Festspieljubilare: Ehrung für unermüdlichen Einsatz

Was macht denn nun den Kern der Festspieltradition aus? Neben dem Werk vor allem wohl die Menschen, die Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe eingeladen hatte, um sie für ihren "treuen, unermüdlichen Einsatz" zu ehren: Künstler und Mitarbeiter der Bayreuther Festspiele, Solisten und Regisseure ebenso wie Chorsänger und Orchestermusiker, Techniker wie Statisten und Kostümabteilung. Eine kleine traditionelle Feierstunde im Sitzungssaal des Rathauses. Wobei sich gleich die ersten Vier auf der Liste hatten entschuldigen lassen: "Lohengrin"-Dirigent Andris Nelsons, die Regisseure Sebastian Baumgarten ("Tannhäuser") und Hans Neuenfels ("Lohengrin"), sowie Bühnen- und Kostümbildner Reinhard von der Thannen.

Der Rest durfte sich viel Lob anhören und so etwas wie ein ewiges Bayreuther Bürgerrecht anbieten lassen. "Sie gehören für mich zur Identität Bayreuths", sagte Merk-Erbe. Sie kam auch noch auf die 5-Euro-Entscheidung des Stadtrates zu sprechen. Etwas umständlich entschuldigte sie sich bei den Leuten vom Grünen Hügel für die neue Parkgebühr am Festspielhaus. Diese Gebühr sei "in keiner Weise gegen irgenjemanden" gerichtet, sagte sie, mit dem Geld wolle man lediglich die Sanierung der Parkplätze gegenfinanzieren.

Kürzer machte es Katharina Wagner für die Festspielleitung, "Ihr wisst alle selbst, dass wir sehr dankbar sind", sagte sie, also "herzlichen Dank und eine gute Saison." Der  materielle Dank für zehn oder zwanzigjährige Mitwirkung in Bayreuth gehört mittlerweile auch schon zur Tradition: Stahlstiche von Alt-Bayreuth oder Zinnkrüge, Eichala genannt, die Kulturreferent Carsten Hillgruber an die Festspielmitwirkenden überreichte. Dann noch ein Umtrunk, und dann war sie auch wieder vorbei, die Weihefeststunde. 

Die Festspieljubilare:

Andris Nelsons: Als einer der gefragtesten jungen Dirigenten in der internationalen Musikszene hat er seit 2010 die musikalische Leitung des „Lohengrin“ inne. Geehrt wurden auch die Regisseure Sebastian Baumgarten („Tannhäuser“ seit 2011) und Hans Neuenfels („Lohengrin“ seit 2010); Reinhard von der Thannen hat die Gestaltung von Bühnenbild und Kostümen im „Lohengrin“ übernommen.

Solisten: Der Tenor Norbert Ernst erhielt den Stahlstich „Alt Bayreuth“. Sein Debüt feierte er 2004 als 3. Knappe im „Parsifal“; 2005 und 2006 war er Steuermann im „Fliegenden Holländer“, 2007 bis 2011 sang er den David in den „Meistersingern von Nürnberg“, seit 2013 den Loge im „Rheingold“. Geehrt wurden auch Mezzosopranistin Petra Lang, Brangäne im „Tristan“ der Jahre 2005 und 2006, die Ortrud im „Lohengrin“ 2011, 2013 und 2014. Tenor Tomislav Muzek    feierte sein Debüt in Bayreuth 2003 als Steuermann im „Fliegenden Holländer“ und als 1. Edler im „Lohengrin“. Die Rolle des Steuermann übernahm er auch 2004 und 2005, 2004 zusätzlich als 1. Gralsritter im „Parsifal“. Seit 2013 Erik im „Fliegenden Holländer“. Der Bass Christian Tschelebiew    singt seit 2010 im „Lohengrin“ den 4. Edlen, 2012 war er außerdem der 2. Gralsritter im „Parsifal“.

Chorsänger, 20 Jahre: Christine Hallereau, Dariusz Bator, Rolf Scheider; für zehnjährige Mitwirkung mit einem Eichala ausgezeichnet: Seogmann Keum, Peter Lauer.

Festspielorchester, 20 Jahre: Michael Lösch (hoher Hornist), Matthias Meißner (Vorspieler 2. Violinen), Tilo Nast (Stimmführer 2. Violinen), Peter Riehm (1. Violine), Christoph Schmidt (Orchesterdirektor).  Zehn Jahre: Matthias Benker (Bratsche), Christian Dibbern, 2. Violine; Kai Fischer, Klarinette; Florian Kapitza, Bratsche; Matthias Kuckuk, Kontrabass; Peter Lauer, 2. Violine; Torsten Schönfeld,     Pauke und Schlagzeug. Christoph Starke, Bratsche.

Technik, zehn Jahre: Gwen Lohmann, Beleuchtungsmeister; Thomas Stephan, Bühnenhandwerker; Kostümabteilung, zehn Jahre: Elke Mildner; Elias Shamoun; Statisterie: Bianca Knorr; Heinz Günther, Thomas Linkel; Georg Schröppel.

Nicht bewertet

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Kommentare

Warum Herr Baumgarten ?
Weil er Elisabeth in die Gasanlage schickt ??
Montag, 13. November 2017 - 11:06