Feuerwehr: Hitzige Diskussion erwartet

Die Hollfelder Bürgermeisterin ist die Chefin über 13 Feuerwehren. Und Barwisch findet, dass es allerhöchste Zeit für eine Entlastung der Ehrenamtlichen sei. Auch wenn die Diskussion, die sie anzettele, einen „Flächenbrand“ nach sich ziehen werde. Barwisch sagt: „Was momentan an uns und die kleinen Wehren herangetragen wird, was die Leitstelle an Material und Personal anfordert, das könne wir bald nicht mehr leisten.“ Demnach würden von der Leitstelle zu viele kleine Wehren alarmiert. „Unsere Ehrenamtlichen schaffen das irgendwann nicht mehr“, sagt Barwisch. Ein erstes Anzeichen dafür: Auf den Dörfern fände sich mittlerweile immer häufiger kein freiwilliger mehr für die Rolle des Kommandanten. Denn wer 30 Jahre lang Dienst getan habe und bereits im Besitz des rot-goldenen Leistungsabzeichens sei, der sein nicht mehr bereit, auch noch eine Truppmannausbildung zu absolvieren. Dass das noch nötig ist, nimmt mir doch keiner mehr ab“, sagt Barwisch.

"Können über alles reden"

Landrat Hermann Hübner kennt das Problem: „Dort, wo es Spielräume gibt, können wir uns über alles unterhalten“, sagt er. Allerdings nicht über das Ausmaß der Alarmierungen und die Voraussetzungen für einen Kommandanten. Bei erstem habe die Leitstelle Vorgaben, an die sie sich halten müsse. Für letzteres gebe es Gesetze. „Das ist nicht zu diskutieren“, sagt Hübner.

Zusammenlegung unaufhaltbar

Der Landrat sagt: „Wenn die Feuerwehren keinen Kommandanten mehr finden, müssen sie zusammengelegt werden. Das wird sich auf Dauer nicht verhindern lassen.“ Die Hollfelder Bürgermeisterin hält dagegen: „Wer glaubt, dass die wenigen, die dann übrig bleiben, das ehrenamtlich für ein noch viel größeres Gebiet durchhalten, der täuscht sich.“

Verbände sollen sich einmischen

Dass die Gesetze nicht zu diskutieren seien, dem widerspricht Georg Röhm (Junge Liste), Kreisrat und selbst Feuerwehrmann aus Hollfeld. Er sagt: „Wenn wir schon einen Kreisbrandrat haben, der im Landes- und im Bundesfeuerwehrverband engagiert ist, dann sollte man ihm auch mit auf den Weg geben, dass es ein Unterschied ist, ob man Kommandant einer Stützpunktwehr in Hollfeld oder einer kleiner Wehr in Krögelstein, mit nicht viel mehr als einem Spritzenanhänger, ist.“ die Truppenführerlehrgänge müssten modifiziert werden, findet auch Röhm. Der Verband solle auf die Politik Einfluss nehmen. „Dafür ist Verbandsarbeit da.“

Hübner hofft auf die Kommandanten

Landrat Hübner hofft, dass die Kommandanten das Thema am Sonntag bei der Dienstversammlung in Weidenberg diskutieren. Hübner sagt: „Auf diese Diskussion bin ich gespannt. Mich würde es aber wundern, wenn die Feuerwehrleute selbst sagen, dass sie die Latte tiefer legen wollen.“

Versammlung in Weidenberg

Die Dienstversammlung 2017 der Kommandanten findet am Sonntag, 25. Juni, um 9 Uhr in der Aula der Verbandsschule Weidenberg statt

3 (2 Stimmen)

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Kommentare

Sehr guter Vorstoß von den beiden Hollfelder Kreisvertretern. Sehr gut!
Schmarrn!
Die Kommandantenlehrgänge kann doch nicht gesplittet werden in "groß" für Stützpunktfeuerwehrkommandant und "klein" für "2 Häuser und 3 Misthaufen".
Die Verwaltungsgemeinschaft Weidenberg braucht insgesamt 20 aktive Kommandanten. Wie will man die in nächster Zeit alle ehrenamtlichen besetzen? Gibt es nicht zu viele kleine traditionelle Dorffeuerwehrchen? Welche Aufgaben erfüllt die Stützpunktsfeuerwehr Weidenberg?
Google ist auch Ihr Freund. Allein der Markt Weidenberg (Wölgata und Schafhof inkludiert) besteht aus 53 Ortsteilen, räumlich getrennt. Jetzt googeln Sie noch die Fläche, der Verwaltungsgemeinschaft Weidenberg, Emtmannsberg, Seybothenreuth und Kirchenpingarten gehören dazu, sowie die dazugehörigen Ortsteile. Haben Sie sich schon einmal mit den gesetzlich Vorgaben, bezüglich Eintreffen am Einsatzort auseinandergesetzt? Schade, dass Sie das ehrenamtliche und wichtige Engagement vieler Freiwilliger, auf "Dorffeuerwehrchen" reduzieren. Ich bin von Urwart kritischere Beiträge gewohnt.
Ich vermute mal, dass Weidenberg (ca. 6000 Einwohnern) mit seinen 11 FFW die größte Feuerwehrdichte in Bayern hat. Wer sichs halt leisten kann.
Wenn der Uwart mal in der Klemme sitzt, denkt er bestimmt anders. Ich kenne Bürger, die sind nach einschlägigen leidigen Erlebnissen der Feuerwehr beigetreten.
Lieber Sensor, natürlich möchte ich, dass mir im Katastrophenfall geholfen wird und zwar mit bestem Material und bestens ausgebildeten Einsatzkräften. Heißt das aber nicht, dass man die immer begrenzten Geldmittel möglichst effektiv einsetzt? Mit der Gießkanne allen kleinen Feuerwehren etwas zukommen lassen, muss nicht die beste Lösung sein. Haben sich denn nicht die Art der Einsätze im Laufe der Jahrzehnte geändert? Heißt das nicht auch, dass immer wieder über die Struktur der FFWs diskutiert werden muss? Warum sollten denn die Feuerwehren aus dieser betriebswirtschaftlichen Sicht eine Ausnahme sein? Sind die 20 FFWs für die Verwaltungsgemeinschaft Weidenberg die optimale Lösung?