacht. Damit verschwindet auch ein Kapitel Pegnitzer Geschichte.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06