Festspiele: Pfeifkonzert für Frank Castorf nach der Götterdämmerung

Es war die letzte Premiere dieser Saison, und es war der Abschluss des Rings. Und der Freitagabend war zumindest für einige Mitwirkende im Festspielhaus ein großer Erfolg: Mehr als 20 Minuten lang applaudierte das Publikum Dirigent Kirill Petrenko und dem Festspielorchester - auch wenn Letzteres nicht, wie sonst üblich, auf die Bühne trat.

Dort hingegen ließ sich Regisseur Frank Castorf drei Mal sehen - und wurde wie schon bei der Premiere des Jubiläums-Rings im Vorjahr vom Publikum ausgebuht. Castorf schien das geradezu zu genießen, ließ bei seinem Weg vor den Vorhang stets das Saallicht anmachen. Nur verbeugen mochte er sich nicht, gestikulierte stattdessen.

Buhrufe musste auch Siegfried-Darsteller Lance Ryan hinnehmen. Der hatte erst jüngst in einem Interview über Bayreuth geklagt: "Ich habe noch nie ein Publikum erlebt mit so viel Hass, so viel Wut und so viel Rache."

  • "Castorf arbeitet mit einem Sicherheitsabstand zwischen Zuschauer und Bühnenhandlung", befand Kurier-Kulturredakteur Florian Zinnecker nach der Premiere des Jubiläums-Rings im vergangenen Jahr. Für ihn ist das "das mutigste und schwiergste Experiment" bei der Neuinszenierung - ob es gelungen ist, erfahren Sie im Video.

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Montag, 13. November 2017 - 11:06