Felsen werden noch genauer kontrolliert

 Es wird nicht das letzte Mal sein, dass die Marktgemeinde Probleme mit Felsbrocken haben wird. Gerade nach längeren Frost- oder Regenperioden könne es immer wieder vorkommen, dass einzelne Steine herunterkommen. „Die natürliche Ablösung von Gesteinsmaterial wird immer ein Restrisiko für die Gemeinde bleiben“, ist sich der Bürgermeister bewusst.

Felsstücke mit Klammern gesichert

Der Vorfall war nicht der erste dieser Art. An dem Hang im Pegnitztal wurde im Jahr 2009 gearbeitet. Von Fachleuten wurden lose Gesteinsteile abgelöst, ein  Felsstücke mit Klammern gesichert und in verschiedenen Formationspartien Messmarken angebracht. Diese dienen der regelmäßigen Kontrolle und machen ersichtlich, ob es zu weiteren Bewegungen am Fels kommt. Vorausgegangen war im Sommer 2009 die Beschädigung eines Fahrzeugs, das kurz nach der Ortsausfahrt in Richtung Rothenbruck von einem herabstürzenden und rund 150 Kilogramm schweren Felsbrocken getroffen worden war.

Weiteres lockeres Material

Weiteres lockeres Material wurde im Frühjahr 2013 von einer Fachfirma entfernt. Zwei Jahre später wurden Stahlbetonplomben befestigt und losem Gestein wurde  beseitigt.Sämtliche Arbeiten erfolgten aufgrund von Besichtigungen in Absprache mit dem Staatlichen Bauamt und beruhten auf Festlegungen eines geotechnischen Fachbüros.

So groß wie ein Fußball

Die letzte Überprüfung der Messmarken und Sicherungsstäbe hat im Mai und November 2016 stattgefunden, berichtet Josef Springer. Beim jüngsten Vorfall hatten sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag aus dem oberen Hangbereich entlang der Staatsstraße Felsteile gelöst, die dann auf die Fahrbahn und den angrenzenden Gehweg gerollt sind. Es handelte sich um mehrere Gesteinsteile in der Größe eines Fußballs. Bei einem in Richtung Rothenbruck fahrenden Auto verursachten die Steine einen Reifenschaden. Die  Feuerwehr half den Reifen zu wechseln.

Keine hundertprozentige Sicherheit

Leider werde sich im Bereich von Felshängen niemals eine hundertprozentige Sicherheit erreichen lassen. „Gerade Dolomitgestein neigt durch die Wasser- und Forstanfälligkeit zur Bildung von Rissen, so dass hier immer ein Restrisiko gerade in der aufgehenden Frostperiode verbleibt.“ Im Straßenabschnitt zwischen Neuhaus und Rothenbruck selbst sind deshalb schon seit längerem Verkehrsschilder aufgestellt, die vor Steinschlag warnen.

Der Bürgermeister hat gleich mit den Behörden und einem geotechnischen Fachbüro Kontakt aufgenommen. Gestern fand zusammen mit Vertretern des  Bauamts der Straßenmeisterei aus Lauf, der Gemeinde und Professor Jörg Gründer, einem Sachverständigen für Geologie, ein Ortstermin statt. Gemeinsam wurden die nächsten Schritte besprochen.

Die Gemeinde wird zunächst den Hangbereich von einer Firma gründlich kontrollieren lassen. Künftig werden die Felsen alle drei Jahre begutachtet und, wenn nötig "aufgeräumt".  In den anderen Jahren gibt es im zeitigen Frühjahr nach der Frostperiode Sichtkontrollen durch Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs.

Die Kosten übernimmt die Gemeinde. „Grundsätzlich hat der Grundstückseigentümer die Verkehrssicherungspflicht.“ Eigentümerin der Hänge oberhalb der Staatsstraße ist die Marktgemeinde. Seit den umfangreichen Kontrollarbeiten von 2009 sind laut Springer die Großrisiken beseitigt. Natürliche Ablösungen von Steinen seien Teil des Restrisikos der Gemeinde.

Nicht bewertet

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Kommentare

Forstanfälligkeit bei Dolomitgestein? Heißt das, dass Dolomit übermäßig zu Bewaldung neigt?