Feuerwehr im Gerätehaus ausgebremst

„Es gab Probleme mit dem Untergrund, da mussten 30 Kubikmeter Beton mehr als vorgesehen eingebaut werden.“ Einen weiteren Grund sieht er in der mangelnden Pünktlichkeit einiger Baufirmen. „Seit Montag sollten zum Beispiel die Fliesenleger weitermachen. Aber sehen Sie hier einen?“ In der Tat fehlen auf der Baustelle die Arbeiter an diesem kalten Dezembertag. Das Schwitzwasser an den Fensterscheiben ist das einzige, das arbeitet. „Stand heute ist: Verputzt, Heizung läuft, Estrich und Fliesenarbeiten fast fertig“, berichtet Steininger.

Firmen unpünktlich

Man könnte schon weiter sein, wenn immer alle Firmen pünktlich wären. Auch Bauamtsleiter Thomas Schneider schaut sich um im Schulungs- und Sozialtrakt des Feuerwehrhauses. Nichts wird hier einmal sein wie es war. Mit Ausnahme des Schulungsraums werden alle Zimmer an anderen Orten wieder aufgebaut. „Von der Kloschüssel bis zur Küche, alles wird größer, schöner, moderner“, freut sich Steininger. Dann ist auch die Zeit des Dixi-Klos vorbei, das vor dem Gerätehaus aufgebaut wurde, weil die Toiletten auch neu gebaut werden.

Eigentlich hätte man schon im November einziehen sollen, jetzt wird es wohl frühestens April. Das habe aber Gründe, erklärt Schneider. „Bei einem Umbau tauchen immer wieder mal unvorhersehbare Hindernisse auf.“ Der weiche Untergrund sei ein solcher gewesen. Die Stütz- und Auffangabreiten hätten viel Zeit und Materialeinsatz erfordert. In mehreren Arbeitseinsätzen mussten die Wehrmänner den kompletten Sozialkomplex ausräumen und Möbel, Geräte und das andere Inventar in Anhänger verladen, wo die Sachen noch heute lagern.

Keine Veranstaltungen mehr

In den vergangenen Monaten waren natürlich auch keine Veranstaltungen im Feuerwehrhaus möglich. Mit dem Kameradschaftsabend und der Jugend-Weihnachtsfeier sei man ins evangelische Gemeindehaus ausgewichen. Lediglich einige kleinere Besprechungen habe man in der Fahrzeughalle, die von der Renovierung nicht betroffen ist, durchführen können. Dennoch freut sich der Kommandant. Vor allem die Außenfassade und das neue Dach seien sehr schön geworden. Besonders stolz ist Steininger auf den Schlauchturm, der neu verkleidet wurde.

Als sehr positiv sieht Steininger, dass die Feuerwehr von der Gemeinde immer einbezogen worden sei in alle Besprechungen. „Das ist ja wohl nicht überall so“, sagt der Kommandant schmunzelnd und verweist auf das Beispiel Weidenberg. Beim dortigen Gerätehausneubau sei die Feuerwehr sogar ausgesperrt worden.

Hohe Eigenleistungen

Der Umbau ist der dritte Bauabschnitt der Arbeiten am Feuerwehrhaus. In den vergangenen Jahren wurde eine neue Halle für den Wechsellader Umwelt gebaut, ebenso eine Stützmauer, neue Stellflächen, ein Waschplatz, ein Ölabscheider, eine Absauganlage und neue Tore für die Fahrzeughalle, die auch ein neues Dach bekam. An den meisten Arbeiten hätten die Feuerwehrleute enorm viel Eigenleistung gebracht. Kosten für das Projekt: 675 000 Euro. Roland Steininger will drei Kreuzzeichen machen, wenn alles fertig ist. „Das hat schon Nerven gekostet.“ Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, wird man das aber bald vergessen haben.

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