Festspiele: Sponsor Audi steigt aus

Der Vertrag mit den Bayreuther Festspielen laufe aus, für die neue Saison wiederum stehe man nicht mehr zur Verfügung, sagte eine Sprecherin des Ingolstädter Autobauers. Seit 2009 unterstützte Audi vor allem die Kinderoper, ein Lieblingsprojekt von Festspielchefin Katharina Wagner. Wie hoch das Sponsoring war: darüber bewahren beide Seiten Stillschweigen .

Audi machte sich in den vergangenen 50 Jahren einen Namen als großer Förderer der Kultur. Das Programms umfasst eigene Formate wie die Audi Sommerkonzerte, aber auch das Sponsoring von Kulturinstitutionen wie den Bayreuther Festspielen. Wie Melanie Goldmann von Audi mitteilte, werde Audi Ingolstadts Museen weiterhin unterstützen, auch die eigenen Veranstaltungen stünden nicht zur Diskussion. Mit den Salzburger Festspielen wiederum befinde man sich in "guten Gesprächen" über eine Verlängerung des Vertrages. Audi gehört neben Nestlé und Siemens zu den Hauptsponsoren, die nach Informationen der "Salzburger Nachrichten" jeweils mindestens 700.000 Euro pro Jahr zahlen.

"Kultur bei Audi steht für den Dialog mit der klassischen Musik, dem Theater, dem Jazz, Rock und Pop, der Bildenden Kunst oder dem Film. Dieses Selbstverständnis wird an allen Audi Standorten individuell gelebt": So steht es auf der Homepage des Automobilherstellers zu lesen. Aus Bayreuth aber ziehen sich die Ingolstädter zurück. Von einer "Neufokussierung" spricht man bei Audi, zu vermuten steht, dass die Neuausrichtung mit den Turbulenzen zusammenhängt, in die Audi im Zuge des Diesel-Skandals geraten ist.

"Großes Bedauern"

Mit "großem Bedauern" habe man von der Entscheidung von Audi gehört, den Vertrag nicht mehr zu verlängern, sagte Festspielesprecher Peter Emmerich, "das müssen wir zur Kenntnis nehmen". Mit neuen Sponsoren stehe man in Verhandlungen.

Mit einem Sponsor ist man bereits handelseinig geworden. Festspielchefin Katharina Wagner nannte die "310Klinik" aus Nürnberg als neuen Partner. Die Klinik, die an ihrem Hauptstandort rund 70 Mitarbeiter beschäftigt, ist auch "Medizinpartner" für den 1. FC Nürnberg. Eine Sprecherin der Klinik bestätigte die Zusammenarbeit, die allerdings erst seit dem Sommer laufe. "Wir sind der 310Kinik sehr dankbar", sagte Katharina Wagner dem Nordbayerischen Kurier.

Bereits vor fünf Jahren hatten die Bayreuther Festspiele den Rückzug eines Großsponsors verdauen müssen. Im Herbst 2011 gab Siemens bekannt, dass man sein Engagement für die Festspiele beenden werde. Rund eine Million Euro hatte der Münchner Daxkonzern beigesteuert, Geld, mit dem unter anderem das Public Viewing der Festspiele finanziert worden war. Siemens hatte die Festspiele vier Jahre lang unterstützt. Den Salzburger Festspielen ist Siemens nach wie vor treu.

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