Feuerwehrhaus bewegt die Gemüter

"Muss ein Neubau tatsächlich eine Million Euro kosten? Wie teuer kommt ein Anbau, was kostet ein Bauhof?", hatte Karl Weih gefragt. In der entsprechenden Gemeinderatssitzung hatte Bürgermeister Hans Freiberger sich für einen Neubau an der Staatsstraße in die Oberpfalz ausgesprochen. Der Bauhof solle ins jetzige Feuerwehrhaus ziehen, der Recyclinghof schließen.

Standort an der Staatsstraße

Dazu hatte der Bürgermeister eine Projektstudie vorgestellt, in welcher der guten Million für einen Neubau (hier gäbe es eine Förderung) Kosten von rund 664.000 Euro für eine Sanierung (hier gäbe es keine Förderung) gegenüberstehen. Für den Standort an der Staatsstraße sei er, so der Bürgermeister, da von dort das Ausrücken im Einsatzfall einfacher sei, als wie bisher von der Ortsmitte aus.

Sanierung des Feuerwehrhauses

Der Beschluss im Gemeinderat sei nun so gefasst worden, dass in diesem Jahr mit den Planungen für eine Sanierung des Feuerwehrhauses begonnen werde. Dies sei aber nur möglich, wenn alle notwendigen Sicherheitsaspekte wie unter anderem die Erstellung eines Schwarz-Weiß-Bereiches, eines Pflegeraums für den Atemschutz und eine Werkstatt berücksichtigt würden. "Zwei Stellplätze würden hier nur im Gesamtpaket gefördert werden", so Freiberger. Bei einer Sanierung beziehungsweise einem Anbau würde aber der momentane Festplatz neben dem Feuerwehrhaus wegfallen.

Pflichtaufgaben und freiwillige Aufgaben

"Warum wurden hier nicht die Bürger gefragt, ob sie einen Neubau oder eine Sanierung wollen", fragte Verena Wessely. Der Bürgermeister erläuterte daraufhin den Unterschied zwischen Pflichtaufgaben und freiwilligen Aufgaben der Gemeinde. Der Brandschutz sei eine Pflichtaufgabe. Einsatztechnisch habe die Wehr auch alle notwendigen Gerätschaften. Trotzdem sei zu bedenken, dass die Engelmannsreuther im Vergleich zu den drei anderen Ortswehren mehr Einsätze habe.

Zu viele Kinder in der Nähe

"Ich bin nicht gegen einen Neubau", stellte Eduard Schadly fest. Aber die Feuerwehr gehöre zum Gemeindeleben und sei deshalb am bisherigen Standort im Ort besser aufgehoben. "Bei Übungen bleibt man mal stehen und schaut zu", sagte er. Der andere Standort sei eine Insellösung. Dem widersprach Reinhold Leuchner nachdrücklich. "Bei einem Einsatz sind immer zu viele Kinder in der Nähe", sagte er - der Kindergarten liegt direkt neben dem Feuerwehrhaus. Das erhöhe das Unfallrisiko enorm.

Wohnhausbrand an Weihnachten

Eine Lanze für das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehr brach ihr Vorsitzender Jörg Teufel. "Wenn wir etwas außerhalb der Einsätze veranstalten, dann, um unseren Nachwuchs davon auszustatten", sagte er. Außerdem erinnerte an die große Hilfe, welche die Kameraden für jeden leisten. Er erinnerte unter anderem an den Wohnhausbrand vergangenes Weihnachten in Engelmansreuth und an den Absturz des US-Kampfjets vor zwei Jahren im Bürgerwald. "Ich weiß nicht, ob wir so etwas weiter gerne freiwillig machen, wenn wir so auf Gegenwehr stoßen", kritisierte er deutlich die Ablehnung des Gemeinderates für einen Neubau.

"Es ist niemand gegen die Feuerwehr", sagte Gemeinderat Klaus Gräbner. Aber der Beschluss sei nun mal da, man habe alle Gegebenheiten angeschaut. "Wir sollten die Kirche im Dorf lassen, auch wenn es oft anders interpretiert werde", machte er deutlich. Der Gemeinderat sollte seine Entscheidung noch einmal überdenken, regte Karl Weih nach der Diskussion an. "Es muss jedem bewusst sein, für was er stimmt", so Bürgermeister Hans Freiberger. Er beschloss die Debatte mit dem Zitat eines Bürgers, der einen Neubau kommentiert hatte: "Die Feuerwehr braucht doch nur mehr Platz zum Saufen." - Kopfschütteln bei der Versammlung.

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