Fertigungsanlage für eine halbe Million

Eine halbe Million Euro wurde in die neue Maschine investiert, berichtet Werksleiter Reinhard Pilhofer. Er hat 2010 im Auerbacher Betrieb angefangen und war damals für die Dachfenster GmbH zuständig. Seit Anfang 2013 werden auch die Haustüren unter dem Dach der Firma gefertigt.

Einige Arbeitsgänge seien ähnlich, sagt er. „Das Know-how passt zusammen.“ Da die Zusammenlegung so gut funktionierte, wurde zum 1. Januar 2016 der Name geändert: Die Firma mit zwei Werkshallen heißt jetzt „Heim & Haus Dachfenster und Haustüren Produktions GmbH“. Im Betriebsgebäude nahe der Dornisch-Kreuzung werden Dachfenster hergestellt.

Frühere Parkettfabrik

In der Halle der früheren BEGO-Parkettfabrik läuft die Produktion von Haustüren. Beide Abteilungen erleben gerade einen Boom. Bei den Dachfenstern stellen viele Hausbesitzer wegen des Wärmeschutzes auf modernere Fenster mit energiesparenden mehrfach verglasten Scheiben um. Die Heim & Haus-Dachfenster sind qualitativ hochwertig und haben besondere Features wie einen integrierten Insektenschutz oder die Möglichkeit, höher gelegene Dachfenster mittels Fernbedienung und Solarmotor zu öffnen.

Einbruchschutz

Bei den Haustüren ist der Einbruchschutz ein Thema, das viele Menschen beschäftigt. Moderne Haustüren sind nicht nur mit technischen Finessen wie einer Fingererkennung statt des herkömmlichen Schlüssels ausgestattet, sondern entsprechen auch den Ansprüchen eines einbruchsicheren Eingangs. Die verwendeten Materialen sind zertifiziert, eine neue Haustür ist sogar über die KfW förderfähig, wenn sie Einbruchschutz garantiert. Hinzu dürfte die aktuelle Niedrigzinssituation kommen: Viele Bürger investieren lieber in ihre Immobilien als Geld anzulegen.

Gelernter Schreiner

Bei Heim & Haus ist man darüber nicht unglücklich. Georg Hasmann ist seit fast 33 Jahren in der Firma. Als der gelernte Schreiner im Unternehmen anfing, war es ein kleiner, fast familiärer Betrieb, erzählt er. Heute hat Heim&Haus zwei Werke in Auerbach und Hasmann ist Abteilungsleiter bei den Dachfenstern. Für die Haustüren ist Markus Chorazy zuständig. Etwa 9000 Dachfenster wurden 2010 pro Jahr produziert. In diesem Jahr rechnet die Geschäftsleitung mit fast 20 000 Stück.

Die Fenster werden deutschlandweit von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen vertrieben. Drei firmeneigene Vertriebsbüros sind dafür zuständig: eines in Lauf, eines in Duisburg und eines in Osterfeld.

Bei Heim & Haus wird kein fertiges Dachfenster auf Lager genommen. Es wird immer nach Bedarf und Auftrag gefertigt. Was produziert wird, ist also bereits verkauft. Und was noch erstaunlicher ist: Jedes Dachfenster ist ein Unikat. Es gibt keine Serienproduktion, keine größeren Stückzahlen desselben Produkts. „Wir machen Dachfenster nach Maß“, so Hasmann.

Zunächst werden die Liefertouren zusammengestellt. Und dementsprechend die Aufträge produziert. „Heute in der Fertigung, morgen im Lastwagen“, erklärt Werksleiter Reinhard Pilhofer. Da die Dachfensterproduktion boomt, konnten auch zusätzliche Mitarbeiter eingestellt werden.

Vor sechs Jahren waren es 27 Männer und Frauen, heute sind es 47 Beschäftigte in der Dachfenster- und weitere 27 Mitarbeiter in der Haustüren-Fertigung. Wegen der guten Auftragslage wurde vor kurzem eine Schweiß- und Verputzlinie gekauft. 500 000 Euro wurden dafür ausgegeben.

„Diese Investition ist auch als Stärkung des Werkes und Standortsicherung zu sehen.“ Bis Jahresende wird noch eine weitere Maschine ausgetauscht, um die Fertigung zu beschleunigen. Die neue Schweißanlage ermöglicht die Herstellung von 125 Fenstern in acht Stunden (mit dem Vorgängermodell waren 60 Stück möglich). Dabei sind etwa vier Fünftel jedes Dachfensters eigene Entwicklungen. „Von der Konstruktion bis zum Kundendienst kommt alles aus einer Hand“, macht Pilhofer deutlich.

Ähnlich gut läuft es bei den Haustüren. Die Firma verweist auf über 16 Prozent mehr Aufträge als im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. „Und der Trend hält an“, so Pilhofer.

Insgesamt blickt die Geschäftsleitung positiv in die Zukunft. „Der Markt bietet weiterhin viele Chancen“, sagt der Werksleiter, der auch im Bereich der Haustürenfertigung bald investieren möchte. Die Firma ist nicht gewerkschaftlich organisiert. Auch gibt es keinen Betriebsrat.

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