Faustfestspiele: Bühne mal andersherum

„Sonntagnachmittag waren die Waldstockleute so gut wie fertig mit dem Abbau und wir haben angefangen“, sagt Uwe Vogel, Vorsitzender des Faustfestspiele-Vereins und Hauptorganisator. Der Bauhof hat mit Hackschnitzeln eine breite Zufahrt zur Festwiese gelegt, damit die schweren Fahrzeuge gut hinfahren können. „Drei Sattelzüge mit 50 Tonnen Equipment“, sagt Bauleiter Andi kurz und bündig. Nein, er gibt keine Interviews, er ist hier um den Aufbau der zwei Tribünen zu überwachen. Ist es ein schwieriges Gelände hier oben, gibt es irgendwelche Besonderheiten? „Nein, es passt alles, es ist gut, dass es nicht wie manchmal an einer stark befahrenen Straße ist“, sagt Andi. Etwas schwierig ist nur die lange Zufahrt zum Gelände. Und schon ist er wieder unterwegs und gibt seinen Leuten Anweisungen, wie es weitergeht.

Höhenunterschiede ermittelt

Mit 15 Mann ist die Bühnenbaufirma Nüssli – der Hauptsitz ist in der Schweiz, die deutsche Niederlassung in Roth – auf dem Schlossberg vertreten. Bei einer Tribüne werden gerade die letzten Stangen für den Dachaufbau zusammengeschraubt, bei der anderen stecken die Arbeiter die Bretter für den Sitzbereich zusammen. Jeder Griff sitzt, jeder weiß, welches Teil gerade wo gebraucht wird. Vogel hat schon in Kronach, wo bisher die Faustfestspiele stattfanden, mit der Firma zusammengearbeitet. Im Vorfeld hat ein Fachmann das Gelände vermessen und die Höhenunterschiede ermittelt. Jede Tribüne ist für 300 Sitzplätze ausgerichtet, sagt Vogel. 20 Meter lang und je acht Meter breit und hoch. Die Seiten- und Rückteile werden mit einem Gazé-Netz verkleidet. „Dann haben die Zuschauer, wenn es windig wird, auch keine Geräuschstörungen“, erklärt Vogel – die Akteure spielen mit Richtmikrofonen, Lautsprecher sind in den Tribünen installiert. Aufs Dach kommt eine Plane, damit die Zuschauer im Trockenen sitzen. Die Schauspieler agieren auch bei Regen, betont Vogel. Es wird nur abgebrochen, falls es eine Unwetterwarnung gibt. „Die Karten behalten dann aber ihre Gültigkeit und es gibt einen Ersatztermin“, sagt Vogel. Jeder soll das ganze Stück schließlich sehen.

Sicherheitsauflagen werden geprüft

Die Bauteile der Tribünen sind einzelne Module, erklärt Vogel. Sie können beliebig nach hinten aufgesteckt und die Tribüne so vergrößert werden. Wenn heute alles fertig ist, kommt jemand von TÜV und Landratsamt und prüft die Sicherheitsauflagen.

Die Bühne auf den Sitzreihen unter den Bäumen hat Vogel schon aufgebaut, gestern hat er rund 170 Meter Verkleidung angebracht. Jetzt fehlen noch die Treppe auf der einen Seite und die Grabsteine für den Friedhof auf der anderen Seite. Donnerstag und Freitag finden die ersten Faustproben statt, am Samstag ist Generalprobe und am Sonntag dann die Premiere. Alles ist im Zeitplan.

Lampenfieber kommt noch

Ist er schon nervös? „Nein“, sagt Vogel, „dafür habe ich keine gar keine Zeit momentan, ich stehe unter Strom“. Immer wieder ruft jemand an, will etwas wissen, muss er was abklären und regeln. Das Lampenfieber komme erst am Sonntag – Vogel spielt den Mephisto bei Faust. „Das ist ganz normal, das hat jeder“, sagt er. Grundsätzlich laufe alles nach Zeitplan. Immer wieder melden sich auch noch Statisten, die mitmachen wollen.

Morgen verlegt eine Firma noch Licht und Strom. Bereits seit Montag beaufsichtigt eine Sicherheitsfirma das Gelände. „Die haben schon in der ersten Nacht Jugendliche verjagt“, erzählt Vogel. Auch Bewegungsmelder werden noch installiert, die anschlagen, wenn jemand unerlaubt kommt.

Werbemaßnahmen laufen

Und der Kartenvorverkauf? „Der läuft jetzt an“, sagt Vogel. Die Werbemaßnahmen machen sich bemerkbar. So richtig losgehen werde es erst nach der Premiere, ist er sich sicher. Da zieht dann die Mundpropaganda. „Und wenn mal nur 50 oder 100 Leute da sind, ist es auch in Ordnung“, sagt er. Auch die Luisenburg in Wunsiedel sei nicht immer ausverkauft. So, jetzt muss er auch weiter und die Bühnenverkleidung ausladen.

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