Feuerwehr rügt Wortwahl eines Reporters

Die Aussagen eines Reporters des Fernsehsenders N24 zum Busunfall auf der A 9 nahe Stammbach haben in der Bevölkerung und in den lokalen Feuerwehren Aufruhr ausgelöst. Der Berichterstatter fragte am Montag vor Ort in einem Interview die Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken, Anne Höfer: "Die Rettungskräfte, waren das zu Beginn erst einmal Freiwillige Feuerwehrleute oder waren das von vornherein Profis?" An anderer Stelle sagte er: "Das waren Freiwillige Feuerwehrleute. Das sind natürlich auch Profis. Aber es ist eben doch nicht die professionelle Feuerwehr."

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Der N24-Berichterstatter hat sich mittlerweile im Fernsehen für seine Wortwahl entschuldigt. Er wolle in keinster Weise die Professionalität der Freiwilligen Feuerwehr infrage stellen. Auch die N24-Sprecherin Kristina Faßler entschuldigt sich im Gespräch mit unserer Zeitung: "Wir haben allergrößte Hochachtung vor der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr. Umso mehr tut es uns leid, dass sich unser Mitarbeiter falsch ausgedrückt hat."

Wenn die Freiwillige Feuerwehr nicht kommt, kommt gar keine

Trotz der Entschuldigung sind die Emotionen im Internet hochgekocht. Die Worte des Reporters seien "beschämend", kommentiert eine Nutzerin auf Facebook. Ein anderer Eintrag lautet: "Ja, wenn die Freiwillige Feuerwehr nicht gekommen wäre, wäre gar keine gekommen, weil es hier auf dem Land nur Freiwillige gibt."

Das Feuerwehrmagazin reagiert via Facebook auf die Aussagen des N24-Reporters

Das kann der Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbands und Bayreuther Kreisbrandrat Hermann Schreck nur bekräftigen. Er sagt: "In Oberfranken gibt es keine einzige Berufsfeuerwehr."

Schreck: "Eine bodenlose Frechheit"

Schreck hält die Aussagen des N24-Reporters für "eine bodenlose Frechheit". Die Freiwilligen Feuerwehren seien gut ausgebildet. "Berufsfeuerwehren und die Freiwilligen Feuerwehren arbeiten Hand in Hand. Beide leisten qualitativ dasselbe." Schreck akzeptiere die Entschuldigung und hoffe, dass der Reporter die Zusammenhänge verstanden hat.

Auf Twitter reagieren einige Feuerwehrleute ähnlich souverän auf den Vorfall

 

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Kommentare

"Die Rettungskräfte, waren das zu Beginn erst einmal Freiwillige Feuerwehrleute oder waren das von vornherein Profis?"
Natürlich ist dieser Satz höchst ungeschickt, weil er statt Profis hätte Berufsfeuerwehr und Rettungsarzt sagen müssen.
Das ist aber keine "bodenlose Frechheit" gewesen, wie Herr Schreck meint. Warum wohl reagieren die FFWs immer so übersensibel. Das ist sicher nicht professionell.
Plumpes Gelabbere. Uwart sollte sich mal direkt vor Ort informieren und eine Woche lang Einsätze begleiten. Dann kann er wirklich mitreden und auch in der Folge sachliche Kommentare absetzen. Sofabeurteilungen helfen hier nicht weiter.
Vielleicht habe ich auf dem Sofa mehr Zeit zum Nachdenken und zum sachlichem Formulieren.
Vielleicht kann man auch von einem "Profi"-Reporter erwarten, dass er erstmal sein Hirn einschaltet und nicht nur dumm herumlabert.
Vielleicht kann man auch von einem "Profi"-Reporter erwarten, dass er erstmal sein Hirn einschaltet und nicht nur dumm herumlabert.
Die "Ständigen Wachen" in den größeren Städten sind doch mit Berufsfeuerwehrleuten besetzt.
Wie z.B. in Bayreuth und Bamberg.
Da ist der Kreisbrandrat schlecht informiert. BT ist ja Stadt und gehört vielleicht nicht zum Kreis, aber in Oberfranken ist es.
Im Fall von Bayreuth und Bamberg spricht man von einer ständig besetzten Wache. Berufsfeuerwehren gibts z.B. in Fürth und Nürnberg. Dabei kommt es immer auf die Anzahl der beschäftigten Personen an. In Bayreuth wird die ständig besetzte Wache unterstützt von den Freiwilligen Feuerwehren in Bayreuth.
Bamberg und Bayreuth sind zwar in Oberfranken aber noch lange keine Berufsfeuerwehren, sondern Freiwillige Feuerwehren mit ständig besetzter Wache. Die Tätigkeiten der Ständigen Wachen sind prinzipiell die gleichen wie bei einer Berufsfeuerwehr. Allerdings ist der Personalstamm bei den Ständigen Wachen meist wesentlich kleiner als bei einer Berufsfeuerwehr.

In Bayern gibt es nur 7 Berufsfeuerwehren: München, Nürnberg, Augsburg, Regensbur, Fürth, Würzburg und die jüngste ist Ingolstadt. Städte wie Bayreuth und Bamberg brauchen nicht unbedingt eine Berufsfeuerwehr. Nur Städte über 100.000 Einwohnern müssen eine Berufsfeuerwehr vorhalten. Berufsfeuerwehren sind halt aufgrund des höheren Personalstammes der vorgeschrieben ist eine kostspielige Sache. Berlin beispielsweise hat für seine Berufsfeuerwehr alleine für die Personalkosten jährlich über 160 Millionen Euro aufzubringen. Das ist mehr als der gesamte Etat der Stadt Bayreuth. Und in diesen Kosten sind noch nicht einmal die Fahrzeugkosten sowie der Bauunterhalt der Feuerwachen etc. enthalten.
Aber die Ausbildung bei einer Ständigen Wache ist die gleiche wie bei einer Berufsfeuerwehr.