FC Creußen in Finanznöten

Pachtverhältnis: Im Mai 1999 wurde der Pachtvertrag geschlossen, im nächsten Jahr ein Küchenraum angebaut. 2001 wurde der Eingangsbereich mit einem Aufzug angebaut und durch eine Pachterhöhung finanziert. Im gleichen Jahr wurde das benachbarte Bettenhaus gebaut. Im vergangenen Jahr errichtete Freiberger bedingt durch EU-Vorschriften daran einen Küchenneubau, der auch einen Gastraum mit 80 Sitzplätzen enthält. Die dafür notwendigen acht Parkplätze hatte ihm Bauerfeind auf dem bestehenden Parkplatz zugesagt. Mündlich hatte Freiberger immer wieder bekundet, dass einer Verlängerung des Pachtvertrages nichts entgegensteht. Im Januar 2017 kam dann aber die Absage von Freiberger. Er bot dann an, für 100 Euro die acht Parkplätze anzumieten und den Winterdienst zu übernehmen. Der FC-Vorstand verlangte 300 Euro, woraufhin Freiberger sein Angebot zurückzog. Er wollte nur das Geh- und Fahrtrecht auf dem Platz ausüben und die benötigten Parkplätze auf seinem Grund beim Bettenhaus errichten.

Pächter: Der FC schaltet Anzeigen, dass ein neuer Pächter gesucht wird, aber es findet sich keiner. Die laufenden Kosten sind nicht abgedeckt und die Banken wollen Kredittilgungen. „Die fehlende Pacht reißt ein großes Loch in unsere Finanzierung“, so Bauerfeind. Rund 1300 Euro im Monat fehlen dem FC durch die ausbleibende Pacht. Es gibt noch Schulden in Höhe von 45.900 Euro für den Bau des Sportheims, einen Bausparvertrag über 19.000 Euro, 9200 Euro Schulden für den Bau des Eingangs mit Aufzug und 27.000 Euro Schulden für die Photovoltaikanlage. An Zinsen fallen jährlich 3000 Euro an, so der Vorsitzende. Auch bei der Kegelbahn entsteht jährlich ein Defizit von rund 4000 Euro. Also sucht der FC nach Lösungen, da das Sportheim ab 1. August nicht mehr bewirtschaftet wird.

Nutzungsänderung: Bei der Versammlung standen nun verschiedene Varianten – neben einem potenziellen neuen Pächter – zur Diskussion. Die Wohnung im Obergeschoss wird als Büro vermietet und die Gaststätte selbst bewirtschaftet. Davon wurde aber schon im Vorfeld abgeraten, da in Creußen kein Bedarf an Büroräumen besteht. Stattdessen soll die Wohnung entweder als WG an Studenten oder an eine Familie vermietet werden. Oder aber auch die Gaststätte wird in Wohnraum umgewandelt. „Wir müssen die Wohnung zur Tilgung der Kredite vermieten“, machte Bauerfeind deutlich. Er sprach sich für eine WG aus, weil hier das Mietverhältnis kürzer sein kann und ein Pächter kurzfristig einziehen könnte. Bei einer Gegenstimme wurde dieser Variante zugestimmt.

Umlage: Der Vorsitzende schlug vor, die Satzung zu ändern und eine Umlage von den 284 Vollmitgliedern, die einen Jahresbeitrag von 50 Euro zahlen – zu erheben. Diese kann einmal im Jahr bis maximal 50 Euro erhoben werden. Dies würde dem Verein 14.000 Euro bringen. „Wir können uns nicht gegen eine Umlage sperren, es geht um die Zukunft des FC“, appellierte Raimund Nols. Peter Böhner stimmte dem prinzipiell zu, warnte aber vor einer Austrittswelle und regte erst mal zu einem Spendeaufruf an. „Wir müssen weiter den Spielbetrieb gewährleisten“, sprach sich auch Roland Radke für die Umlage aus. Andreas Koch plädierte für eine freiwillige Umlage. Frank Stadler sprach sich für die Umlage aus, die Höhe sollte jeweils separat bestimmt werden. “Es wird eng. Wir müssen jetzt die Pobacken zusammenkneifen, sonst müssen wir Insolvenz anmelden“, mahnte Bauerfeind. Bei der Abstimmung fiel der Beschluss für die Erhebung der Umlage einstimmig aus.

Küche: Martin Freiberger hat dem FC die Küche samt Einbauten für 25.000 Euro angeboten. Hierfür müsste der Verein einen Kredit aufnehmen. „Wenn wir die Küche kaufen und keinen Pächter finden, haben wir einen zusätzlichen Kredit am Hals“, so Bauerfeind. Alternativ müsste überlegt werden, wenn ein neuer Pächter da wäre, wie ihm eine Küche zur Verfügung gestellt werden kann. „Wir haben gerade die Umlage beschlossen, da ist ein neuer Kredit für die Küche absurd“, machte Fabian Pöhlmann deutlich. Das Risiko sei zu groß. Werner Rüppel war für den Kredit und den Küchenkauf. „Das ist eine Investition in die Zukunft. Wenn wir eine neue Küche bräuchten, kostet uns das 100.000 Euro. Peter Böhner sprach sich dafür aus, die Küche von Freiberger schätzen zu lassen. „Wir wollen einen Pächter, da braucht es eine Küche“, sagte er. Und auch Frank Stadler sagte: „Wir haben das Geld nicht und können die Küche nicht kaufen.“ Raimund Nols meinte, man könne gegenüber den Mitgliedern nicht die Umlage verantworten und gleichzeitig einen neuen Kredit aufnehmen. Martin Freiberger betonte, dass bei der Küche alles dabei sei, was zum Kochen benötigt werde. Gleichzeitig informierte er, dass er auch andere Interessenten dafür hätte, die ihm mehr Geld bieten. Die Versammlung beschloss schließlich bei vier Gegenstimmen, die Küche nicht zu kaufen.

Parkplätze: Die Versammlung hielt das Angebot von Freiberger, acht Parkplätze für 100 Euro und den Winterdienst zu mieten für zu gering und sprach sich gegen das Angebot aus. Freiberger kündigte an, dass somit auch die Verbindung zum Blockheizkraftwerk geschlossen werde. Der FC muss das Sportheim künftig wieder mit Öl heizen.

Kegelbahn: Die Kegelabteilung wird eine FC-Sparte bleiben, der Verein wird ab kommenden Jahr die Bahn aber nicht mehr von der Stadt mieten. Für die Nutzung liegt dann wie bei der Schulturnhalle eine Liste aus, in die sich Teilnehmer eintragen müssen. Der Zugang erfolgt über die Terrasse und es wird ein Getränkeautomat aufgestellt. Die WC-Nutzung muss noch geklärt werden. Eine Abrechnung der Nutzer erfolgt über die Stadt. Raimund Nols plädierte für diese Lösung, oder aber die Stadt verzichte auf die Miete des FC. Bürgermeister Martin Dannhäußer sagte, das dies der Stadtrat entscheiden müsse.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel FC sucht Pächter für das Sportheim.

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