Festspiele 1936: Sommer mit Hitler

Gestalter: Hitlers Architekt Albert Speer im Gespräch mit Wieland Wagner (im Vordergrund). Speer wurde nachmals berühmt mit seinen „Lichtdomen“ zu den Nürnberger Reichsparteitagen. War er es, der Wieland zu seinen Bühnenbildern inspirierte?

 

Privatsphäre: So gelöst, so entspannt sieht man Hitler selten. Der Diktator fühlte sich wohl in Bayreuth, genoss die Inszenierungen, noch mehr aber das familiäre Klima in der Umgebung von Haus Wahnfried. Für ihn war das Siegfriedhaus hergerichtet worden.

 

Bewunderung: Wieland und Verena im Gespräch mit dem Mann, den nicht nur die Familie Wagner für den Messias Deutschlands hält. Hitler mochte die Wagner-Kinder sichtlich. Wie übrigens auch sein Propagandaminister. „So ein liebes Kroppzeug“, notierte Joseph Goebbels im Tagebuch. „Ich bin etwas verliebt in die Wagnerbagage.“

 

Spaßmacher: Heinz Tietjen macht Faxen. Und raucht. Ebenso wie Helena Roesener neben ihm. „Eine deutsche Frau raucht nicht“, forderten die Nazis. Im Wahnfried-Garten hielt sich niemand daran. In anderen Szenen ist Friedelind an der Seite von Tietjen. Sie und Tietjen machen neckische Gymnastik für Kameramann Wolfgang.

 

Echte Freude: Hitler ist in Bindlach aus seiner JU 52 gestiegen. Und begrüßt freudestrahlend Wieland Wagner. Bayreuth lag äußerst günstig für den Diktator, der zwischen Berlin und München pendelte. Mit dem Auto wie mit dem Flugzeug war die Stadt gut erreichbar.

 

Buckeln für den Führer: Wieland und nicht Wolfgang, der diese Szene filmte, war der Liebling Hitlers. Wolfgang musste an die Front, wo er schwer verwundet wurde. Wieland hingegen durfte, mit unklarer Funktion im KZ-Außenlager Bayreuth, zu Hause bleiben. Auf seinem Rücken zeichnet Hitler etwas. Entwürfe für ein Bühnenbild, wie es etwa für den "Lohengrin" überliefert ist? Oder eine Skizze für ein  Theater in der Gaustadt Bayreuth, wie sie vor einigen Jahren in einem Münchener Auktionshaus versteigert wurde?

 

Alle Bilder sind Stills aus einem Film von Wolfgang Wagner. Wir zeigen sie mit freundlicher Genehmigung des Hauptstaatsarchivs.

 

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Montag, 13. November 2017 - 11:06