Feuerwehrhaus: Bauen mit Unbekannten

Josef Wolf hat viel gerechnet in den vergangenen Wochen. Er und seine Kollegen vom Ingenieurbüro für Tiefbautechnik Wolf und Schneider (Bindlach) sorgen für die planerischen Grundlagen, um die vorbereitenden Baumaßnahmen für den Bau des Feuerwehrhauses am Bachwiesenweg ausschreiben zu können.

Zwei Becken mit Volumen für 3,6 Millionen Liter Wasser

Da das Feuerwehrhaus im Hochwasserbereich gebaut werden soll, muss nicht nur ein Plateau her. Es muss auch Retentionsraum geschaffen werden, also eine Pufferzone, in der bis zu 3,6 Millionen Liter Wasser Platz finden. Wasser, das von dem Plateau, auf dem das Feuerwehrhaus stehen wird, verdrängt wird. Diese Pufferzone soll mit "zwei Becken links und rechts" der Leuschnitzstraße geschaffen werden, sagt Wolf in der Sitzung des Gemeinderates. Der bestehende Graben entlang der Autobahn müsse "um einen Meter eingetieft werden, damit das Wasser abfließen kann".

"Eine wunderschöne Erdbaustelle"

Vom Grundsatz her sei der Bau des Plateaus, das eine Fläche von rund 9300 Quadratmetern haben wird, und der beiden Pufferbecken "eine wunderschöne Erdbaustelle, die auch recht schnell gehen wird", wie Wolf sagt. Dennoch müsse er mit mehreren Unbekannten rechnen - mit Projektrisiken, die durchaus auch Kostensteigerungen möglich machten. Wolf: "Es fehlt noch die Untersuchung des Baugrundes. Wenn das Grundwasser hoch anstehen sollte, könnte es sein, dass wir für die Becken eine Abdichtung bräuchten. Und: Wir brauchen auch noch die Zustimmung der Autobahndirektion. Weil die einen Abstand von 40 Metern haben wollen." Zudem sei ja noch nicht bekannt, wie das Haus aussehen soll, das auf dem aufgeschütteten Grund stehen wird, weil es noch keine diesbezügliche Planung gibt. Allerdings, sagt Wolf, gehe er davon aus, dass "eine Plattengründung" für das Feuerwehrhaus ausreichen werde.

Verwunderung über hohe Kosten

Die Gemeinderäte Werner Hereth (SPD) und Werner Fuchs (CSW) wunderten sich über die hohen Kosten für den Abtrag und die Bearbeitung des Oberbodens in Höhe von rund 30.000 Euro sowie die Bodenbewegung insgesamt, die mit knapp über 107.000 Euro eingepreist ist in Wolfs Zusammenstellung. Wolf: "Der Humus muss weg und nach der Schüttung muss der Oberboden wieder hin." Insgesamt seien "auch rund 15.000 Kubikmeter Boden anzufassen", deshalb die hohen Kosten. Auf Nachfrage von Stefanie Kolanus (CSU), ob man denn nicht darauf verzichten könne, den Humus erst wieder aufs Plateau zu schütten, um ihn dann beim Bau des Hauses wieder abzuräumen, sagt Wolf: "Auch möglich. Dann würde man bis zu 7000 Euro sparen."

"Befremdlich", dass kein Bodengutachten eingeholt wurde

Udo Lindleins (CSW) Aussage, es sei "doch befremdlich, dass man ein Grundstück kauft, ohne vorher Bodenproben zu nehmen", kontert Bürgermeister Gerald Kolb (WG): "Wir wussten von Anfang an, dass wir voll im Hochwassergebiet liegen. Deshalb haben wir auch nur den halben Preis gezahlt." Zudem, sagt Hereth, "waren wir froh, dass wir überhaupt ein Grundstück in der entsprechenden Größe bekommen haben".

Ausschreibung kommt bald

Trotz der Unwägbarkeiten und der Tatsache, dass sich die Brutto-Baukosten von rund 354.000 Euro noch steigern könnten, gibt es vom Gemeinderat einstimmig grünes Licht für die vorgelegte Planung, die jetzt mit dem Wasserwirtschaftsamt und der Autobahndirektion abgestimmt und nach der Vorlage eines Baugrundgutachtens in Richtung der Ausschreibung für die Baufirmen weitergetrieben werden soll.

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